Luft schnappen


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Gefräßig stopfte sie alles in sich herein
was nur ansatzweise ihr zugute kam.

Nicht damit sie vom Stadium einer Raupe
in einen Schmetterling verwandelt wird.

An so was Profanes dachte sie nicht.
Vielmehr, und das war außergewöhnlich,

selbst für sie außergewöhnlich, sie schnappte,
schnappte nach Luft, so viel Ungeheuerliches,

eine ungeheuerliche Sprachpestilenz grassierte,
vergiftete Wörter, in jedem Satz Schimmelsporen.

Pöbeleien, Drohungen waren Meinungsfreiheit,
das wird man ja mal sagen dürfen und wenn nicht,

dann ist es Meinungsdiktatur, aber – du verstehst,
die gehört uns, streben wir an, damit du dein Maul hältst,

stramm stehst vor den unerschrockenen Kameraden,
die unaufhörlich von Moral, Ehre, Stolz, Treue labern.

Gefräßig stopfte sie alles in sich hinein, schnappte nach
den letzten toleranten Lauten, bevor ihr die Luft ausgeht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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