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Wer Reichtum hofiert, muß Armut salonfähig gestalten
Deutsche Gründlichkeit hat nicht nur diesen bemerkenswerten faden Beigeschmack, der besonders historisch sich explizit hervortat, vielmehr wird sie kaltschnäuzig und gewissenlos an denjenigen ausgelassen, die ohnehin ganz unten angekommen sich kaum mehr wehren können. Hartz IV macht dies möglich, in all seinen menschenverachtenden Facetten.
Während Betroffene weiterhin diesem sozialrassistischem System ausgesetzt sind, bringt die verantwortliche Politik keine Verbesserung der in Notlagen geratenen zustande. Stattdessen zieht sie es lieber vor, gar den Bundestag zu täuschen, wie jüngst Andrea Nahles, die Sozialministerin, der man unterstellen muß, die versprochenen Gelder zur Qualifizierung von Hartz-IV-Empfängern mal eben dem Verwaltungspersonal und der Internet Technik lieber gönnte. Was interessieren schon die unbeugsam aus dem Arbeitsleben Verbannten?
Sozialpolitik zur Farce verkommen
Das einstmalige Vorzeigemodell der BRD, sie sei ein vorbildhafter Sozialstaat, gehört seit etlichen Jahren längst der Vergangenheit an. Die Gelegenheit dazu wurde zu Beginn der 1970iger Jahre verpaßt, spätestens als Helmut Kohl den ohnehin treuen Atlantikbrückenkollegen, Helmut Schmidt, ablöste, wurde deutlich, wohin die Reise geht, zumal seine Beteuerung, die Deutschen müßten den Gürtel enger schnallen, dies erst recht unterstrich. Sein Nachfolger folgte dem Kurs sozialen Abbaus, unter Rot-Grün wurden jene menschenrechtsverletzenden Hartz-IV-Gesetze im Deutschen Bundestag zügig durchgewunken, beschlossen und in Kraft gesetzt.
Jobcenter lassen oftmals unverblümt ihre Muskeln spielen
Die Allmacht deutscher Gründlichkeit sieht man gerade im Alltag zwischen den Jobcentern und den Betroffenen, die in der Regel den Schikanen kaum etwas entgegensetzen können, der Gang zu den Sozialgerichten fällt den meisten schwer, Resignation macht sich viel eher breit. Daher kaum verwunderlich, wenn seitens der Jobcenter verschlampte Unterlagen den Beziehern angelastet werden. Können diese sie nicht rechtzeitig aufbringen, haben sie einfach das Nachsehen. Hierbei gilt wohl die allseits gängige Praxis: das Recht des Stärkeren. Wer sich nicht wehren vermag, hat schlicht Pech gehabt.
Dabei sollte es eher umgekehrt sein. Doch die BRD hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte von einstmaligen Zielen sozialer Gerechtigkeit längst entfernt, verfolgt den Weg des Globalismus und deren Politik, die vor allem die USA anschaulich vorantreiben. Wer sich die erschreckende Armut im reichsten Land der Erde verinnerlicht, weiß zugleich, was dort wohl verkehrt läuft.
Gilbert Keith Chesterton formulierte mal:
„Je reicher einer ist, desto leichter ist es für ihn, ein Lump zu sein.“
Lotar Martin Kamm