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Frauenrechte unerwünscht im Sultanat Erdoğan
Im Zentrum von Santiago de Chile tut sich was am 25. November 2019, Frauen wehren sich vor Ort per Protest-Tanz „Las Tesis“, sind nicht mehr bereit, jene alltägliche Gewalt gegen sie selbst einfach so hinzunehmen. Dieser Zündfunken initiiert weltweit Leidensgenossinnen, völlig zu Recht, schafft ein großes Maß an Solidarität.
Insofern nachvollziehbar, wenn in Istanbul Aktivistinnen ebenso in Erscheinung treten und mit diesem Protest-Tanz sich Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen. Allerdings geht die Istanbuler Polizei hart gegen Demonstranten vor. Das mußte man in jener despotisch geführten Türkei letztendlich leider erwarten.
Fidan Ataselim wurde ebenso festgenommen
Die Vorsitzende der Organisation „Wir werden Frauenmorde stoppen!“, Fidan Ataselim, wurde bei dieser Gelegenheit mit anderen verhaftet. Obwohl die Menschen im Land weitreichend sich mit ihr solidarisieren, hält ganz besonders das Sultanat Erdoğan an dessen Männerdominanz fest. Wenn Frauenrechte weltweit am politisch-kulturellen Willen scheitern, sowohl erst recht in der Türkei.
Man darf explizit hoffen, daß die Vorsitzende Fidan Ataselim nur kurzfristig festgehalten wird, um möglichst schnell wieder in Freiheit entlassen zu werden. Die Weltgemeinschaft sei aufgefordert, sehr genau hinzuschauen, was in Istanbul, in der Türkei geschieht.
Per Wahlbetrug zur Alleinherrschaft – Zensur soweit das Auge reicht
Genau das geschah im Juni 2018, Erdoğans Sultanat nahm konkrete Formen an, die Welt und auch Deutschland waren Zaungäste, ließen ihn gewähren. Hatten schon Monate zuvor die Presse, die Medien sich seiner Alleinherrschaft zu beugen, paßt die weitere Entwicklung ins Muster jener despotischen Politik. Nur vier Monate später zensiert Erdoğans Einfluss Kunst in Deutschland.
Daß in einem solchen Staat Frauenrechte sowieso mit Füßen getreten werden, muß man leider zähneknirschend feststellen. Andererseits können solche Proteste dennoch Frauen bewegen, mutiger sich zu artikulieren. Global betrachtet, mögen solche Initialzündungen wie jener Protest-Tanz „Las Tesis“ exakt die richtige Antwort sein auf die weiterhin bestehende Ignoranz diesem wichtigen Anliegen gegenüber.
Lotar Martin Kamm
Kategorie: Proteste und Widerstände