Klimaschützer im Fadenkreuz offener Kritik


Ausgerechnet politische Versager polarisieren

Die Zeit rennt uns davon, das weiß ganz besonders die letzte Generation, deren Widerstände einerseits durchaus verständlich sind, andererseits manche ihrer Mittel oftmals grenzwertig Kopfschütteln verursachen. Allerdings sollte die verantwortliche Politik nicht mit Dreck werfen, denn wer im Glashaus sitzt und Steine schmeißt, zieht unbedingt den Kürzeren.

Beim Streit um Klimaschützer haben ziemlich offensichtlich gewisse Politiker jedes Maß verloren, wie Nicole Diekmann kürzlich bei T-Online anschaulich zum Besten gab. Dort ist die Rede von einer Spitzenpolitik, bei der seit einigen Monaten ein bestürzender Überbietungswettbewerb zu beobachten ist, wie sie bemerkt.

Vier konservative Parteien können sich offensichtlich nicht zurückhalten

Allen voran, wen wundert’s, die CSU, wobei Alexander Dobrindt des Öfteren vor der Entstehung einer „Klima-RAF“ warnt, während ausgerechnet die CDU-Politikerin Julia Glöckner ihren Nazi-Vergleich angemessen findet. Man möge sich daran erinnern, wie die ehemalige Ernährungs- und Landwirtschaftministerin frechweg Konzerne hofierte, denen Klimaschutz nicht interessierte!

Aber auch der FDP-Politiker Frank Müller-Rosentritt betitelte die Klimaschützer als „Abschaum“, während Michael Roth von der SPD sich hinreißen ließ mit seiner Behauptung, „sie scheißen auf die Grundrechte, zerstören Kunst ähnlich wie die Taliban“. Dabei erinnert Nicole Diekmann zu Recht daran, daß doch gerade die Politik vom Bundesverfassungsgericht gerügt wurde, das Klimagesetz der ehemaligen Großen Koalition sei in Teilen verfassungswidrig.

Diese Entwicklung hat gerade erst begonnen

Vor gut einem Jahr startete der Aufstand der letzten Generation durch mit ihren Protesten, auch wenn manches fragwürdig ist. Die Wut muß und sollte die Gesellschaft aushalten und nachvollziehen, die Zeit des Verharrens läuft ohnehin ab, denn Halbherzigkeit rächt sich beim Klimawandel, wie jeder halbwegs Gescheite längst wissen sollte.

Das Fazit von Diekmanns Kolumne kommt zu einem plausiblen Schluß. In der Tat, das Internet vergißt nichts, das gilt sowieso für eine Menschheit mit entsprechendem Geschichtsbewußtsein. Uns verbleibt keine Zeit mehr zu lamentieren, sondern die Politik muß jetzt Taten folgen  lassen ohne Wenn und Aber. Verpaßt sie das, geht es besonders der Menschheit an den Kragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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