Julian Assange endlich frei


Bild von Caitlin Johnstone auf Pixabay

Doch die Pressefreiheit steht auf dem Spiel

Dürfen wir tatsächlich auftatmen, ein jahrelanges Martyrium neigt sich schließlich zu einem guten Ende, weil Julian Assange freikommt? Letztendlich dürfen wir, nur der Preis selbst ist äußerst fragwürdig, weil der Wikileaks-Gründer viel zu lang hat leiden müssen. Das scheinen die USA nicht nur hauptsächlich zu verantworten, sie nötigen diesen auch zu diesem fragwürdigen Deal.

Nach zwölfjährigen Haftbedingungen, sieben in in der ecuadorianischen Botschaft in London sowie fünf Jahre im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, hat zum großen Teil auch dessen tragischer Gesundheitszustand mit dazu beigetragen, daß er jetzt endlich zu seiner Familie in Australien zurückkehren darf.

Krieg gegen Journalismus dürfen wir dabei nicht außer acht lassen

Die Essenz dieses dramatischen Falls beinhaltet äußerst haarscharf den Angriff staatlicher Macht gegen die Pressefreiheit, was im Besonderen ausgerechnet die USA als Sinnbild demokratischer Freiheit nicht nur in Frage stellen, sondern darüber hinaus einen Präsidenzfall schaffen wollte während der jahrelangen Drohkulisse wider Julian Assange.

Insofern muß das Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange alles andere als fair bezeichnet werden, letztendlich sind gar die USA die eigentlichen Sieger in jenem fragwürdigen Rechtsstreit mit dem nunmehr ausgehandelten Deal. Der Wikileaks-Gründer bekennt sich schuldig, kommt frei, alle zukünftgen Whistleblower müssen damit rechnen, mit derselben Konsequenz geahndet, verfolgt und bestraft zu werden! In einem Krieg gibt es sowieso stets Verlierer, hierbei trifft es halt explizit den Journalismus, die Bedenken von Reporter ohne Grenzen waren insofern völlig berechtigt.

Exemplarisch für politische Gefangene

Nämlich der Preis, den auch Julian Assange zahlen mußte, sein Leben selbst in Gefahr war, auch wenn es sogar Kommentatoren gibt, die behaupten, dieses Schicksal gar vom eigenen Starrsinn und der Weigerung zu tun habe, sich einem rechtsstaatlichen Verfahren zu stellen, unfaßbar! Das wundert aber mitnichten bei jener Zeitung.

Beurteilen wir lieber umfassender die Fakten, Julian Assange hat jetzt zumindest die Gelegenheit, sich von seinem zweifelsfreien Martyrium zu erholen. Möge er mit seiner Familie im trauten Kreise neue Kräfte schöpfen, möglichst beratend Nachfolgern zur Seite stehen können, damit diese nicht in eine solche Falle tappen. Ausschließen läßt sich das nie gänzlich, solange gewisse Mächte ihre Finger im Spiel haben, erst recht nicht, falls der Blonde Dolle im Weißen Haus zurückkehren sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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