Meine eigene Landebahn


Sie ist lang,
meine Landebahn,
stets ein wenig
mit Grün geschönt,
wie im wirklichen Leben,
Gras wächst drüber,
das graue Gefühl,
alles Unbestimmte,
Unbenannte versinkt
mit jedem Schritt,
jedem Lidschlag
in die vergangene Zeit.

Heute ist ein trüber Tag,
die Kurven sind spät
zu sehen, oder ist es
ein Abzweig?
Ich habe mich fürs
Abzweigen entschieden.
Ecken und Kanten
wirken präziser, klarer,
ausgeprägter, endgültiger,
labyrinthbefreiter,
schmerzbewußter.

Selten nehme ich Kurven,
das sanfte Biegen,
um euch gewogen zu sein,
zu oft ruft es Schwindel
hervor, bis zum Erbrechen.
Jedes Wort erstickt,
das als Same in den Rissen
gedeiht, um als Erinnerung
meinen Weg zu kennzeichnen.
Besonders an trüben Tagen,
wie angenehm, auf der mit Gras
gepolsterten Landebahn,
die Wirklichkeit zu spüren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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