Höhlenwand


flickr.com/ tuan_coi/ (CC BY 2.0)

flickr.com/ tuan_coi/ (CC BY 2.0)

Ich sitze in einer Höhle, allein,
an die Wand gedrückt.

Die Kerze ausgeblasen,
den Tisch abgedeckt.
Die Schuhsohlen
schon längst durchgewetzt.

Die zartduftende Blume,
verblüht.
Das Lächeln, wie der Biss
in eine Zitrone.

Windmühlenblätter
zerbersten im Sturm.
Abschiedsküsse,
der Zug fährt davon.

Mutters Kuchen, der Duft,
ein Leben lang bleibt.
Im Spiel bin ich gut,
ich werd nicht verlieren.

Krähen morgens
die Hähne noch?
Gedanken hinterlassen
ein jähes Loch.

Dunkel wie die Höhle
und doch warm.
Ein Nichts, das Licht
erstrahlen lassen kann.

Will ich all dem entkommen?
Nein, jetzt noch nicht,
nur in diesem Zustand
alles Üble kann entweichen.

Ich drücke mich noch näher
an die Höhlenwand.

Nafia

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