Rechtskonservative im Gewand des Faschismus
Kaum hat Joe Biden seine Kandidatur aufgegeben, schon erleben wir aufgeregtes Stühlerücken und das Aufflammen altbekannter Verschwörungstheorien. George Soros muß mal wieder herhalten für den Inbegriff des Bösen. Er wittert eine Verschwörung, so Elon Musk über Bidens Rückzug. Das paßt zum Geschwafel jenes Blonden Dollen, nicht weiter verwunderlich, wer noch einen Restverstand besitzt.
Schon wird Kamala Harris angefeindet, sie sei keine Mutter und könne somit nicht den Job als Präsidentin ausüben. Na, da haben die Herren der Schöpfung den ultimativen Ton getroffen, sollen Frauen doch nach ihrer Fasson zurück zu Heim und Herd, dem Manne sei das Herrschen und letzte Wort bestimmt. Bloß keine globale Offenheit oder Entwicklung, ganz nach dem Muster konservativer Ideen. Wenn auch Christen mit einstimmen, gänzlich wider die Schöpfung selbst, die möchte nämlich per se Vielfalt, dann erst recht auf politischer Ebene. Hierzulande drei Jahrzehnte vortrefflich zu beobachten war, was das bedeutete.
Dem Faschismus mag dies nur recht und billig sein, zumal historisch betrachtet, stets das Großkapital selbst ihn gezielt ins Leben rief, um dessen Wünsche realisieren zu können. Wenn das Volk in Schach gehalten, besonders mittels gezieltem Spalten, – Putin läßt grüßen -, kann sich ungeniert jeder Despot bedienen, weil Kritik im Keim erstickt. Die Menschheit hat noch ihre Chance in verbleibenden Demokratien, diese Muster rechtzeitig zu entlarven, bevor sie sich erneut knebeln läßt. Aufgewacht!
Daß ein Elon Musk diesen Trump unterstützt, dürfte daher kaum verwundern. Allgemein lautet es zwar, Gegensätze würden sich anziehen, in diesem Fall Blödsinn. Beide haben eines sicherlich gemeinsam: Sie sind zutiefst psychopathisch unterwegs, unberechenbar und vielleicht gerade deshalb für viele Verunsicherte eine Heldenfigur, die man verehrt bishin zum Messias in der Gestalt des Blonden Dollen.
Insofern kann man getrost jedwede Logik auslassen, so daß auch Elon Musks Behauptungen rubbish sind, ihm selbst dienen, um sich seine eigene Welt schönzureden. Andererseits dienen solche Herren leider einem Antisemitismus, der gerade in Zeiten des Israel-Palästinenser-Konflikts alles andere als hilfreich sich entpuppt. Während Benjamin Netanjahu unbeirrt den Gazastreifen bombardieren läßt, verselbständigt sich der weltweite Antisemitismus, was keinesfalls im Sinne einer jüdischen Bevölkerung sein dürfte. Ein Dilemma. Wer daraus politisches Kapital sehen mag, der vermag gezielt heuchlerisch unterwegs sein.
Lotar Martin Kamm
