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Trotz anfänglicher Vorsicht Politik auf dem Holzweg?
Mit Blick zum Gesundheitssystem gibt es letztlich in der Regel genügend Kritikpunkte, die im Raum stehen, besonders Betroffene erheblich belastet ihren Alltag meistern müssen. Je nach sozialer Stellung spielt auch hierbei genau das eine nicht geringe Rolle. Im Vergleich zu den USA oder gar anderen Staaten mögen wir hierzulande noch uns glücklich schätzen. Dennoch kein Grund, Mißstände zu ignorieren oder zu verharmlosen.
Während der weltweiten Corona-Ausbrüche wurde relativ schnell deutlich, mit welchem Virus die Menschheit es zu tun hatte. Eine Meisterleistung war die Impfung, die millionenfach Menschenleben rettete. Trotzdem leiden weiterhin etliche unter Long Covid, den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion, wenn die Symptome nicht enden wollen.
„Konsequent 60 Prozent“ – Marthas Buch verdeutlicht die Probleme
Im Artikel des Deutschlandfunk Nova versuchte Moderator Nik Potthoff den Zuhörern offensichtlich das Schicksal von Martha Dudzinski näherzubringen, die seit zwei Jahren nach ihrer Corona-Erkrankung mit erheblichen gesundheitlichen Einschänkungen zu kämpfen hat. Eine von vielen, die Dunkelziffer dürfte ziemlich hoch sein, der führende amerikanische Virologe Anthony Fauci geht gar von 25 bis 35 Prozent der COVID-19-Patienten aus.
Was veranlaßt die verantwortliche Politik, dem zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken bis hin zu laxer Verharmlosung oder Beschimpfung seitens mancher deutschen Politiker, denken wir z.B. an Wolfgang Kubicki, der oftmals vorneweg kein Blatt vorm Mund nahm, um der Ampel-Regierung Versäumnisse zu bescheinigen, was im Übrigen ebenso vor zwei Jahren geschah?
Statt endlich mal jene belastende neue Krankheit genauer auf den Prüfstand zu setzen, glänzt auch die deutsche Politik per Abwesenheit oder zumindest mittels Verharmlosung? Wieder einmal spielen fehlende Geldmittel eine große Rolle?
An der Oberfläche kratzen, keine Option!
Schön und gut, daß die Autorin ihren Fall thematisiert. Die Schattenseite bedeutet allerdings, daß sich nicht viel bis gar nichts ändern wird. Weiterhin leiden etliche unter den Folgen von Long Covid, greift Ignoranz um sich, besonders im Arbeitsleben, wo ohnehin Jobs eher rar sind, Konkurrenz es Geschädigten schier unmöglich macht, sich behaupten zu können!
Mit beherzten Gruppierungen in den Social Media wird es nicht getan sein, auch wenn jene Reaktion unbedingt verständlich ist und zunächst helfen mag, sich Gehör zu verschaffen. Selbst der sogenannte Long COVID Awareness Day, der im letzten Jahr am 15. März international ausgerufen wurde, um für mehr Aufmerksamkeit für Long-Covid-Betroffene und Anerkennung der Krankheit zu werben, wird nicht ausreichen. Die Politik hat zu handeln, und zwar deutlich und weitreichend.
Lotar Martin Kamm