Ihr Blattgefieder


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Sie fühlte,
du meine Güte,
bei ihm sich zu entblättern,
keine Schamesröte wird
in ihr Gesicht klettern.

Weich fielen sie hin,
die beschriebenen
Buchseiten,
schwebten sanft
nach allen Weiten.

Selbst die welkenden
Blütenblätter,
in seinem Lichte,
empfand sie
sie wieder netter.

Sie spürte,
du meine Güte,
ein Kribbeln im Bauch,
als er sie zusammenkehrte,
meinte, das sei Liebesbrauch.

Aufgehäuft die losen Blätter,
ihre Blöße bloß ein Haufen,
den er für sie erschuf,
was bleibt von meinem Wesen,
kompostierbar, sein Zuruf.

Seither keiner fegt mehr
ihre Blätter, ihre Seiten,
niemals wieder,
offen trägt sie Nacktheit,
stolz ihr Blattgefieder.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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