Die Realität springt doch nicht von der Schippe, oder?
Reisewillige unterwegs auf Abwegen, das kennen wir doch? Schlußendlich hat jeder so seine Träume, nur mit dem Unterschied, sie nicht verwirklichen zu können. Manch Glücklichen wird dies nicht verwehrt, auch wenn sie keinerlei Gefühl dafür aufzubringen vermögen. Ignoranz oder schlichtweg Unwissenheit gepaart mit Arroganz? Schauen wir mal etwas genauer hin, wie alles begann.
Oktober 2021, Putinversteher schließen sich einer Reisegruppe an, die mal wieder auf Randale aus ist, im Visier ein großer Platz in Sachsens Dresden. Eine weitere Erläuterung erübrigt sich, Sie wissen sowieso, von wem die Rede nur sein kann. Jenes Nazipack traut sich viel zu, schließlich hält niemand sie auf, auch wenn hierzulande bald die Sozen wieder das Regierungszepter in die Hand nehmen, jene Pfeife, dieser Maaßen, den Hut nehmen mußte. Verfassungsschutz, was für ein gebeuteltes Wort, welches seiner Rolle nicht im Geringsten gewachsen. Sei’s drum.
Zeitgleich gezielte Beobachter ganz in der Nähe, mit versteckten Kameras, empfindlichen Richtmikrophonen. Ihre Skepsis mehr als angebracht, jenes Regime im Kreml hat ganz offensichtlich manches geplant, sie trauen den Russen so ziemlich alles zu. Wer dermaßen offensichtlich Europa, den Westen spalten will, der hat Bösartiges im Gepäck. Ein Raunen in den Reihen der Gruppe, sie tauschen sich aufgeregt aus. Hat jener Putin tatsächlich vor, seiner Armee den Befehl geben zu wollen, die Ukraine anzugreifen? Welch fatales Szenario, schießt es ihnen durch den Kopf.
März 2022, die Wirklichkeit hat konkrete Formen angenommen, der Angriffskrieg mitten in Europa tobt, die Welt hält den Atem an. Manche wundern sich, weil Kriege weltweit ohnehin stattfinden. Nur daß diesmal der Imperialismus zurückkehrt, bzw. sich mehr zutraut, seine versteckten Gedanken hinter vorgehaltener Hand frechweg zu kaschieren mit dem simplen Argument des US-Bashings. Putin läßt den Kalten Krieg erneut aufleben, erwünscht sei das großrussische Reich zu Sowjetzeiten. Ein widerlich fataler Rückschritt! Autokratie vs. Demokratie, das steht auf weltpolitischem Spiel.
Ein Jahr später, am Ende des ersten Frühlingsmonats, die Welt dreht sich still und behäbig weiter, Klimawandel umtreibt zumindest all jene, die noch Hoffnung haben, Mensch werde Vernunft annehmen, wider besseres Wissen. Jahrzehntelange Versäumnisse längst entlarvt, während eine überreiche Klientel sich beleidigt wegduckt, weil man deren Verfehlungen beim Namen nennt. Was nützen all jene Bemühungen, wenn atomare Szenarien in den Köpfen weniger Despoten, die keinerlei Rücksicht nehmen wollen, außer ihre eigene Macht auszuleben?
Scherze unangebracht. April, April hallt es durch manche Flure oder Räume, denken wir ans Wetter, macht er sowieso was er will. Mensch übertrifft das noch. Aufwachen aus sorgenvollen Träumen, mögen wir aus der Historie die richtigen Schlüsse ziehen, in denen ein völkerrechtlicher Angriffskrieg weder in Eurropa noch sonstwo mehr stattfinden darf. Mensch hat es stets in der Hand, sicherlich auch, wenn er die Statuten der UN überdenkt.
Lotar Martin Kamm
