Rechter Populismus findet ständig neue politische Spielwiesen


flickr.com/ Markus Wintersberger/ (CC BY-NC 2.0)

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Vom Putinbashing über Antiamerikanismus zum Bündnis mit Russland?

Solle hinterher niemand verlautbaren, er habe nichts gewußt. Was geschieht hier eigentlich mitten im demokratischen Europa, wo seit über 70 Jahren die Meinungsfreiheit ein jeder genießen darf, von den sogenannten Systemmedien bis hin zum einfachen Bürger? Ein angebliches Aufwachen des deutschen Michels, in dem überall patriotische Gesinnungsgenossen sich plötzlich verbrüdernd einfinden, um endlich mal aufzuräumen, die Fremdherrschaft zu beenden?

Ganz besonders eindringlich unterstützt mittels einer stetig wachsenden Islamophobie seit 9/11, per Flüchtlingsströme, ob nun aus US-amerikanisch hervorgerufenen Kriegsgebieten oder weil das Elend in Nordafrika, im Nahen und Mittleren Osten Menschen beflügelt, Europa als Zuflucht zu suchen, einer bewußt installierten sozialen Schieflage, die eine eigene Bevölkerung erheblich belastet? All diese Mißstände reihen sich wunderbar ein, die versagende momentan verantwortliche Politik anzuprangern, um scheinbar den parlamentarischen Weg der Oppostion zu gehen, siehe AfD, parallel im Volk für möglichst viel Unmut zu sorgen über die Verteufelung sogenannter „Lügenpresse“ und Spaziergängen à la PEGIDA und Co.

Dazu ergänzen sich die unstreitbaren Verfehlungen europäischer Politik im Hinblick zur EU bis hin zur Vasallentreue über eine Atlantikbrücke, einem Besatzungsstatus der BRD, den die USA unerschrocken selbstverständlich für eigene Zwecke mißbrauchen, ob überdeutlich sichtbar in Ramstein oder entlang europäisch-russischer Grenzen, das NATO-Bündnis fordert seinen Tribut, das Feindbild alter Ost-West-Konflike wird mit aller Macht hochgehalten.

Doch genau jene eigentlich deutlich erkennbaren politischen Verstrickungen versuchen die jeweiligen Machthaber möglichst zu verschleiern. Während der US-Westen fast schon penetrant lakonisch für sich in Anspruch nimmt, auf der guten Seite zu stehen, Russland, China und den Iran, um nur mal jene drei Länder zu benennen, auf der Achse des Bösen zu wähnen, hat gerade Wladimir Putin es besonders schwer, das riesige russische Land vom Klammergriff alt eingesessener Oligarchen-Herrschaften zu befreien. Das gilt natürlich für alle Nationen, denken wir nur mal an Dilma, die den Kampf gegen die Korruption zu verlieren scheint.

Aber was bedeuten jene Zusammenhänge im politischen Einerlei, für den sehnlichsten Wunsch aller Menschen, einen Weltfrieden erreichen zu können? Er soll nicht stattfinden, da Macht sich stets eigene Spielwiesen sucht, so wie hier in Deutschland, wo nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Bevölkerung die Verfehlungen der Hitler-Herrschaft möglichst gründlich aufarbeiten sollte, was faktisch eben nicht geschah, weder im Goldenen Westen, schon gleich gar nicht in der DDR. Kein Wunder, daß jetzt erneut rechte Kräfte auf dem Plan stehen, sich formieren, ob im Deckmäntelchen patriotischer Gruppierungen oder über parteipolitische Versuche bis hin zu losen Einzelkämpfern, die dennoch per gezielter Agitation ihre abstrusen Weltbilder in ihrem Sinne einsetzen.

Daß eine AfD-Jugend in ihrer Partei mit der Putin-Partei anbandelt, mag man befremdlich beäugen. Ob ein Staatsmann wie Putin sich auf eine „patriotische Ebene mit rechtem Gedankengut“ einläßt, steht auf einem anderen Blatt. Er wäre sehr gut beraten, wenn er die im eigenen Land bestehende multikulturelle Vielfalt nicht außer acht läßt, sondern ganz im Gegenteil betont, daß eine gelungene Integration sehr wohl zwischenmenschlich stattfinden kann und zwar ohne Unterdrückungsmechanismen. Das praktiziert er ohnehin schon längst. Das wirklich Befremdliche an jener Vorgehensweise ist der Versuch gewisser Kräfte, Putin für eigene Zwecke zu benutzen. Natürlich kann man die Gratwanderung nachvollziehen, sich einerseits von der Bevormundung der US-Politik befreien zu wollen, andererseits einen starken Bündnispartner in Russland zu suchen, zumal die deutsch-russische Freundschaft tief verwurzelt stattfand und bis heute anhält im Gegensatz zur Skepsis den USA gegenüber.

Dennoch sollte man haarscharf unterscheiden zwischen einem gezielt angelegten neuaufflackernden Nationalismus, der stets ein Garant für immerwährende Kriege bedeuten kann und einer weltlichen Staatengemeinschaft, die eben den Austausch zwischen Völkern befürwortet ohne Grenzzäune, Religionszwänge, Handelshürden und vor allem einer Großkonzernpolitik, die regionale Strukturen zertrümmert. Eine schier fast unlösbare Aufgabe, wenn Mensch immer wieder sich vor den Karren selbstherrlicher Mächte spannen läßt, die nur eines im Sinn haben: die eigenen Pfründe.

Lotar Martin Kamm

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1 Response to Rechter Populismus findet ständig neue politische Spielwiesen

  1. Avatar von Senatssekretär FREISTAAT DANZIG Senatssekretär Freistaat Danzig sagt:

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt und kommentierte:

    https://sentinelblog.com/2016/04/23/obama-the-cias-communist-candidate/ Wetten, bleibt alles in der Familie, Lewinskie berichtet auch wieder und es sind halt keine German, sondern Pass-Deutsche aus der Firma der Besatzer, siehe auch kein bundespräsident, der den Obama empfängt, sondern der persönliche Freund und da die Merkel die Militär´s in deren Firma beschäftigt, halt, Personal!

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