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Ich habe die Tage gezählt,
die Nächte vertrunken,
der Tod hatte mich gewählt,
ich war in Sehnsucht versunken.
Stund um Stund Martyrium,
Freundschaften rissen,
dazwischen im Delirium,
ich warf mit Kissen.
Die Hosen waren voll,
der Kopf für immer leer,
anderer Leben war toll,
für mich kein Entkommen mehr.
Da stand die Brücke im Dunkeln,
sie ist mit mir in die Tiefe gestürzt,
fing an, wie wild zu schunkeln,
mein Atem ging nur noch verkürzt.
Sie schoß wie ein Gummiball,
rauf, runter, seitwärts, beständig fester,
ohne Pause, zu hören nur der Schall,
Gequietsche wie Radierer auf Fenster.
Ich spürte der Brücke Sehnen stöhnen,
melodisch, beruhigendes Wiegenlied,
der Löschung mich zu erwehren,
wofür, ich fühlte mich geliebt.
Ich zähle keine Stunden mehr,
das Sehnen hat mich gewählt,
bin trunken in mich versunken,
weil Sehnsucht Liebe lehrt.
Nafia