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Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil ich Prügel bezog,
sollt ihr nicht weinen.
Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil ich ausgenutzt wurde,
sollt ihr nicht weinen.
Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil ich diskriminiert wurde,
sollt ihr nicht weinen.
Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil meine Liebe mißbraucht wurde,
sollt ihr nicht weinen.
Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil Schmerzen mich plagten,
sollt ihr nicht weinen.
Einige dieser Tränen sind längst getrocknet,
viele sind zu einem Ring angeschwollen,
umgeben mich als Schutzwall,
diese Tränen sind mein Besitz.
Wenn ich euch aber erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
ob der Ungerechtigkeit,
ob der Empathielosigkeit,
ob der Mißgunst,
ob des Hasses,
das seit Jahrhunderten
die Menschen in arm und reich,
in würdig und unwürdig
einteilt,
dann, ja dann will ich,
daß ihr weint,
mit mir gemeinsam weint,
damit all unsere Tränen
endlich die Dämme
einbrechen, die bis jetzt
verhindert haben,
zu erkennen,
wir alle sind umgeben vom Tränenmeer,
und deshalb sind wir alle gleich.
Nafia
Pingback: Sonntag, den 03. Juli 2016 | Kulturnews
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