
Image by Jim Cooper from Pixabay
Eine neue Weltordnung absurder denn je
In der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts tobten die beiden Weltkriege, warfen die USA zwei Atombomben auf Japan, die Welt hielt den Atem an, fast wäre ein Atomkrieg entbrannt zur Kuba-Krise, der noch verhindert werden konnte. Etliche Kriege folgten weiterhin trotz UNO, Nato und Friedensdemonstrationen, die Menschheit verzettelte sich in ein Wettrüsten, während mit Michail Gorbatschow zumindest die Mauer fiel, der Eiserne Vorhang.
Doch anstatt diese Chance zu nutzen, zogen die beiden Supermächte es vor, weiterzumachen. Wladimir Putin wurde komplett unterschätzt, nachdem er erfolgreich den Westen spaltete, am 24. Februar 2022 die demokratische Ukraine angriff, Russlands Führung jedweden Respekt zur Weltpolitik verliert.
Der erbitterte Kampf um die Vormachtstellung
Keinesfalls verwunderlich, daß China sein wahres Gesicht offenbart. Folgt man den Spuren der Geldflüsse, war dies ohnehin schon lange absehbar. Wirtschaftliche Abhängigkeiten und Verflechtungen offenbaren uns tagtäglich, wie die politische Weltbühne eigentlich tickt. Mit Blick zu Großkonzernen und mafiösen Strukturen, die überall brutal mitmischen, verharrt die Politik nahezu in Tatenlosigkeit, wirken rechtsstaatliche Maßnahmen wie ein Tropfen auf den heißen Stein, sie verdampfen jäh fortlaufend.
Wer gewinnt am Ende das Rennen um die Weltmacht? Die USA haben genug mit sich selbst zu tun neben wachsam beäugten Konflikten wie den Ukraine-Krieg, den Pazifik in Südostasien, die Ressourcen in der Arktis, etlichen anderen weltweiten Kriegskonflikten. China wartet lächelnd ab und plant längst eigene Maßnahmen, während andere Staaten gleichwohl mitkosten wollen an der Vormachtstellung zur Weltherrschaft.
Indien, Iran und Russland bleiben nicht tatenlos
Bündnisse wie die Nato, die G7-Staaten, die UNO oder BRICS zeigen deutlich erkennbar, wohin die Weltpolitik es verschlägt. Sie taxiert Möglichkeiten, Kriege zu vermeiden und neue ins Leben zu rufen, je nach Bedarf. Ein dramatisches Kalkül, wobei stets Zivilgesellschaften zu leiden haben, Flüchtlingsströme eher zunehmen, das Ganze flankiert von einer menschenverursachten Klimakrise, die keinesfalls zielsicher gelöst wird. Zu viele potentielle Gegner dieser Erkenntnis glänzen per Ignoranz, nur die eigenen Vorteile im Visier.
Während das westliche Bündnis bröckelt, fühlen sich die BRICS-Staaten berufen, eigene Wege zu ersinnen, die Weltherrschaft zu übernehmen. Ob das ihnen gelingt, bleibt mal dahingestellt. Allein solche politischen Scharmützel bedeuten noch mehr Leid, neue Kriegsgefahren, einen dritten Weletkrieg mal ausgeklammert, der jederzeit entflammen kann.
Der Abschied von einfachen Feindbildern hat sich längst vollzogen, die rasant technische Entwicklung zusammen mit Machtphantasien besonders von gewissen Despoten ermöglichen unberechenbare Spannungen, die nicht nur in Kriegen ausarten, sondern ganze Völker erpressbar machen, Katastrophen hervorrufen, die ein Vielfaches an Leid bedeuten. Überschaubare Entwicklungen waren gestern. Die Zukunft verheißt nichts Gutes, es sei denn, Mensch besinnt sich noch rechtzeitig, bevor der Zug abgefahren.
Lotar Martin Kamm