
https://www.flickr.com/photos/rasande/53493467140/sizes/z/ (CC BY-NC 2.0)
Deutschland zwischen Realität und Schweigen
Was haben wir noch gelächelt, als die Nazis weit entfernt von den 5 Prozent, später mit weit unter 15 Prozent in den Deutschen Bundestag saßen, nachdem zuvor Pegida wohl entscheidend dazu verhalf, vom bürgerlich-konservativen Shitstorm mal ganz zu schweigen. Diese Zeiten haben sich inzwischen längst geändert, besonders durch freundliche Unterstützung einer Union, die doch unter Merz noch per Brandmauer für die Halbierung dieser Nazis sorgen wollte.
Fehlanzeige. Mit Blick zur jüngsten Forsa-Umfrage liegen Union und AfD gleichauf mit 25%. Dem konservativ-rechtsradikalen Lager gönnt der deutsche Wähler die Hälfte seiner Stimmen. Ein Skandal par excellence, erst recht nach den dunklen Jahren des letzten Jahrhunderts. Kein Aufschrei, dafür nach unten treten, wo immer möglich. Gegen Migranten, Bürgergeldempfänger, Rentner und Queere Menschen. Weil es so simpel ablenkt von eigenen Verfehlungen bishin zum ewiglich leidlichen Thema, daß Überreichtum eben Armut nach sich zieht!
Dabei gewinnen die Grünen laut Forsa gar 0,4% hinzu, die Linken 3,2%, allerdings die Nazis gleich 4,2%. Tragisch, wie leicht der deutsche Wähler Lug und Trug schlichtweg ignoriert, wobei die ÖR ganz sicher ihren unentschuldbaren Anteil hatten, siehe Sommerinterview mit dieser Frau Weidel! Nicht verwunderlich hinsichtlich einer Christine Strobl, Programmdirektorin der ARD.
Doch was bedeuten solche Prognosen? Nichts Gutes. Erst recht mit Blick zur nächsten offiziellen Bundestagswahl im Herbst 2029. Bis dahin sollte die derzeitige KleiKo genug Gelegenheiten haben und wahrnehmen, diese Nazis zu stoppen. Das Parteiverbotsverfahren gegen die AfD wäre mal eine sinnvolle, vor allem längst überfällige Option. Aber genau dies weiß die Union unter Merz zu verhindern. Mit den stets lächerlichen Argumenten, es würde genauso enden wie damals bei der NPD. Nonsens.
Was verbleibt, ein äußerst fader Beigeschmack mit deutlich sichtbaren Indizien, denken wir an die Spahn-Klöckner-Connection, diese Seilschaften mit rechtsradikalen, unübersehbaren Anstößen, wobei noch die Nähe zu Trump das Ganze empfindlich abrundet. Wer jetzt noch glaubt, dies würde sich irgendwie einrenken, wir leben doch in demokratischen Zeiten, sollte mal genauer hinschauen und nicht ständig diese deutlichen Vorkommnisse ignorieren.
Lotar Martin Kamm