
https://www.flickr.com/photos/steve_l/5877349109/sizes/z/ (CC BY-NC 2.0)
Wenn Politik versagt, haben Künstler es in der Hand
Endlich mal eine scharfe Kritik gen Trump, ausgerechnet und äußerst sinnvoll in der Schweiz. Künstler schlägt Trump-Figur ans Kreuz, wie T-Online jüngst berichtet. Obendrein hatte jener 47. US-Präsident kürzlich die Eidgenossen mit hohen Zöllen versehen, im Gegensatz zur EU müssen sie statt 15 Prozent mit einem Zollsatz von 39 Prozent zurechtkommen. Mit diesem Zollsatz stünde die exportstarke Schweiz unter allen Wirtschaftsnationen am schlechtesten da, wie die Frankfurter Allgemeine berichtet.
Schon wieder erhält jener US-Präsident seine erwünschte Aufmerksamkeit, könnte man kommentieren. Was schließlich gar stimmt. Aber negative Aufmerksamkeit kann ohne Weiteres auch dazu führen, in den Fokus gezielter Kritik zu rücken, die obendrein mit entsprechendem Fingerspitzengefühl und gezielter Hingabe diesem empfindlich eine auszuwischen vermag. Genau das hat Mason Storm hiermit erreicht.
Kein Pornostar, aber mit Sicherheit ein ziemlich authentischer Künstler
Natürlich sollte niemand Mason Storm mit der gleichnamigen Porno-Darstellerin verwechseln, die u.a. beim Pornofilm Big Wet Asses in der 5. Szene fleißig mitmischte. Das wäre allzu billig, zumal der vielseitige Künstler Mason Storm mit schwarzer Maske sich nur zeigt, seitdem er im Jahr 2010 ankündigte, das Gesicht des Künstlers Banksy auf einem Ölgemälde zu enthüllen. Obwohl jene Kampagne ein Marketingtrick war, schien sie offensichtlich zu funktionieren. Natürlich mag er den Streetart-Künstler Banksy, der weiterhin großen Wert auf die eigene Anonymität legt.
Kein Wunder, daß der ca. 7 Jahre jüngere Mason Storm diesem es gleichtun will. Ganz offensichtlich bereits mit Erfolg, der ihm unbedingt gegönnt sei, erst recht, wenn dieser dermaßen gezielt Donald Trump bloßstellt.
Kunst ist alles, was man sich erlauben kann!
So die Antwort Mason Storms in einem Interview mit Sami Wakim, dem Gründer und Herausgeber von Street Art United States, einer Online-Community zur Unterstützung von Straßenkünstlern. Recht hat Mason. Kunst darf man zu keinem Zeitpunkt einen Maulkorb, ein Verbot verpassen, sie hat alle Rechte, der Welt den Spiegel vorzuhalten, wenn schon Realpolitiker versagen, zumal besonders Autokraten Demokratien gezielt bekämpfen.
Mögen die Schweizer sich erst recht sträuben, zumal die Galeristin Melanie Breznik mutig sich der Basler Zeitung gegenüber äußerte, Mason Storms Werk sei „radikal vieldeutig“. Gut so.
Lotar Martin Kamm