Vorsicht beim Betreten der Schleimspur


Hofierung von Trump läßt tief blicken

Politik bleibt ein schmutziges Geschäft, zumal die wirtschaftlich globalen Verflechtungen nahezu alle Länder in die Pflicht nehmen, die weder unabhängig entscheiden können noch autark. Bündnisse und Abkommen sind per se verpflichtend, diplomatische Gepflogenheiten auf der Tagesordnung. Das gilt erst recht für den zukünfigen 47. US-Präsident, der kürzlich die Wahl für sich entscheiden konnte. Kamala For President war Wunschvorstellung, es weht ab 20. Januar 2025 ein anderer Wind im Weißen Haus.

Schon betreten die Speichellecker das politische Parkett, allen voran Unionspolitiker wie Jens Spahn, Friedrich Merz oder ein Markus Söder. Wen wundert’s? Aber auch der Bundeskanzler muß sich einreihen beim Überbringen der Gratulation zum Wahlsieg, es schickt sich an. Während Macron folgt, frohlockt erst recht dieser Orbán, der Quertreiber in der EU, der stets Putin, dem Kriegstreiber, die Stange hält. Wie soll dabei ausgerechnet jener Trump den Überblick behalten? Er hat schlichtweg keinen, benötigt ihn wohl mitnichten, wer dessen MAGA-Weg beobachtet.

Das Frohlocken rechtsradikaler Kräfte keinesfalls verwunderlich

Daß die AfD Trump hofiert, dürfte bekannt sein. Der Nazi Höcke bezeichnet ihn postwendend als „bedeutendsten Präsidenten der modernen Geschichte“, dabei betont dieser „freiheitsliebende Patrioten in Amerika als auch in Europa“. Sicher doch, Nationalismus gepaart mit Rassismus beschert jeden Neonazi feuchte Träume.

Weltweites Aufatmen all jener Despoten und derjenigen, die morgen schon als Alleinherrscher ihre Völker knebeln wollen, werten Trumps Wahlsieg als das, was er darstellt: Frauenrechte abschaffen, Klimawandel verteufeln, Eliten sowieso etablieren, soziale Belange ignorieren. Die Unberechenbarkeit Trumps scheint Faschisten viel eher zu beflügeln.

Die Weltpolitik am Scheideweg

Das ist die eigentliche Botschaft dieser US-Wahl! Mit Kamala Harris gab es noch Hoffnung auf konstruktive Politik, vor allem die Sicherheit des atlantischen Bündnisses. Mit Donald Trump befindet sich Weltpolitik auf gefährlichem Fahrwasser. Natürlich verlassen sich etliche Stimmen auf Verträge, Abkommen und wirtschaftliche Abhängigkeiten, die auch eine USA unter Trump nicht gänzlich mißachten können.

Dennoch hat schon die erste Amtszeit dieses US-Präsidenten nur allzu deutlich aufgezeigt, wie unstet er handelt. Die zweite birgt etliche neue Risiken, zumal weder der Iran, Nordkorea, Russland noch China bereit sind, auf die USA friedlich einzuwirken. Ein sich selbst überschätzender Trump kann und wird dabei wenig bis gar nichts ausrichten. Europa wäre sehr gut beraten, gezielt und vereint sich auf wirre Zeiten vorzubereiten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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