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Und man fragte mich, warum?
Ich aber blieb stumm.
Konnte es mir selbst nicht erklären.
Warum Tränen flossen in Strömen.
Trieften die Erde naß,
ich schien zu versinken im Morast.
Und man fragte mich, warum?
Ich aber blieb stumm.
Ich war zu jung, um zu begreifen,
mußte dennoch die Leichen beweinen.
Männer, die ich nicht kannte.
Schildchen mit Namen mich übermannten.
Und man fragte mich, warum?
Ich aber blieb stumm.
Deren Schicksal, ungewiß, irgendwo gestorben,
mehr weiß man nicht. Ich war voll Sorgen.
Ich weinte für die nicht Zurückgekehrten,
die Gefallenen aus den Weltkriegen.
Und man fragte mich, warum?
Ich aber blieb stumm.
Die Schildchen, wie Wappen geformt,
noch heute mein Leben nicht verschont,
mit unsäglicher Trauer, wie als Kind,
warum, warum schrei ich in den Wind?
Und man fragte mich, warum?
Ich aber blieb stumm.
Sie stehen, singen die alten Lieder,
Ehre, Stolz und Vaterland hallen wider.
Ihr, die ich beweint, werdet als Helden geehrt,
steigt auf aus den Gräbern und wehrt,
ihr seid Zeugen, den Fanatismus ab,
ihr wißt, das führt ins kalte Grab.
Und fragt ihr mich heute, warum?
Weil euer Tod gänzlich umsonst,
zum besseren Mensch, kein Ansporn.
Darum!
Nafia
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