
https://www.flickr.com/photos/yanboechat/41496445/sizes/z/ (CC BY-NC 2.0)
Taliban und der Widerstand der Frauen
Dokumentationen leisten einen wesentlichen Anteil an Informationen, darüber hinaus, wenn gut in Szene gesetzt und erklärt, tragen sie neben den Nachrichten einen wesentlichen Anteil, um einer interessierten Leser- oder Zuschauerschaft den Überblick zu gewähren. ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf gelingt dies anschaulich in der auslandsjournal-doku Inside Afghanistan.
Bekanntlich haben schon die Russen und später die Amis versucht, den aufkommenden Terror in Afghanistan zu stoppen, was ihnen so gar nicht gelang. Obendrein bemühte sich Innenminister Seehofer darum, dessen Abschiebepraxis voranzutreiben, was wiederum Schüler auf den Plan rief, dagegen zu demonstrieren. Während der Westen allgemein Menschenrechtsverletzungen gern anprangert, offenbarte hierzulande die CSU das Gegenteil.
Nach der Machtübernahme Sturz in eine sozio-ökonomische Krise
Armut hat viele Gesichter, weltweit und dramatisch zunehmend. So auch in Afghanistan schließlich bis zu 97 Prozent, nachdem die Taliban dort die Macht übernahm. Über 6 Millionen Menschen stehen am Rande einer Hungersnot, die UN benötigt allein schon dieses Jahr rund 2,6 Milliarden US-Dollar für die Nahrungsmittelhilfe und die Unterstützung der Landwirtschaft.
Wider Besseres Wissen Afghanistan hilflos ausgeliefert, weil die Weltgemeinschaft den Taliban das Feld überließ. Es stellt sich zu Recht die Frage nach dem Warum und vor allem, inwieweit eine jahrzehntelange Politik nicht zu fruchten vermochte.
Optimismus eine Chance gegen die Taliban?
Eine Schlußfrage in Katrin Eigendorfs Doku, die letztlich ganz viel Stärke beweist, die gerade Frauen durchleben, ihrer Rechte und Möglichkeiten beraubt. Die Journalistin weist auf die Mängel an Kinderkliniken hin, auf minderwertige Medikamente und Mittel.
Hilfsorganisationen ziehen sich zurück oder stellen gar ihre Arbeit ein, die Bedingungen der Taliban seien inakzeptabel, berichtet Eigendorf, weil z.B. afghanische Frauen nicht mehr beschäftigt werden. Frauenrechtlerin Mahbouba Seraj klagt die Weltgemeinschaft an, diese hätte uns 20 Jahre lang unterstützt, um jetzt Frauen vor die Alternative zu stellen, zu sterben oder einfach Weizen und Öl zu erhalten. Länder mögen auf diese Weise enden? Dies wäre wohl eine Schande, betont sie.
Am Schluß steht das Prinzip Hoffnung im Raum, Optimismus läßt Mahbouba Seraj jeden Tag aufs Neue aufstehen, um diesen anzugehen trotz jener dramatischen Widrigkeiten. Und die Politik der freien Welt? Die versagt hier explizit!
Lotar Martin Kamm