Ab, zurück in die Schmoll-Ecke

Kolumne gegen angeblichen Sklavenhalter-Titel entlarvt

Wie doch die Geschichte sich wiederholt, wir erinnern uns noch an den Aufschrei in der Welt politischer Herren, als Angela Merkel es wagte, das Amt des Kanzlers anzustreben. Seitdem hat Deutschland ihre erste Bundeskanzlerin, seit bald 16 Jahren. Annalena Baerbock tritt für die Grünen an, ihr es gleichzutun, schon kommen sie erneut zahlreich unter irgendwelchen Steinen hervorgekrochen, um ihren Unmut über die Kandidatin auszuschütten.

Obendrein kann die Union kaum noch punkten, selbst wenn diese jetzt meint, sie würde das Ruder nochmal rumreißen. Die Menschen wollen jene konservativen Kräfte nicht länger, zu lang schon hat sich kaum etwas zugunsten der kleinen Leute verbessert, die soziale Schieflage spricht Bände, auch die Klimakrise wird viel eher den Grünen zugetraut, diese zu meistern. Hoppla, da stolpert jemand über das Wörtchen Meister, interpretiert und wertet in dessen Kolumne „Baerbock gibt mit Sklavenhalter-Titel an“, völlig verkehrt.

Wenn schon, denn schon – übersetzen müßte man können

Der Verfasser jener Kolumne nimmt es wohl nicht so ernst mit dem Übersetzen. Statt mal tatsächlich zu lernen, wie er selbst von sich zum Besten gibt, schaut er viel eher mal nicht so genau hin. Paßt ziemlich offensichtlich in sein Weltbild von gedemütigten Männern, die es selbstbewußten Frauen wie Frau Baerbock mal so richtig heimzahlen wollen. Das ist aber gänzlich mißlungen.

Werfen wir nur mal einen kurzen Blick in die exakte Übersetzung, statt den Duden an verkehrter Stelle zu bemühen, wie es Thomas Schmoll tat. Dort erkennt man unschwer, daß Master of Laws eben Magister der Rechtswissenschaft bedeutet. Nix mit „Herr“. Noch ausführlicher erläutert das die Wikipedia, Master of Laws steht nämlich fürs Lateinische Legum Magister/Magistra, „Lehrer(in) der Rechte“. Am Ende ist er empört. Das kann er nunmehr stecken lassen, weil seine Kolumne sich dadurch erübrigt.

Ausgerechnet Altkanzler Schröder versucht sich in Entzauberung der Grünen

Da greift mal wieder die Redewendung, doch besser vor eigener Haustür zu kehren. Wie kann ein Gerhard Schröder allen Erntes von einer sozialen Kompotenz, die von Bedeutung sein soll, in dessen Gastbeitrag schwafeln, wenn doch er selbst mit den Hartz-Gesetzen und der Ausweitung des Niedriglohnsektors in seiner eigenen Amtszeit gesorgt hat, die exakt jene soziale Not hervorbringt?

Die sogenannte Entzauberung der Grünen mißlingt ihm genauso wie der klägliche Versuch von Thomas Schmoll. Da versuchen jene Herren die Stärke einer Frau mal wieder kleinzureden, was in der Tat völlig mißlingt. Welch armselige Argumente, die nicht im Ansatz einer genauen Analyse greifen können. Im Grunde genommen nutzen jene Versuche Annalena Baerbock, in vier Monaten sind wir alle dann schlauer.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Feuerweißes Blau in Rot

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Es bläute der Himmel die Wiese in Gelb,
zärtliches Grün, das nicht auseinanderfällt,
in den Tiefen des Sees blinkte es Weiß,
graue Kälte kriecht nach oben, ganz leis.

Es bläute der Himmel die Wiese in Rot,
lähmend solch ein ewiger rußiger Trott,
die Stolperfalle der trägen Unendlichkeit,
und Menschen verpetzen der anderen Leid.

Es bläute der Himmel die Wiese in Schwarz,
Lena und Robert wandern öfters im Harz,
in ihren Erinnerungen Bilder voller Worte,
frech bin ich heut, ich ihre Farben horte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Prominenz und öffentliche Wahrnehmung

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Eine zwielichtige Zurschaustellung

Da erscheint sie wieder, die „rettende Meldung“ über den plötzlichen Tod einer berühmten Persönlichkeit, fertig zum wirkungsvollen Ausschlachten fürs Mediengetümmel. Und alle Welt spielt diesen Informationskrimi schamlos mit, meist gewissenlos, weil einzig und allein die Schlagzeile sich rechnet.

Selbst wenn Familien sich berechtigt schützend vor die Toten stellen, eine Nachrichtensperre über die Todesumstände verhängen, beginnt das unbedarfte Herumwühlen in der Vergangenheit, um dennoch mögliche und unmögliche Details ans Tageslicht zu befördern und effektvoll zu veröffentlichen. Dabei fühlen sich selbst nahe Bekannte, Freunde und sogar manche Verwandte dazu berufen, bei Befragung trotzdem Stellung zu beziehen, einzig die eigene Meinungsäußerung verdrängt in solchen Momenten das Gebot des zuvor angekündigten Schweigens. Kein Wunder, daß Unmut und Verärgerung folgt. Hat Prominenz generell eine öffentliche Wahrnehmung zu erdulden, ihr Preis eine zwielichtige Zuschaustellung?

Der kleine Mann, die Diven und Berühmtheiten

Wenn Frau E. Müller oder Herr S. Fischer einen Rosenkrieg führen, sich eine Prügelei im Café Kranzler leisten oder dahinscheiden, lediglich ihre Nächsten, das soziale Umfeld nimmt davon Notiz, mitnichten eine breite Öffentlichkeit. Sie stehen ja auch nicht im Interesse und Rampenlicht sie ständig verfolgender Medien, die mit Klatsch und Tratsch am Tun und Lassen ihrer eigentlichen Klientel verdienen. Andererseits wäre es schon absurd, wenn über alle Menschen berichtet würde, soviel Informationen könnte niemand ertragen, geschweige denn verarbeiten.

Eine Privatsphäre kann sich leicht verschaffen, wer dies ziemlich deutlich nach außen hin unterstreicht, auch wenn der Kampf gegenüber ständig gaffend auflauernder Paparazzi sich schwierig bis unmöglich gestaltet, ein Restrisiko verbleibt. Somit leben die allermeisten weiblichen und männlichen Diven und Berühmtheiten halt mit dem Los öffentlicher Wahrnehmung, die einen angenervt und manche sogar selbstgefällig in der Menge sich badend, ganz so wie jeder mag.

Erfolg und Mißerfolg im Fokus selbstgefälliger Kritiker

Neid, Mißgunst bis hin zur Häme stellen äußerst bösartige menschliche Eigenschaften dar, die allerdings mehr Anwendung finden, als manchen lieb sein wird, tragen obendrein vielfach mit dazu bei, Menschen zu erniedrigen, sie abzuurteilen ohne den Anspruch von Gerechtigkeit oder objektiver Betrachtung. Im Gegenteil, es wird sich erst recht gesuhlt im Hetzen abfälliger Bemerkungen ob entdeckter Schwächen, oftmals auch, um eigene Verfehlungen zu kaschieren. Deutlich zu spüren bekam dies beispielsweise der Schauspieler und Entertainer Harald Juhnke, zu Recht hochverehrt ob seiner unverkennbaren Bühnenpräsenz, bei dem man dennoch seine Alkoholerkrankung insbesondere in der Boulevardpresse bis zum „Erbrechen“ ausschlachtete! Die Namensliste ähnlicher Verfahrensweisen würde diesen Artikel sprengen, hatten Hildegard Knef, Marlene Dietrich, Romy Schneider und noch etliche andere ebenso unter diesen hämisch öffentlichen Druck zu leiden. Sicherlich mag man schnell irgendwelche Schuldzuweisungen finden, weil manche sogar den Versuch wagten, gegenzusteuern, sich zu äußern bis hin zu meist aussichtslosen gerichtlichen Klagen.

Aber auch bei erfolgreichen, weniger spektakulären Künstlern oder Prominenten findet sich ein „Haar in der Suppe“, gibt es Themen und Anläße, die man selbstgefällig herleitend benutzt, um wirkungsvoll zu berichten. Anstatt es beim Stillschweigen der Todesumstände zu belassen, wie bei der verstorbenen Susanne Lothar, wird gar gleich eine Familientragik gewittert und medienwirksam in Szene gesetzt. Die Schauspielerin des Jahres 1988 zusammen mit Jutta Lampe, aus der  Sicht der Zeitschrift Theater heute, ist viel zu früh verstorben, belassen wir es dabei und respektieren den Willen ihres Umfeldes, ihrer Familie.

Die Rolle der Medien – Gratwanderung eines Interessenkonflikts

Das geforderte Aus- und Weglassen einer bestimmten Berichterstattung rückt dem Verdacht einer Zensur, dem Recht der Medienfreiheit unmißverständlich nahe, selbst wenn eine sensationslüsterne Boulevardpresse oder große Teile des Fernsehens die persönliche Privatsphäre umgehen und mißachten. Die Grenzziehung, inwieweit überschritten oder doch noch gewollt, vollzieht sich äußerst wage bis fließend. Das Geschäft der Sensation im Fokus einer gewissen Nachfrage seitens neugieriger Konsumenten rechtfertigt die Haltung, wobei auch dort, was denn zuerst da gewesen soll, das Huhn oder das Ei, hierbei die Frage sich stellt: das gaffende, wissbegierige Volk oder die entsprechenden Medien?

Solange seriös im gegenseitigen Einvernehmen und somit auf Augenhöhe interviewt, gefilmt, photographiert und berichtet wird, leisten Medien einen wertvollen Beitrag, um die Menschen umfassend zu informieren. All das, was zu spekulieren beginnt, hinzuzudichten, wegzulassen und hämisch zu kommentieren, verläuft sich im versandenden Gekicher einer sensationslüstern gaffenden Menschenspezies, die sicherlich bedient werden möchte, worauf aber jeder halbwegs moralisch empfindende Zeitgenosse viel eher gern verzichtet, um sich dem Wesentlichen zuzuwenden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Roter Faden

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Sie schrieb, roter Faden,
zerfleddert im Burggraben,
verheddert in Brombeeren,
rot, es wäre zu schön gewesen,
schrieb sie an den Fensterladen,
er hätte die Welt so gern umarmt,
mit seiner Heimatlosigkeit umgarnt
die Phantasie der Leichtigkeit,
nun ist er hier hängengeblieben,
laßt seinen Wunsch um die Welt fliegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ferne Freuden

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Es kräht der Hahn,
glücklich war ich irgendwann,
der See ist zugefroren,
in ihm hab‘ ich die Angst verloren,
vor was, ich weiß nicht mehr,
egal, ist ja auch schon lange her,
mein Wunsch ist nun erfüllt,
nein, der Hahn wurde nicht gegrillt,
vor ihm bin ich aufgestanden,
er kräht nun für all die Unbekannten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hanebüchene Lügner nehmen kein Blatt vorm Mund

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Wikimedia Commons CC BY 4.0

Diktator Alexander Lukaschenka bestätigt seinen unheimlichen Kurs

Natürlich hat ein Sigmar Gabriel völlig recht, wenn er bei Markus Lanz die Pattsituation der EU anprangert, die viel zu uneinig und somit zu lasch das Regime in Belarus behandelt. Jener wiedergewählte Despot lacht sich ins Fäustchen, obwohl das Volk im Lande ihm so gar nicht folgt, ein Roman Protassewitsch den Finger in die Wunde tatsächlicher Repressalien legt.

Der jetzt in Minsk nach jener unrechtmäßigen Flugzeugentführung inhaftierte Blogger muß minimum mit einem Strafmaß von 18 Jahren Gefängnis oder mehr rechnen, eventuell sogar mit der Todessstrafe als angeblicher Terrorist, die in Weißrussland noch gilt. Lukaschenko verteidigt die Flugzeuglandung, gibt der Spiegel zum Besten. Welch dreiste Lüge, die Mär mit einer angeblichen Hamas-Sprengladung an Bord der Ryan-Air-Maschine. Da hat sich der Diktator etwas Simples zusammengereimt, wo doch die Hamas zurzeit in allen internationalen Medien erwähnt wurde.

Das Ganze mit Absprache seines nachbarlichen Präsidenten Wladimir Putin? Davon dürfen wir ausgehen, daß die beiden Länder nichts dem Zufall überlassen, die alten KGB-Seilschaften noch prima fruchten. Despoten kennen keine weltpolitischen Regeln, Vergleiche mit ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit hinken gewaltig, wer sich vielleicht noch daran erinnert, wie die USA das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales 2013 zur Landung in Wien gezwangen hatten, in der Hoffnung den Whistleblower Edward Snowden zu finden. Das scheiterte allerdings, ändert mitnichten etwas an der Tatsache, daß diesmal ein unliebsamer Gegner in Mink inhaftiert wurde, die Notlüge jener angeblichen Bombendrohung eine größere Tragweite hat.

Der weißrussische Diktator kann sich lässig zurücklehnen, da ihm seitens der EU kaum oder nur halbherzige Sanktionen bevorstehen. Das eigentliche Dilemma beinhaltet genau jene politische Pattsituation, daß in Zukunft unliebsame Gegner einfach entführt werden können, die Politik Europas dies nicht verhindern vermag. Darüberhinaus muß sich dennoch der Westen tunlichst bemühen, Schadensbegrenzung anzustreben. Er kann es sich schlichtweg nicht leisten, den diplomatischen Weg mit Russland zu verscherzen. Deshalb schaut alles gen geplantes Treff am 16. Juni in Genf mit Biden und Putin.

Es wäre ziemlich fatal, wenn die Gespräche mit Russland scheitern sollten, Putin sich mehr zu China hinwendet. Die VR China hat ohnehin Weltmachtsphantasien, lebt diese ungeniert aus. Mit dem Ende der Trump-Ära besteht wieder Hoffnung, daß der Ton zwischen dem Westen und China sich verbessert. Die weltpolitische Lage hat ohnehin komplizierte Wege vor sich, von handfesten Problemen wie dem Klimawandel, der Corona-Pandemie mal ganz zu schweigen. Da muß man andere Wege suchen und finden, um jene Despoten wie Alexander Lukaschenka in die Schranken zu weisen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Weiße Schattenumrisse

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Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

Hinter mir, die Kulisse,
weiß war sie, matt,
möglicherweise genauso
erschöpft wie ich,
wer ist schon gerne
ein unbeschriebenes Blatt,
irgendwie unfertig,
ich fühlte mich nicht rein
oder etwa frisch, neu,
eher unbestimmt, leer,
verlassen, ohne Schatten
und doch schattenhaft
mit einem einengenden
Hintergrund verbunden,
unausweichliche Enge,
das Ziel jeder Kontur,
Gestalten zu formen,
begrenzen, benennen,
weiß die Kulisse,
aus der ich schöpf.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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