49-Euro-Ticket schlichtweg zu teuer


https://pixabay.com/de/photos/eisenbahn-schienen-zug-transport-328186/

Bild von Chuck Reisinger auf Pixabay

Die Ampel überläßt der FDP das Feld

Während die einen meinen, man solle doch mal die Kirche im Dorf lassen, immerhin sei die Bundesregierung so großzügig, um das beschlossene 49-Euro-Ticket allen zu gönnen, beklagen sich berechtigterweise andere, es sei einfach für eine nicht unwesentliche Bevölkerungsschicht letzlich zu teuer. Anstatt aus der Erfahrung des kurzweiligen 9-Euro-Tickets die folgerichtigen Schlüsse zu ziehen, entscheidet allen voran Bundesverkehrsminister Volker Wissling sich für die teuere Variante. Eine frapante Fehleinschätzung.

Der große Haken beim 49-Euro-Ticket lesen wir bei T-Online. Zum Jahreswechsel soll es in Kraft treten, als Plastikkartenticket oder auch digital zu kaufen sein. Sowohl die Länder als auch der Bund sollen mit rund 1,5 Milliarden Euro es finanzieren, obendrein seien noch mehr Gelder vonnöten für einen reibungslosen ÖVPN.

Die Liberalen plädieren nach einem Jahr bereits für eine Erhöhung

Ginge es nach der FDP, würde schon im zweiten Jahr eine Preissteigerung anstehen, die ausbleibe, wenn immer mehr Menschen das Ticket kaufen würden, so deren Argumentation. Klingt zunächst plausibel. Nur fragt sich halt, woher sie kommen mögen, die Massen, die sich dem Gedanken anschließen?!

Dazu gesellt sich die berechtigte Kritik seitens Parteichefin Janine Wissler, die völlig zu Recht darauf hinweist, daß schlichtweg für viele Menschen schon das 49-Euro-Ticket nicht bezahlbar sei. Nicht nur für Hartz-IV-Empfänger, im nächsten Jahr für Bürgergeld-Empfänger, sondern auch für Geringverdiener, Studenten und Rentner. In den Hirnwindungen der Liberalen offensichtlich nicht vorhanden!

Besser als gar nichts

Könnte man argumentieren. Klar doch, die Zeit der Schere zwischen Arm und Reich sollte endlich ein Ende nehmen. Aber wohl eher ein jähes, statt ein schleichendes mit etlichen Hintertürchen für all jene, die gar ein Geschäft mit der Armut im Sinn haben.

Wann wird das endlich beherzigt? Offensichtlich noch lange nicht. Erinnert sei in diesem Kontext an Krisenfall- und Notsituationsempfehlungen, die weiterhin nicht für ärmere Schichten gelten. Was für ein Armutszeugnis! Dann sollten wir uns auch nicht wundern, daß die verantwortliche Politik weiterhin zögerlich mit solchen Vorschlägen um die Ecke kommt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

Dieser Beitrag wurde unter Soziales abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..