Alles Fließende zerbrach


Image by John from Pixabay

Er stand mal wieder, kurz,
auf seiner Bahn über den See,
hatte seinen silbrigen Schimmer
auf die leichten Wellen gelegt,
die sich sanft murmelnd
an alles schmiegten,
das sie erreichen konnten.

Ein Singsang aus tausenden
Berührungen im Rhythmus
des ersten lauen Lüftchens,
daß der Frühling bereit war
als Vorbote für sein baldiges
Erscheinen, befristet,
für eine Weile, kund zu tun.

Während ich versuchte, flüchtig,
meine Gedanken zu verstehen,
umschloß eisige Kälte meine Füße,
der Mond rutschte zum Berghügel
gegenüber im Schlepptau,
weiß orangenes Leuchten, das
die aufgehende Sonne bemalte.

Die Kirchturmuhr schickte
genormte Zeit über den See,
melodielos, zerstückelte sie
Licht, Wellen, Gedanken, Zeit,
alles Fließende zerbrach
mit der Ermahnung an Gesetze,
nur meine Füße blieben kalt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..