Krieg in Europa setzt neue Maßstäbe


Wer oder was reitet Putin eigentlich?

Mal Hand aufs Herz, hätte jemand sich beim Fall der Mauer jemals vorstellen können, daß mit dem Ende des Eisernen Vorhangs, dem Zusammenbruch der Sowjetunion wenige Jahrzehnte später ausgerechnet Russland Europa und dem US-Westen den Krieg erklärt, in dem ein Nachbarland imperialistisch überfallen wird? Mit Sicherheit niemand. Doch was bewirkt eigentlich jene Spezialoperation, wie sie Putin weiterhin bezeichnet, außer daß tagtäglich Menschen in der Ukraine kriegerisch angegriffen werden? Genau, sie gefährdet den europäischen Frieden, kann sich durchaus per Eskalation zum dritten Weltkrieg entwickeln.

Von langer Hand geplant, letztlich durchgesetzt haben sich die Wünsche jenes ehemaligen KGB-Agenten, der sein Mafiahandwerk in Petersburg akribisch, gewissenlos erlernte, sich bis heute brüstet, unbesiegbar zu sein, ob per Einzelkämpfer auf der Judomatte, gegen Terror im eigenen Lande, stets bemüht mit seiner perfiden Propaganda, Gesellschaften zu spalten. Im Grunde genommen ziemlich erfolgreich, wenn wir uns die Folgen vergegenwärtigen.

Ob denn Grübeleien in Putins Hirnwindungen Früchte tragen, wird sich im Laufe der Jahre wohl noch zeigen. Mit Blick auf den bestehenden Krieg in der Ukraine scheint Putin noch guter Hoffnung zu sein, egal ob denn China oder andere Mächte ihm mit dem Zeigefinger begegnen, schließlich sollten wir nicht verkennen, was Waffen-, Öl- und Weizengeschäfte real bewirken. Sie bedeuten eine gegenseitige Abhängigkeit, insofern bleibt es beim brutalen Geschacher. Putin bestimmt letztlich den Kurs.

Doch was ist dran an dessen Gedankengängen und Äußerungen, seine Kinder mögen nach 2036 die russische Macht übernehmen? Oder die Möglichkeit, andere Länder zu überfallen, gar es mit der Nato aufzunehmen, weil Europa zu spät über eine eigene Sicherheit verfügt? Politik richtet sich stets nach möglichen Eventualitäten, muß es auch. Im Februar 2025 übernimmt schätzungsweise ein Herr Merz das Zepter in Deutschland, Schluß mit einem vorsichtigen Agieren gegenüber Putin. Der Taurus soll es dann eher richten?

Welch simpler Versuch seitens des Appells der 38, wo allen voran Sahra Wagenknecht und Alice Schwartzer unter dem Titel „Eine Minute vor 12 – Einen großen europäischen Krieg verhindern!“ per offenem Brief warnen, diesen Krieg endlich zu beenden, verweisen auf Friedensinitiativen von Brasilien und China als mögliche Lösungswege. Aha, ausgerechnet China soll das stemmen, welches Russland militärisch mit Waffen unterstützt? Mitnichten!

Drehen wir uns etwa allesamt im Kreis, tanzen in Wirklichkeit nach der Pfeife eines Herrn Putin? Wo waren denn die Nato, das westliche Bündnis, als russische Soldaten im Februar 2022 einfach die Ukraine überfielen? Klar doch, die Ukraine ist kein Mitglied der Nato, aber faktisch ein souveränes Land in Europa, wo der Aggressor Russland das Völkerrecht mißachtet, obwohl Russland Mitglied der UN?! Ein politisches Unding, ein Fauxpas sondergleichen. Die Reaktionen per Sanktionen lassen zu wünschen übrig. Sie haben allesamt versagt, eben nicht dazu beigetragen, diesem Putin Einhalt zu gebieten. Diplomatie hat nichts genützt, selbst Waffenlieferungen kamen zu zögerlich in der Ukraine an, weiterhin kann sich der russische Aggressor in der Ukraine austoben, macht sogar wieder Geländegewinne.

Müssen wir allesamt die europäische Friedensordnung in Frage stellen? Zumal obendrein gar Frankreichs Regierung per Mißtrauensvotum gestürzt wurde, während hierzulande die Vertrauenfrage ansteht, Scholz abgewählt wird? Das läßt diesen Putin obsiegen bei gleichzeitigem Wechsel in den USA.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..