Schwarz wie die Nacht


© Doris Mock-Kamm

© Doris Mock-Kamm

Schwarz wie die dunkelste Nacht,
schleicht sie zu mir ganz sacht.
Sie schmiegt sich zärtlich an mich,
ihre Bewegungen sehr zögerlich.
Sie konnte nicht widerstehen,
auch mal fremdzugehen.

Die Gelegenheit war günstig,
ertappt zu werden sehr winzig,
da alle mittags im Freibad waren,
bei diesen heißen ersten Tagen.
Ich blieb im dunklen Zimmer zurück,
Kopfschmerzen hatten mich erwischt.

Ansonsten bin ich für sie Luft,
ihre kalte Schulter zeigt sie mit Genuß.
Aus den Augenwinkeln beobachtet sie
mein Verhalten, Augenkontakt gibt’s nie.
Für sie bin ich seit Monaten geduldeter Gast,
ein Eindringling, Männer scheinen ihr verhaßt.

Sie versucht vorsichtig, die leichte Decke
anzuheben, damit sie mich nicht aufwecke.
Ihr Ziel hat sie wohl endlich erreicht,
denn ihr Schnurren entweicht
mit immer lauter werdenden Tönen,
ihre Pfoten massieren die Achselhöhlen.

Damit ist das Eis scheinbar geschmolzen.
Die erste Annäherung mit ihr, der stolzen
Lizzy, die eigenwillige Persönlichkeit,
die, die Liebe ansonsten nur mit Frauchen teilt,
verdeutlicht, sie kann mich riechen,
Hoffnung besteht, mit ihr Freundschaft zu schließen.

Nafia

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