Süffisant und Arrogant


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flickr.com/ ximenacab/ (CC BY-ND 2.0)

Süffisant und Arrogant
saßen im Restaurant
und aßen Hummer.
Ihr bereitete dies Kummer,
nicht daß ihr das Tier leid tat,
sondern wie man es handhabt,
an das Fleisch zu kommen,
irritiert und etwas beklommen:
„Arrogant, es ist schon länger her,
daß ich aß dies Tier vom Meer,
hier sind nur Messer und Gäbelchen,
ich bräucht ein kleines Hämmerchen.“

„Süffisant, Dummerchen, diese Dinger
bricht man mit der Hand, da die Finger,
an der Schere jetzt leicht drehen,
der erste Schritt ist schon geschehen.“
Arrogant zeigte ihr ganz elegant,
die nächsten Schritte: „Eine Hand
auf dem Hummer, mit dem Messer
ein Schnitt durch den Panzer, besser
von vorn nach hinten, Kopf weg,
schon geht’s ran an den Speck.“

Sie legte ihre Hand auf den Hummer,
ein spitzer Schrei, Geschirr in Trümmer,
Süffisant, blaß, nein, weiß wie Kreide,
schielte auf ihre Finger und weinte.
„Dies gemeine Biest trägt mein Rot,
nie eß ich sowas, auch wenn es tot!
Das wär, als wenn ich mich aufeß!“
„Süffisant, mach doch keinen Streß!“
„Daß dich das nicht stört, hab doch gesehen,
du bleibst ja eh an jeder Currybude stehen!“

Nafia

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