
Bild von Andreas Göllner auf Pixabay
Die Aussicht war nicht besonders toll,
eine kleine Hügelkette bewachsen
mit alten Buchen und Eichen.
Täglich stand ich am Fenster,
um mich zu vergewissern,
nichts hat sich verändert.
Manchmal nistete sich Nebel
zwischen die Bäume, als würde
er ihnen seinen Atem schenken,
oder der Schnee versuchte,
die kahlen Äste mit einer weißen Decke
zu schützen oder sie mit
weichen Flocken festlich zu schmücken,
konnte mich nie entscheiden,
was mir als Ast lieber wäre.
Ich kannte ein paar Waldwege
dort drüben über dem See,
manche so schmal, daß jeder Schritt
ein Wagnis war, ihn zu begehen.
Mit meinem Blick wich ich
einer Baumwurzel aus, duckte mich
unter tiefhängenden Ästen, stapfte
durch das Wasserloch, das selten
zum feuchten Morast wurde,
eigentlich schade, denn im Matsch
erkannte ich etliche Fußspuren,
selten deshalb meine Schuhabdrücke.
Keine Brücke verband die beiden Ufer,
die Strecke war mühsam, bis ich das Fenster
mit meinem Blick nach hier hin sah.
Doris Mock-Kamm