Geschlossene Flügel


© Doris Mock-Kamm

Mach doch mal ein anderes Gesicht,
du wirkst verhärmt, verbittert, fürchterlich.
Da fing sie an, überall zu suchen, zu kramen
in Schränken, Kommoden, Schubladen.
Nichts wollte so richtig passen,
es war vorauszusehen, nicht zu fassen.

Wenn man mal was zur Freude braucht,
ist nichts vorhanden, der Kopf raucht.
Da hat man schon eine riesige Auswahl,
lieblich, verspielt, gierig, böse, neutral,
ein Schutzanzug wär nötig, durchaus
tät´s so etwas wie ein Schneckenhaus.

Anderseits warum so viel Mühe machen,
für andere trotz schlechter Laune lachen?
Vielleicht sollten sie die Einstellung ändern,
das Leben spielt an vielen Charakterrändern.
Wer das Herz mit geschlossenen Flügeln nicht sieht,
die Seele nicht, nur glänzende Oberflächligkeit liebt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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