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Das Erbe von John Lennon fortsetzen
Die Love-and-Peace Generation hat faktisch verloren, versagt aufgrund einer Dominanz des Business as usual, welches sich instrumentalisieren und folglich manipulieren läßt im Rausch einer weitverzweigten Konsumgesellschaft, die kritiklos den Vorgaben einer gleichgeschalteten Medienlandschaft Folge leistet. Dazwischen all jene wachsamen Beobachter, die eben nicht diesem Weg folgen mögen, unter ihnen Kunstschaffende in dieser Welt sich gegen Kriegsstimmung solidarisieren.
Heute vor 35 Jahren wurde der Beatles-Mitbegründer, John Lennon, in New York kaltblütig erschossen. Yoko Ono ist bis heute sehr engagiert darum bemüht, daß sein Mörder keinen Fuß mehr in die Freiheit setzen darf. Das Erbe von John Lennon, nämlich mit der Aufnahme seines Songs „Give Peace A Chance“ zusammen mit Yoko und auserwählten Anwesenden in einem Hotelzimmer, soll unbedingt fortgesetzt werden, so die zu verstehende Botschaft. Wie reagiert die Weltöffentlichkeit?
Der Feind in deinem Lande – wer stoppt die eigentlichen Übeltäter?
Seitdem haben insbesondere die USA sich als die Nation entpuppt, die weltweit die meisten Kriege mit initiieren, begleiten und obendrein den Anspruch hegen, weltpolizeilich aufzutreten. Solange ein schweigender Westen ihr kein Einhalt gebietet, ganz im Gegenteil solidarisch die Feindbilder mitgestaltet, es zuläßt, daß immer mehr kriegerische Gewalt sich wie ein Flächenbrand ausweitet, entfernen die beteiligten Völker sich von jedweden Friedensprozessen.
Der Feind im eigenen Lande eine Mischung aus Zensur, Überwachung und unterschiedlichen Phobien, die Bürger erstarren oder sich feindselig gegenüberstehen lassen? Der Trick mit den gezielt herbeigeführten Flüchtlingswellen gen Europa funktioniert reibungslos im Sinne einer gesellschaftlichen Destabilisierung? Ein Klima der Verunsicherung, der Ängste und zunehmender Verrohung zusammen mit dem Abbau sozialer Hilfen, dem Zulassen von mehr Armut? Zynisch betrachtet eine günstige Ausgangslage, Kriege zu planen, die Abhilfe schaffen mögen. Doch wer stoppt trotz all jener Erkenntnisse die eigentlichen Übeltäter? Die Systemmedien mitnichten, diese fühlen sich wohl in ihrer Rolle als abhängige Steigbügelhalter ihrer Auftraggeber, wer beißt schon die Hand, die einen füttert.
Solidaritätsversuche – Lichtblicke oder Hilflosigkeit?
Die jüngsten Versuche, sich mit genau den Menschen zu solidarisieren, die eben nicht einverstanden sind mit ihrer Regierung wie z. B. hierzulande zum Beschluß, die Bundeswehr im Syrien-Krieg mitmischen zu lassen, konnten wir beim Mannheimer Soulsänger Xavier Naidoo verfolgen, dem weiterhin verschwörungstheoretische und gar Nazi-Tendenzen unterstellt werden.
Ganz anders die Reaktionen nach den Pariser Attentaten, wenn Bono von U2 die betroffene Band Eagles of Death Metal zu sich auf die Bühne bemühte, dann wird jenem Statement gegen den Terror viel Beachtung geschenkt. Sicherlich, Terror ist per se natürlich zu verurteilen, aber die eigentlichen Ursachen gleichzeitig stets zu hinterfragen. Wer dies unterläßt, darf sich nicht wundern, daß die Eskalation der Spirale Terror und Kriege viel eher zunimmt, sich weltweit wie ein Krebsgeschwür ausbreiten wird. Solche Versuche seitens Musikern und anderen Kunstschaffenden Lichtblicke oder Hilflosigkeit? Wohl beides.
Was verbleibt uns Betroffenen auch anderes zu tun? Wer dabei nur stillschweigend zuschaut, die Verantwortlichen handeln läßt, ohne ihnen Verfehlungen anzulasten, hat mit dem Fortlauf weiterer Konsequenzen zu leben. Es gilt insofern, die Weltpolitik viel mehr zu analysieren, die eigentlichen Übeltäter zu benennen, die das Gemisch aus Überreichtum, Armut und einer daraus entstehenden Gewaltbereitschaft in Krieg und Terror mündend zu beseitigen. Es reduziert sich wie schon die ganze Zeit auf den Kern allen Übels: eine verlogene Verteilung, die daraus wachsende Ungerechtigkeit, die Macht des Habitus, der Gründe liefert, ihn mit allen Mitteln zu vergrößern und zu verteidigen, per Gewaltausübung.
Ihr
Lotar Martin Kamm
In Gedenken an John Lennon: