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Einführungsforderung sorgt erneut für heftige Diskussionen
Alle Jahre wieder geistern sie durch die Medien oder durchs Internet, die Falschmeldungen einer angeblich verordneten Katzensteuer. Derzeit spielt sich der Deutsche Jagdverband auch dahingehend als Artenschützer auf mit seiner Forderung einer Katzensteuer, Katzenbesitzer sollten mehr Verantwortung übernehmen.
Dementsprechend sorgt das Thema erneut für heftige Diskussionen, treten Hundebesitzer gern auf den Plan, die sich ohnehin benachteiligt fühlen. Die rund zwei Millionen streunenden Katzen hierzulande sprechen schon dafür, sowohl eine Melde- als auch Kastrationspflicht zu verordnen.
Kein April im Januar – vereinzelte Katzensteuern setzten sich nicht durch
Gern tauchen sie alljährlich als Aprilscherz auf, die Fake-News in den Medien über eine baldige Einführung der Katzensteuer. Weniger lustig wurde diese Steuererhebung real im alten Deutschen Reich in vereinzelten Gemeinden wenn auch kurzfristig durchgesetzt. Zu Beginn des 20. Jahrunderts in vier Kleinstädten des Königreichs Sachsen, die sich in Sebnitz und Augustusburg immerhin auf 3 Mark und 6 Mark auf jede weitere Katze belief.
Im Dresdner Stadtteil Blasewitz wurde die Katze gar als Mitesser betrachtet, aufgrund der Notzeiten während des Ersten Weltkriegs, so daß kurzfristig dort eine Steuer von 5 Mark für die erste Katze, 10 Mark für die zweite und gar 15 Mark für jede weitere berappt werden mußte.
Artenschutzargument in Frage zu stellen – Katzensteuer Ländersache
Zumal per Kastration und Meldepflicht auf alle Fälle viel getan werden kann, um eine zunehmend streunende, anwachsende Katzenpopulation einzudämmen. Die Genehmigung zum freien Abschuß seitens Jägern als Argument des Artenschutzes, den diese gern generell anführen, um ihr Treiben zu rechtfertigen, steht ohnehin auf sehr wackeligen Beinen. Denn eigentlich regelt das die Natur letztlich von ganz allein, es sei denn, der Mensch greift dort mittels seines Verhaltens ein.
Daß der Deutsche Jagdgverband sich als Artenschützer aufspielt, kann man somit durchaus in Frage stellen. Die Katzensteuer einzuführen, geht nicht so einfach, weil die Landesparlamente zuständig wären und eben nicht einzelne Gemeinden sie nonchalant je nach Bedarf erheben dürfen.
Doch wir sollten uns alle wieder beruhigen, weil diese Katzensteuer eher nicht eingeführt wird. Höchstwahrscheinlich wäre sie sowie nicht zielführend, würde ihren Zweck verfehlen, weil etliche Katzenbesitzer, besonders diejenigen, die eine Katzensteuer sich nicht leisten könnten, sie somit auswildern würden.
Lotar Martin Kamm