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Ich schöpfte so viel Blau,
wie nie jemals ein Mensch
tragen konnte, auch ich nicht,
das wußte ich als Kind.
Ich schöpfte das Blau
mit geschlossenen Händen,
schenkte es, verwandelt
in glitzernde Tropfen
den fließenden Wegen.
Oft zeigten die nassen Perlen
alle Farben des Regenbogens,
bevor sie in das Blau eintauchten,
in dem ich mich spiegeln konnte.
Selbst in den dunkelsten Tiefen
des Sees durfte ich mich erkennen,
wie ich das Blau des Himmels schöpfte,
um es, die Welt in sich tragend,
dem Blau des Wassers zu übergeben,
ohne davon zu ermüden.
Doris Mock-Kamm