
flickr.com/ pobre.ch/ (CC BY 2.0)
Er lehnt an der rot bemalten Straßenlaterne,
den dunklen großen Hut mit Krempe
tief ins nicht sichtbare Gesicht gezogen,
Rauchschwaden steigen nach oben.
Die Schaufenster scheinen hell,
Schaufensterpuppen gekleidet in grell.
Die Signalfarben der Mode konkurrieren
mit den Leuchten für die Straßenschienen.
Welche Gedanken mögen ihn berühren,
ohne Bewegung, ohne sich zu rühren?
Die Fensterfront des Cafés ist beschlagen,
Stirn zu nah, ich will Wahrheit erfahren.
Seine Kleidung wirkt glänzend, fast neu,
seine lässige Haltung vermittelt keine Scheu,
er scheint selbstbewußt in sich versunken,
wieso steht er hier gefühlte Stunden?
Vielleicht hat ihn seine Freundin versetzt,
wartet, daß der Ehemann die Wohnung verläßt?
Das Wetter heut macht seinem Namen alle Ehre,
es stürmt, regnet, man läßt keinen Hund vor die Türe.
War da nicht eine kleine, fast unmerkliche Regung?
„Zahlen sie bar?“, fragt die etwas ältere Bedienung.
Er fällt vornüber, die linke Hand in der Hosentasche,
Kleister und Pappmaché verschmieren die Straße.
Nafia