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Von Einsicht keine Spur
Je größer die Straßen in Städten, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines rasanteren Fahrstils. So die gängige Beobachtung etlicher Verkehrsteilnehmer. Dabei werden Fahrradfahrer und ebenso Fußgänger kaum bis gar nicht beachtet. Werfen wir hierbei mal nur ganz kurz einen Blick gen Frankreich. Dort können Fußgänger damit rechnen, nicht gleich angefahren zu werden beim Überqueren einer Straße. Zumindest so selbst erlebt in den 1970iger Jahren.
Manche Artikel verkennen die reale Lage, verzetteln sich in angeblichen Zuständen, obwohl die Realität etwas völlig Gegenteiliges offenbart. Wer hält sich schon ans Tempo 30? In der Regel werden schnell mal die 50 km/h erreicht. Es stehen ja nicht allüberall Starenkästen, die genau das unter Kontrolle halten sollen. In manchen Gemeinden bleiben die einfach weg, wird sich schon daran gehalten. Von wegen, Fehlanzeige!
Natürlich nimmt die Lautstärke bei höherer Geschwindigkeit zu. In diesem Fall mitnichten bei Elektroautos. Aber die neue Bundesregierung nimmt bereits den Klimawandel wesentlich weniger ernst als noch die Ampel. Insofern dauert es noch mit den ruhigeren Zeiten. Dann doch lieber mal den Fuß aufs Gas, merkt schon keiner. Denkste. Wer mal öfters per Fuß unterwegs, dem wird schnell klar, wie rücksichtslos der gedankenlos, gehetzte Autofahrer die Straße in seinem Sinne nutzt. 30er Zonen werden schlichtweg mißachtet. Die meisten fahren einfach schneller.
Solange der Gesetzgeber sowie die Ordnungskräfte jenes rücksichtslose Fahrverhalten kaum bis gar nicht ahnden, bleibt es bei diesem Laissez-faire. Zum Nachsehen der gefährdeten Verkehrsteilnehmer. Im Februar bemühte sich bereits jemand in diesem Beitrag. Das Fazit wirkt eher ernüchternd. Von Erfolg oder gar einer möglichen Hilfe zur Einsicht kann kaum die Rede sein. Im Gegenteil. Letztlich ändert sich unterm Strich nichts. Autofahrer haben real in der alltäglichen Fahrpraxis wesentlich mehr Narrenfreiheit, als uns lieb sein kann, zum Nachteil Betroffener!
Vor knapp vier Jahren erschien dieser Artikel: Tempo 30 in acht deutschen Städten als Pilotprojekt geplant. Seitdem hat sich real nicht viel bis gar nichts geändert. Die Unseinsicht setzte sich weiterhin durch, abgesehen davon, daß in großen Städten statt der erlaubten 50 km/h oftmals nonchalant schnell mal 60 bis 70 km/h zwischenzeitlich gefahren wird. Von Verkehrsberuhigung keine Spur. Die Umweltbelastung verbleibt sowieso.
Lotar Martin Kamm