
flickr.com/ Das blaue Sofa/ (CC BY 2.0)
Jürgen Todenhöfers offener Brief exemplarisch
Darf man von einem Ruck sprechen, der durch die Völker Europas geht, angesichts der vielen Flüchtlinge, ob nun aus wirtschaftlichen Gründen oder kriegerischen? So daß die Menschen tatsächlich die Ursachen endlich erkennen, die eigentlichen Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen? Man darf vieles, und selbstverständlich steht die Weltpolitik am Pranger empörter Zeitgenossen.
Allerdings herrscht ein erhebliches Chaos, desorientierte, oftmals kopflose Reaktionen folgen, da die Schnellebigkeit vieler Ereignisse den Menschen kaum mehr Zeit läßt, in Ruhe und Besonnenheit zu reagieren. Gleichzeitig handelt nahezu die gesamte Politik eher nach den Vorgaben gezielter Ausbeutung, die eben Leid, Elend und diese Kriege nach sich ziehen.
Kein geringerer als Jürgen Todenhöfer hat jüngst in seinem offenem Brief an die Präsidenten und Regierungschefs der Welt ihnen harsch vorgehalten: „Ihr seid totale Versager.“ Nun habe die westliche Kriegspolitik den Terrorismus erst recht signifikant vergrößert, jene zynische Rücksichtslosigkeit würde jetzt wie ein Bumerang auf uns zurückschlagen. Kürzer gesagt: Gewalt erzeugt stets Gegengewalt. Recht hat er.
Wie aus dem Dilemma gelangen? Dazu gibt es eben kein Patentrezept. Mit seinem Schlußsatz, „Wehrt Euch, jagt die Verantwortlichen zum Teufel“, ist es leider nicht getan. Wer soll dies real umsetzen, unabhängig davon, daß es den Teufel faktisch nicht gibt? Zwar schwingen etliche laute Töne in der Gesellschaft, macht sich Unzufriedenheit Luft, denken wir an das Erstarken rechter Kräfte, an eine Protestpartei wie die AfD hierzulande, doch wirkliche Lösungen erreicht man noch längst nicht.
Blicken wir somit tatsächlich unübersichtlichen Zeiten entgegen, in denen die Menschen neben dem zunehmenden Vertrauensverlust der Politik gegenüber orientierungslos sich an all jene wenden, die behaupten, sie würden es für das Gemeinwohl schon richten? Gewiße Demagogen und Heilsversprecher stehen in den Startlöchern, willig, die Macht zu übernehmen. Das mag in dem ein oder anderen Land vielleicht fruchten, international betrachtet, gibt es viel zu enge Verpflichtungen und Abhängigkeiten, so daß die Wege nationalstaatlicher Alleingänge nicht funktionieren werden.
In sofern verbleibt die Hoffnung, daß möglichst wenig Leid uns allen widerfährt, die Weltpolitik sich rechtzeitig besinnt, bevor noch mehr Kriege und Terror die Völker belasten. Die Bürger selbst könnten natürlich wesentlich mehr ausrichten, aber auch nur, wenn sie geschlossen handeln, sich einig sind im Erkennen ihrer eigentlichen Feinde, die in den Chefetagen etlicher Großkonzerne sitzen, um wiederum den Politikern zu diktieren, was entschieden wird.
Lotar Martin Kamm
Das sehe ich genauso, es sind nicht die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten, sondern das verlorene Vertrauen in die Politik und Wirtschaftsführungen, es hat doch heute keine Folgen mehr für Wirtschaftsbosse, wenn sie Milliarden von Euros gegen die Wand fahren. Siehe zum Beispiel die Deutsche Bank, VW usw., wo munter weiter im alten Stil gemacht wird, und es am Ende der Bürger in den Ländern zahlen muss. Das ist für mich kein Rechtsruck bei den jetzigen Wahlen, sondern reine Notwehr, gegen diese Freibeuter!
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