
https://www.flickr.com/photos/rasande/48889697422/sizes/z/ (CC BY-NC 2.0)
Demokratische Freiheiten verteidigen
In meiner Schulzeit gab es sie noch, die ewig Unbelehrbaren, die Adi weiterhin glorifizierten, bishin zu meinem damaligen Realschuldirektor, der dies auch im Geschichtsunterricht zuließ. Neulich meinte ein Nachbar, wir bräuchten heutzutage wieder einen kleinen Adi. Unfaßbar, was Menschen sich trauen, die ganz offensichtlich keinerlei Verständnis haben, was Faschismus und vor allem die Nazizeit angerichtet hat, genau dies erneut sich erwünschen. Die aktuellen AfD-Wahlstimmen hierzulande verdeutlichen dies genauso wie die USA, wo Trumps Faschismus die Weltpolitik beflügelt!
Bereits in Trumps erster Amtszeit wunderte ich mich, wie unerschrocken manche Journalisten über diesen psychopathischen US-Präsidenten schrieben oder sprachen, so auch Elmar Theveßen, dessen klare Stellungnahmen unbedingt überzeugten. Damals beschlich mich dennoch ein mulmiges Gefühl, irgendwann könne die US-Administration es ihm Übel nehmen. Gestern reagierte das ZDF, verteidigt Büroleiter Theveßen gegen US-Kritik. Vollkommen folgerichtig.
Ausgerechnet Richard Grenell, der inzwischen von Trump zum Sondergesandten für Sondermissionen ernannt wurde, forderte, Theveßens Visum zu entziehen. Schon vor gut sieben Jahren bemerkte ich nicht zufällig Martin Schulzes Formulierung, der Grenell als „rechtsextremen Kolonialoffizier“ bezeichnete. Insofern sollten dessen Tage gezählt sein. Das wiederum scheint Trump mitnichten zuzulassen. Ganz im Gegenteil, er braucht solche „losgelassenen Kettenhunde“.
Selbstverständlich ziehen derartige Entscheidungen weitere Eskalationen nach sich. Explizit die Pressefreiheit steht auf dem Spiel, was jüngst erneut Dunja Hayali zu spüren bekommt. Live und bösartig direkt. Für ihre Anmoderation der Beiträge über die Ermordung Charlie Kirks bekam die Journalistin zahlreiche Haßnachrichten, daher zieht sie sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurück. Besonders konservative als auch rechte Medien rissen einfach ihre Aussagen aus dem Kontext. Eigentlich entlarvend und nicht verwunderlich. Das Ganze hat System, allen voran das Hetzblatt mit den vier Großbuchstaben offenbart jene Praxis bereits seit Jahrzehnten. Völlig zurecht stellte Dunja Hayali ihre Frage in den Raum, wo das alles hinführen soll.
Weiter gedacht direkt zum Faschismus, der auch ausgerechnet hierzulande konkrete Formen erhält. Nicht nur daß schon länger Nazis im Deutschen Bundestag sitzen, anstatt real zur genannten Brandmauer zu stehen, wird längst hinter verschlossenen Türen mit der AfD gemauschelt. Folglich ist es nur noch eine Frage der Zeit bis das rechtsradikal-konservative Regierungsbündnis zustandekommt. Spätestens 2029, wenn nicht schon früher, falls die Sozialdemokraten den „Arsch in der Hose haben“ und dieser Merzregierung den Rücken kehren.
Antifa ist keine Terrorvereinigung, sondern eine Haltung. Ohne Wenn und Aber. Punkt.
Lotar Martin Kamm