Trumpismus gefährlicher Stuss

Wer Haß sät, erntet Haß,
Gewalt einlädt, hat keinen Spaß,
ein Land im Zerfall,
ein böses Spiel ohne Ball.

Der angebliche Heiland
wird komplett verkannt,
dessen Kleingeist ignoriert,
grausamst ungeniert.

Die USA auf dem Weg zur Diktatur,
die neu erkannte Richtschnur,
um die Welt zu knechten,
eine Maxime der Rechten.

Demokratische Zeiten bald vorbei,
danach kein Mensch mehr wirklich frei,
Hauptsache Eliten bedienen,
Überreichtum entfesselt wie von Sinnen.

Ob sich das am Ende rächt,
weil so unbeschreiblich ungerecht?
Ob die Menschheit sich noch besinnt,
bevor jeder Frieden von dannen rinnt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Eure alten Gesichter

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Eure alten Gesichter,
fremd sind sie mir,
Irrlichter
tröpfeln als Spalier
in die Zeitlosigkeit,
bis nach Hause ist weit.

Träge Gedanken
sich windend ranken
zur zukünftigen Erinnerung,
keine Vergebung,
wenn Stäube in Träumen
Wirklichkeit ausräumen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Tempo 30 – zwischen Wunsch und Realität

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Von Einsicht keine Spur

Je größer die Straßen in Städten, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines rasanteren Fahrstils. So die gängige Beobachtung etlicher Verkehrsteilnehmer. Dabei werden Fahrradfahrer und ebenso Fußgänger kaum bis gar nicht beachtet. Werfen wir hierbei mal nur ganz kurz einen Blick gen Frankreich. Dort können Fußgänger damit rechnen, nicht gleich angefahren zu werden beim Überqueren einer Straße. Zumindest so selbst erlebt in den 1970iger Jahren.

Manche Artikel verkennen die reale Lage, verzetteln sich in angeblichen Zuständen, obwohl die Realität etwas völlig Gegenteiliges offenbart. Wer hält sich schon ans Tempo 30? In der Regel werden schnell mal die 50 km/h erreicht. Es stehen ja nicht allüberall Starenkästen, die genau das unter Kontrolle halten sollen. In manchen Gemeinden bleiben die einfach weg, wird sich schon daran gehalten. Von wegen, Fehlanzeige!

Natürlich nimmt die Lautstärke bei höherer Geschwindigkeit zu. In diesem Fall mitnichten bei Elektroautos. Aber die neue Bundesregierung nimmt bereits den Klimawandel wesentlich weniger ernst als noch die Ampel. Insofern dauert es noch mit den ruhigeren Zeiten. Dann doch lieber mal den Fuß aufs Gas, merkt schon keiner. Denkste. Wer mal öfters per Fuß unterwegs, dem wird schnell klar, wie rücksichtslos der gedankenlos, gehetzte Autofahrer die Straße in seinem Sinne nutzt. 30er Zonen werden schlichtweg mißachtet. Die meisten fahren einfach schneller.

Solange der Gesetzgeber sowie die Ordnungskräfte jenes rücksichtslose Fahrverhalten kaum bis gar nicht ahnden, bleibt es bei diesem Laissez-faire. Zum Nachsehen der gefährdeten Verkehrsteilnehmer. Im Februar bemühte sich bereits jemand in diesem Beitrag. Das Fazit wirkt eher ernüchternd. Von Erfolg oder gar einer möglichen Hilfe zur Einsicht kann kaum die Rede sein. Im Gegenteil. Letztlich ändert sich unterm Strich nichts. Autofahrer haben real in der alltäglichen Fahrpraxis wesentlich mehr Narrenfreiheit, als uns lieb sein kann, zum Nachteil Betroffener!

Vor knapp vier Jahren erschien dieser Artikel: Tempo 30 in acht deutschen Städten als Pilotprojekt geplant. Seitdem hat sich real nicht viel bis gar nichts geändert. Die Unseinsicht setzte sich weiterhin durch, abgesehen davon, daß in großen Städten statt der erlaubten 50 km/h oftmals nonchalant schnell mal 60 bis 70 km/h zwischenzeitlich gefahren wird. Von Verkehrsberuhigung keine Spur. Die Umweltbelastung verbleibt sowieso.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Falls die Nazis übernehmen

Im Herzen Europas eine AfD, geduldet von Putin und Trump?

Bloß nicht weiterdenken, Hauptsache alte Werte hochhalten. Wen oder was interessieren schon Wahlprogramme oder das Geschwätz von gestern, es geht schließlich um Proteste und die simple Behauptung, nach dieser Ampel und dem Versagen der neuen KleiKo, Schwarz-Rot bekäme es sowieso nicht hin, dann doch lieber die Blauen wählen, folglich jene AfD. Aha, soso.

Der SWR referierte in Gefühlt abgehängt über die AfD, die wohl in Teilen von Westdeutschland große Erfolge feiern konnte. Es fragt sich nur, was dabei tatsächlich der Realität entspricht. Denken sowohl die Macher der Sendung als auch deren Befragte auch nur ansatzweise an die Folgen, falls jene Blauen in naher Zukunft über die Geschicke Deutschlands in einer möglichen Regierung bestimmen? Schauen wir mal.

Jedes mögliche Szenario birgt gewisse Gefahren

Das sollte uns zumindest die Geschichte lehren, falls sie nicht völlig simpel geklittert wird, mit Blick gen Russland und neuerdings gen USA. Immerhin setzt jener 47. US-Präsident alles daran, die größte Demokratie auf Erden in eine Autokratie zu führen. Wer dermaßen unerschrocken, unberechenbar auftritt, Bündnispartner vor den Kopf stößt, die eigenen Landsleute mißachtet, eine Willkür der Zölle ins Leben ruft, weltweit mit militärischen Folgen droht, dem kann letztlich niemand mehr trauen. Chaos und Unfrieden sind somit vorprogrammiert. Besonders westliche Demokratien, allen voran die EU täte sehr gut daran, sich selbst entschieden umzustellen und zu schützen, soweit das jetzt noch möglich sein sollte.

Mit jener AfD in Zusammenarbeit mit der Union, – die Brandmauer bröckelt ohnehin schon viel zu lang, egal was Friedrich Merz und Lars Klingbeil auch beteuern -, nach dem Scheitern jener KleiKo, was keinesfalls Schwarzmalerei entspricht, schaut es gefährlich aus im Herzen Europas. Neueste Umfragen bescheinigen den Blauen 24 Prozent, die Union würde nur noch mit 25 Prozent punkten. Welch Desaster!

Lange Gesichter, wenn es dann zu spät sein sollte?

Und dann, wenn jene Protestwähler tatsächlich diese AfD wählen? Meinen sie etwa, es ginge uns dabei besser? Von wegen, dann greifen die faschistoiden Methoden, Herrengehabe setzt sich durch, ein Höcke darf dann ran, Deutschland isoliert sich, außer es regiert zusammen mit den USA und jenem Russland. Ach, wirklich? Nationalisten und Rassisten an einem Strang? Na, klingelt’s im Hinterstübchen? Etwa nicht?

Proteste in den USA zeigen doch bereits, selbst wenn die hiesigen stock-konservativen Medien dies verschweigen oder ignorieren, daß die Unzufriedenheit mit Trump wächst, selbst von jenen, die ihn noch wählten. Aufwachen, Ihr Protestwähler! Denn einmal an der Macht, wird schlimmes vollbracht. Noch ist Zeit, bevor es eklig kracht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Torquay – zwischen The Doors und Klimawandel

Keine Einsicht trotz Earth Day

Vergebene Mühe, schoß es ihr durch den Kopf, warum sich weiterhin anstrengen, Gedanken machen, wenn ohnehin am Ende alles umsonst, zumal das Gegenüber keinerlei Bereitschaft zeigte, auch nur ansatzweise mitzudenken oder wenigstens eine gewisse Einsicht an den Tag legte. Nada, niente, nothing works, wat soll’s, dann eben nicht. Sarah stand wortlos auf, begab sich nach draußen, der untergehenden Sonne entgegen, ein laues Lüftchen wehte ihr angenehm ins Gesicht, zumindest das heutige Wetter enttäuschte sie diesmal nicht. In den zurückliegenden Tagen hatten erneut Wetterextreme sie daran erinnert, wie ignorant sowohl ihre Mitmenschen als auch die verantwortliche Politik die jahrelangen Warnungen über die Folgen des menschengemachten Klimawandels mißachteten. Wird schon nicht so tragisch sein, war das Hauptargument jener Verharmloser.

Kaum hatte sie ihr Häuschen erreicht, klingelte das Telephon im Flur. Gedankenverloren griff Sarah zum Hörer. Am anderen Ende der Leitung räusperte sich eine unsichere, dunkle Stimme.

„Spreche ich mit Sarah Brighton?“

„Wer will das wissen?“, erwiderte die schlacksige Mittdreißigerin und setzte sich auf den Eschenparkett.

„Hier Henry Winston aus Liverpool vom Broadgreen Hospital, ich habe keine gute Nachricht für Sie.“ Sarahs Gesichtsfarbe erblaßte schlagartig, sie konnte zunächst nichts erwidern.

„Es tut mir leid, aber ihre Mutter hat die Not-OP nicht überlebt, trotz aller Reanimationsversuche blieb ihr Herz gestern Nacht um 2:11 Uhr stehen.“ Sarah bedankte sich kurz für die Info und legte auf. Nahezu in Trance stolperte sie ins Schlafzimmer und ließ sich ins Bett fallen, konnte ihre Tränen nicht weiter zurückhalten. Wirklich überrascht war sie mitnichten, Mum hatte in letzter Zeit erheblich mit ihrer Gesundheit zu kämpfen, zwei Krebsarten in einem Zeitraum von zwölf Jahren gar besiegt. Zuletzt setzte ein Herzinfarkt ihr zu, der zunächst sie nicht weiter belastete. Der behandelnde Arzt meinte letzte Woche noch, ein weiterer sollte besser nicht stattfinden. Nun war es wohl doch geschehen, dachte sie, bevor sie schluchzend einschlief.

Lost in a Roman wilderness of pain, And all the children are insane, All the children are insane, Waiting for the summer rain… trällerte Jim Morrison von den Doors, Sarah wußte im selben Moment, daß ihr Bruder Thomas im Wohnzimmer den Plattenspieler bedient haben mußte, grinsend richtete sie sich auf und wälzte sich aus dem Bett.

„Hi Bruderherz, bist du ebenso von der Klinik benachrichtigt worden?“, sprach sie ihn gähnend an. Wortlos umarmte er sie langanhaltend, strich ihr durchs rote Haar und küßte sie auf die Stirn.

„Nein, Dad hat mich informiert, er sitzt im Flieger, war wohl noch in Sydney gewesen, wo sie ihn benachrichtigt hatten. Dich konnten sie erst gestern Abend erreichen, teilte er mir per SMS noch mit.“ Sarah nickte kurz und schlug vor, sie würde für beide das Frühstück zubereiten, sie bräuchte jetzt erst mal einen anständigen Kaffee. Hier in Torquay in der Grafschaft Devon, im Südwesten Englands gelegen, war es im April wieder ziemlich naß, doch heute schien mal länger die Sonne, die Englische Riviera zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Ein Grund mehr, nach draußen an den Strand sich zu begeben, dachte das Geschwisterpaar.

Vor zwei Jahren hatten sich ihre Eltern getrennt, was schon sehr lange absehbar war. Allerdings hatte Dad stets darauf bestanden, daß sowohl die Ärzte als auch seine Kinder ihn informieren sollten über den Gesundheitszustand von ihrer Mum. Kate war ziemlich rapide gealtert, die beiden Krebserkrankungen hatten wohl dazu hauptsächlich beigetragen, wobei Jack sichtbar aufblühte im weitentfernten Sydney, eine neue Liebe ihn beschäftigte. Sarah verzieh ihm ziemlich schnell, während Thomas sich eher schwertat, er hing wesentlich mehr an Kate, konnte sich mit der Trennung der Eltern nicht abfinden. Fast schon ein Klassiker, nicht unbedingt überraschend, in vielen Familien leiden die Kinder selbst als Erwachsene, wenn die Eltern sich trennen. Wenn obendrein noch eine Mutter mit Krebserkrankungen zu kämpfen hat, potenziert sich das Leid umso mehr.

Der Blick in die Weite des Küstenpfads südlich von Brixham, das Rauschen der Meereswellen beruhigte ihre angespannten Gemüter während der Wanderung. Sarah und Thomas schlenderten Hand in Hand, es waren keine anderen unterwegs.

„Vergiß Peter, er ist und bleibt ein gnadenloser Ignorant“, raunte ihr Bruder ihr zu. Sarah hatte ihm von den gestrigen, endlosen Bemühungen berichtet, Peter doch noch überzeugen zu können, den Klimawandel besser ernst zu nehmen.

„Hab ich ja inzwischen, das sollte der letzte Versuch gewesen sein, zumal weltweit ohnehin etliche Länder bereits sich dieser Trump-Administration anschließen, drill baby, drill sich auf ihre Fahnen schreiben. Was für ein Unsinn!“ Thomas nickte zustimmend.

Ihre Eltern durften noch voller Hoffnung in den späteren 1960igern und 1970igern gen Zukunft blicken, besonders die sich formierenden Bürgerprotestbewegungen waren Lichtblicke in den verkrusteten, eher konservativen Demokratien, besonders die Grüne Bewegung. In den USA initiierte US-Senator Gaylord Nelson von Wisconsin einen nationalen Umweltaktionstag mit dem Namen Environmental Teach-in, den Earth Day, am 22. April 1970.  Ein Meilenstein und wichtiger Denkanstoß. Parallel wirkte natürlich der Club Of Rome, der bereits zwei Jahre zuvor gegründet worden war. Insofern waren inzwischen weit über fünf Jahrzehnte vergangen, wo eine unerschrockene Weltgemeinschaft trotz des Pariser Abkommens am 12. Dezember 2015 immer noch meinte, sie könne nur halherzig oder gar nicht handeln. Welch gefährlicher Trugschluß!

Das Geschwisterpaar war sich dessen bewußt, daß ihre Mum zumindest ohne tragischere Folgen jener Klimakatastrophen das Jenseits betrat und sorgenvoll auf sie blicken würde. Im nächsten Moment erreichte sie die Nachricht von Dad, dessen Flieger im Heathrow Airport wohlbehalten landete.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Zurück zum Faschismus

Immer schön nicken,
genauso wie Masse ticken,
nicht kritisch hinterfragen,
Eliten haben das Sagen.

Anführer erlangen Macht,
egal wie es auch kracht,
Demokratien unerwünscht,
Menschlichkeit übertüncht.

Hauptsache Reichtum obsiegt,
Menschheit sich nonstop bekriegt,
bloß keine Schlüsse ziehen,
am Ende heißt es dann Fliehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Allie Sherlock – herzzerreißende Musikerin on Tour

Straßenmusik lehrte sie vollumfänglich

Es gibt viele Stimmen, bekannte, sehr gute, aber auch einprägsame, besonders wenn obendrein noch jemand richtig gut ein Musikinstrument beherrscht so wie die aus Douglas in Cork stammende irische Sängerin und Gitarristin Allie Sherlock, die viel zu früh ihre Mutter als Neunjährige verlor. Dafür gab ihr Vater, Mark Sherlock, entsprechenden Halt, schützte sie vor weitere Mobbings in der Schule, so daß sie als 12-Jährige per häuslichen Schulunterricht sich auf sich selbst und ihre musikalischen Stärken konzentrieren konnte.

Ein gutes Podium bot ihr das Publikum während der eigens initiierten Straßenmusik, gefördert und verwirklicht unter dem Schutz ihres Vaters auf der Grafton Street im Herzen Dublins, die Haupt-Einkaufsstraße. Dabei gründete er 2014 extra einen You-Tube-Kanal. Sieben Jahre später gab es bereits 4,9 Millionen Abonnenten und war mehr als eine Milliarde Male aufgerufen worden. Natürlich weiteten Allie und ihr Vater das Ganze in den Social Media Plattformen wie Instagram und Facebook aus. Eine durchaus erfolgreiche Strategie, um ihre Bekanntheit in die Welt zu streuen.

Inzwischen hat sie vier Alben veröffentlicht. Can’t let go im Juli 2017, Allie Sherlock im November 2017, A Part of Me im Juni 2020 und Allie im April 2023. Ebenso 2 EPs und 7 Singles. Jetzt am 27. März beginnt ihre diesjährige Tour in Berlin im Prachtwerk, Live Music-Bar in Neukölln. Darüber hinaus spielt sie in London, Glasgow, Manchester, Cork, Brighton und Dublin.

Einer ihrer bekanntesten Songs, Locked Inside, über die Quarantäne während der Coronazeit, hier ein Live-Straßenmusik-Auftritt:

Andererseits kann ich nur euch allen empfehlen, in ihrem YouTube-Kanal zu stöbern, wunderbare Beispiele ihres Schaffens, die Begeisterung der Zuhörerschaft bestätigt ihr Können ohne weiteres. Wir dürfen allesamt gespannt sein, was Allie Sherlock noch in der Zukunft zu bieten hat, für die Musikwelt durchaus ein inspirierender Gewinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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