Kein Traum


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Ich erzähle euch nichts
von meinem Traum
von den Leichen tief
im Morast eingedrückt
im Vorbeigehen geblendet
durch goldene Ringe
an den hoch gestreckten Fingern
eine Halskette mit Smaragd
in einem Kreuz eingelassen
irritiert für einen kurzen Moment
den Laufschritt
-du da, träum nicht,
mach, daß du weiterkommst-

Geröll soweit das Auge reicht
einst Häuser vielleicht Mauern
dahinter ein Garten mit Blumen
quietschende Schaukel
bei jedem vor und zurück
trockener Staub klebt
an unseren Gesichtern
wenig Tränen sind übrig
um den Schmutz abzuwaschen
ein Baby schmatzt nach Wasser
an den Wangen einer jungen Mutter
-du da, träum nicht,
mach, daß du weiterkommst-

Kälte lähmt meine Gefühle
Musik verbleibt als Erinnerung
in meinen Ohren ständiges Surren
kein Magenknurren mehr
längst hat er aufgegeben
nach Nahrung zu betteln
zwischen uns bleibt
Bewegung das einzig Warme
das Lebendiges in uns läßt
kein Traum Verwesungsgeruch
die Kleidung durchtränkt
-du da, träum nicht,
mach, daß du weiterkommst-

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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