
flickr.com/ Portal Focka/ (CC BY-ND 2.0)
Eine Hommage an die Heavy Metal-Band
„Only way to feel the noise is when it’s good and loud”, so die Eröffnungszeile im ersten Song „Overkill“ des veröffentlichten gleichnamigen Albums. Das Schlagzeug überzeugt dabei mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit, der Song selbst laut wie es sich gehört für Heavy Metal.
Ian Fraser Kilmister, besser bekannt unter Lemmy Kilmister, der Gründer der Heavy Metal-Band Motörhead starb völlig überraschend vier Tage nach seinem 70. Geburtstag vor drei Tagen an den Folgen eines Hirntumors, der nur zwei Tage zuvor bei ihm diagnostiziert worden war. Mit dem Tod dieses britischen Baß-Musikers löst sich die Band auf, wie Drummer Mikkey Dee nunmehr verkündete. Eine folgerichtige Entscheidung.
Vom Roadmovie bei Jimi Hendrix zum Bandgründer von Motörhead
Lemmy erging es nicht anders als vielen seiner Zunft in der Selbstfindung. Zunächst jobbte er, nachdem er im Alter von 15 Jahren die Schule einfach abbrach, zog mit 16 nach Manchester, um dort erste Banderfahrungen zu sammeln, schließlich wie etliche andere London aufzusuchen. Immerhin jobbte er auch als Roadie bei Jimi Hendrix, entdeckte zunächst das Gitarrenspiel für sich. Erst mit dem Einstieg bei Hawkwind, die durchaus als Begründer des Space Rocks gelten mögen, einer psychedelischen Spielart des Hard Rocks, wechselte er zur Baß-Gitarre, zog es aber vor, technisch ihn wie eine Rhythmus-Gitarre zu spielen.
Mit dem Rauswurf 1975 bei Hawkwind, weil Lemmy vom kanadischen Zoll wegen Drogenbesitzes festgenommen worden war, folgte bald danach eine neue Bandgründung namens „Bastard“, die allerdings auf Empfehlung seines Managers er umbenannte. Dabei beflügelte ihn sein letzter Song für Hawkwind, so daß er sie Motörhead nannte. Man kann der Band, mit Larry Wallis an der E-Gitarre, anfangs Lucas Fox am Schlagzeug, ohne weiteres Punkrock, Rock’n’roll, Blues- und Hard Rock-Elemente entnehmen, letztlich entwickelte sich im Laufe der Jahre der typisch spritzige Sound des Heavy Metals bei Motörhead, mit wechselnden Besetzungen. Einzig Lemmy blieb der Band all die Jahre treu ergeben. Ab 1982 waren es Mikkey Dee am Schlagzeug und ein Jahr später Philip „Wozzö“ Campbell an der E-Gitarre, obendrein als Hintergrundsänger, die bis jetzt zuletzt die Besetzung von Motörhead prägten.
Lemmys Baß und Stimme – unverkennbar tragende Elemente bei Motörhead
Neben den genialen Drum- und Gitarrensolis. Wer Heavy Metal lauscht, muß die Seele dieser Musikrichtung verstehen, sie spüren und verinnerlichen, um sie wirklich verstehen zu können. Vorreiter waren, bevor Motörhead schließlich dazustieß, Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin oder Black Sabbath, obwohl eigentllich erst mit Judas Priest der prägnante Sound sich vervollkommnen konnte. Parallel zu Motörhead, also im selben Gründungsjahr, entstand Iron Maiden.
Lemmys rauhe Stimme, die manche auf seinen hohen Zigaretten- und Alkoholkonsum zurückführen, war sein Markenzeichen sowie die Art, wie er den Baß spielte. Letztlich wuchs da eine Band zusammen, die ihren unverwechselbaren Stil fand. Im Anhang seien hier zwei Songs der Band gewidmet, die wohl zu den besten gelten mögen. „Overkill“ vom gleichnamigen Album, veröffentlicht am 24. März 1979 sowie „Chase Is Better Than The Catch” vom Album “Ace of Spades” am 08. November 1980.
R.I.P. Lemmy, your music will never die!
Ihr
Lotar Martin Kamm