
flickr.com/ augschburger/ (CC BY-NC 2.0)
Glas zerbricht beim Aufprall
ungewohnter Gedanken,
die Zuhörer staunend empfangen.
Welch grandioser Redeschwall
läßt manch einen im Stillen schwanken,
im Anschluß tobt heftigst Krawall.
Wer mag schon genauer zuhören,
was da an Argumenten vorgetragen,
weil für ständige Ablenkung gesorgt.
Kaum jemand will sich dran stören,
ob Rückschlüsse früher richtig lagen.
Mal soeben eine neue Welt geborgt?
Irgendwann glaubt die Masse jeden Mist,
selbst wenn Lügen offen vor ihr liegen.
Hauptsache nach unten treten.
Wie schnell man das Wahre wohl vergißt,
nur nicht auffallen, sie könnten uns kriegen,
des nachts uns aufsuchen, ungebeten.
Der Platz liegt leer und verlassen da,
Müll als Übrigbleibsel unachtsam ihn säumt.
Morgen ein neues Diktat das Leben bestimmt.
Ob manch Verschlafener sieht, was geschah,
zumal er all die Zeit vor sich hingeträumt,
nunmehr alle auf Gehorsam getrimmt?
Erkennt die Vorzeichen, die längst präsent.
Achtet auf deren spitzen Zungen,
die jedes Mittel sofortigst einsetzen.
Falls nicht, habt ihr die Gelegenheit verpennt,
sind verlogene Versprechen gelungen,
lautet das Ziel, euch gegenseitig aufzuhetzen.
Lotar Martin Kamm
Dieses Gedicht möchte ich Sylvias Projekt „Gegen das Vergessen“ beitragen.
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