Wirres Zeug bei den Gescheiten


flickr.com/ USTAgov/ (CC BY 2.0)

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Oder fahren sie vor lauter Haarspalterei mit dem Brettl ins Tal?

Manchmal kann Sprache auch verwirrend sein. Warum nicht einfach wirr? Manchmal kann Sprache wirr sein. Oder besser ausgedrückt: Manchmal kann Sprache verwirrend und wirr sein.

Der Winter 2015/2016 bot nur Wenigen die Möglichkeit, auf den Skiern ins Tal zu rasen oder etwas langsamer in ausschweifenden Kurven. Selbst das gemächliche Befahren der Langlaufstrecken war in diesem Winter nicht der Rede wert. Also blieben die Ski, von norwegisch ski, beziehungsweise altnordisch skið für Scheit, in der Garage, im Keller oder auf dem Dachboden. Andererseits wurden trotz des milden Winters Holzscheite massenhaft benötigt, um das Heim gemütlich warm zu halten.

Nun ein verwirrend Ding der Ski, das Holzscheit, aus dessen Wortursprüngen der Begriff gescheit sich gebildet hat. Und doch, so weit hergeholt ist der Zusammenhang nicht. Um ein Holzscheit zu bekommen, muß das Holz gespalten werden. Wer das Holzhacken kennt, weiß, daß es verschiedene Holzstärken gibt, und je nach Menge des Holzes eine scharfe Axt vonnöten ist, damit das Holz in mehrere Stücke gespalten werden kann. Gescheit, scharf an Verstand und Sinnen, ist die Erklärung, die wir jemanden zukommen lassen, der Sachlagen schnell erkennt oder Lösungswege sieht, für die andere wesentlich mehr Zeit benötigen.

Es ist für ein unkompliziertes Leben nicht notwendig, daß viele Menschen gescheit sind, aber wenn ein Großteil Menschen mit einem Brett vor dem Kopf durch die Straßen rennen, kann es zu gefährlichen Unfällen kommen. Und diese Unfallgefahr haben wir in den letzten Monaten öfters, die Menschen laufen mit ihrem Brett vor dem Kopf durch die Straßen, anstatt mit den Brettl einen Schneehang runter zu fahren. Sie sind wie die Schildbürger verwirrt, daß es in diesem Winter keinen Schnee gibt, um aber ihre Brettl dennoch der Öffentlichkeit zeigen zu können, man hat’s doch, haben sie sie eben vor ihre Augen gebunden.

Verwirrt? Wirr? Mag sein, dieser Exkurs hat so seine Tücken, und an dem Textinhalt können sich die Geister scheiden, so sei nicht vergessen, scheiden ist wortverwandt mit gescheit und bezieht sich auf abspalten. Wenn nun aber die mit dem Brett vor dem Kopf es schaffen, die Gescheiten, die diesen Winter ihre Ski nicht umgebunden haben, um eine erfrischende Fahrt ins Tal zu starten, von den wirklich benötigten Taten abzuhalten, weil sie ständig damit beschäftigt werden, Unfallstellen zu sichern, dann wird in Zukunft die Haarspalterei (Klügelei) die Oberhand gewinnen.

Und wenn wir Glück haben, dann ist nur die Kolumnistin verwirrt. Wirr.

Doris Mock-Kamm

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