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Sie laufen hinter mir her
auf dem Weg nach Haus.
Sie flehen und schreien sehr,
auch vor mir sind sie, geradeaus.
Sie sind nicht wirklich zu sehen,
ihr Auftreten, ob still oder laut,
im gesamten Körper zu vernehmen,
ihr Dasein erspürt meine Haut.
Manche Tropfen höhlen das Gestein,
ihre Absicht, manchmal willentlich,
erinnern an so viel gefühlte Pein,
doch der Grund oft unergründlich.
Ich kann die sprudelnden Quellen stoppen,
den Wasserhahn ohne Müh zudrehen,
die Tropfen durch Hindernisse locken,
Kanäle füllen, Wasserfälle entstehen.
Sie sind bei mir, laut und leise,
seit ich denken kann, auf Schritt und Tritt,
sie tröpfeln unentwegt, sind Flüsse, Teiche,
sind Meere, zu hören beim Essen, beim Abtritt.
Sie wässern mich sanft, überschwemmen mich,
trocknen mich aus, lassen mich untergehen,
manchmal ein Tropfen allein, allein nur für dich
kann zum Stolpern, zum Aufgeben bewegen.
Es gibt Zeiten, da sind sie unehrlich,
tausendfach aneinandergereiht,
Schwerelosigkeit verinnerlicht,
lösen sie sich einfach auf, du bist nie gefeit.
Nach ihrem Gutdünken helfen sie dir,
ob sie sind freundschaftlich verbunden,
ein neuer Quell, ein Gewitter oder Gier
noch nicht loszulassen, Wunden
beim Verheilen helfen, darauf keine Antwort.
Die Gedankentropfen das Nachsinnen lassen.
Sie wechseln zu oft von Ort zu Ort,
vermischen, nehmen auf, um zu prassen.
Sie verprassen die unendliche Schöpfung,
die Quellen, die Wassertropfen,
sind nur Mittel zum Ursprung,
um dich kleines Wesen vollzustopfen.
Sie laufen hinter mir her
auf dem Weg nach Haus.
Sie sprudeln voll Freude und Trauer
dein Leben nach außen und innen aus.
Nafia