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Ich las die Schrift,
die letzten Zeichen,
die der Regen spielerisch
endend auf dem Blatt
hinterlassen hat.
Tropfen an Tropfen
verteilten sich Worte,
die kurz vorher
noch Bedeutung hatten
auf grauem Asphalt.
Keine Vorhänge werden
zurückgeschoben,
die neugierigen Menschen
wollen nichts gesehen haben,
ich zerknülle das Papier.
Ein matschiges Kügelchen
voll unwiederbringbarer Sprache,
die das Wasser und die Tinte
dem Grau der Umgebung
angepaßt haben.
Ich sollte es bewahren,
ein Erinnern an die graue Vorzeit,
die an den Menschen klebt
wie feste Pappmaché,
verhärtet sind Herz und Verstand.
Doris Mock-Kamm