Des Regens Rest

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Erwähnte ich es schon,
Wasserpfützen,
des Regens Rest,
das der Boden
der Sonne
überläßt,
sie soll ja auch
nicht darben,
deshalb diese
Opfergaben,
die so herrlich
glitzern, spiegeln,
was Natur
und Mensch
sich ausgedacht,
aber nur im Mensch
entfacht,
der Wunsch,
dieses
Weltbildduplikat
mit Füßen
zu treten,
weitmöglichst
zu verteilen,
um in stiller
Andacht
auch seinen
Segen
von der Erde
mitzugeben,
mein Kamelhaarmantel
muß jetzt
in die Reinigung.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Seuche längst nicht überstanden

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Leichtsinn rächt sich inzwischen

Hinterher sei man immer schlauer, könnte manch einer einwenden. Na klar, solche Phrasen helfen nicht wirklich, zumal genügend Wissen und Indizien vorhanden waren, uns allesamt warnten. Wie Deutschland in die Corona-Katastrophe schlitterte, geben Johannes Bebermeier und Sven Böll bei T-Online zum Besten, eine Zusammenfassung etlicher Versäumnisse und über so manch leichtsinnige Reaktionen, die nunmehr Menschenleben gekostet haben.

Wie war das nochmal mit Angela Merkel und ihrer angeblichen Übervorsichtigkeit, eine Mahnerin fast allein auf weiter Flur zwischen all den überwiegend männlichen Ministerpräsidenten, die nicht schnell genug den normalen Alltag vor der erneuten Corona-Krise im Sommer zelebrierten? Obendrein hinweggewischt alle Vorsicht, was die Öffnung von Schulen und Sommerferienrausch anbelangt?! Jetzt erhalten wir hierzulande die deutliche Quittung, schonungslos, mit voller Wucht!

Corona-Leugner Verbrecher par excellence

Wobei andere Bezeichnungen für sie durchaus treffsicher deren Verhalten titulieren. Wer dermaßen dreist und rücksichtslos auftritt, sollte mit entsprechendem Gegenwind rechnen. Kaum vertretbar, geschweige denn akzeptabel, wie die verantwortliche Politik und somit die Gesetzgebung ihnen dermaßen große Spielräume überläßt, anstatt deren Sinnlosproteste schlichtweg einfach zu verbieten!

Insofern sind diese Verbrecher mitbeteiligt an den hohen Neuinfektionen und Totenzahlen, um auch das mal klarzustellen. Waren es am 13. Oktober weltweit noch rund 38 Millionen Infizierte, zwei Monate später hat sich die Zahl fast verdoppelt mit 71,23 Millionen. Das deutet daraufhin, daß wir mitten in der zweiten Welle auch hierzulande keinesfalls von Entwarnung sprechen dürfen.

Hinterher ist man tatsächlich schlauer?

Natürlich stellt diese Pandemie für uns alle eine Ausnahme dar, selbst die Wissenschaft muß sich ständig korrigieren, welche Maßnahmen sinnvoll oder eben unnötig sein mögen. Die Politik entscheidet dies im engen Dialog mit ihr. Vergleiche mit Verharmlosungen eines Donald Trump und dessen Rücksichtslosigkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nützen hierzulande nicht wirklich.

Die Bundespolitik wäre sehr gut beraten, den Kurs äußerster Vorsicht walten zu lassen, anstatt den folgerichtigen Weg im späten Frühjahr jetzt zu verspielen mit zögerlichem Verhalten. Schon im Juli gaben wir nicht zufällig zu bedenken, daß der wieder eingeführte „normale Schulbetrieb“ äußerst fragwürdig sei. Keep the distance, zum erneuten Lockdown führt nunmehr kein Weg mehr vorbei. Der Rüffel der Kanzlerin bestätigt dies sowieso.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Lieber Morgen

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sagte er,
Kaffee macht
nicht alt,
lieber morgen,
sagte er,
Passagiere
drängen sich
an Bord,
lieber morgen,
sagte er,
man hört
Klavierspiel,
Autos hupen,
lieber morgen,
sagte er,
kein Schnee,
kein Regen,
flüssige Zeit,
lieber morgen,
sagte der Traum,
morgen laß
ich dich fliegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Geht Trumps Wahlbetrugsbehauptung am Ende auf?

Wehe, Gewalt sucht sich unkontrollierte Bahnen

Gebetsmühlenartige Phrasen, fanatische Behauptungen haben eines gemeinsam, sie finden stets Zustimmung bei all den Anhängern, die ohnehin ihrem Glauben verfallen, sich an einen starken Führer anzulehnen, diesen gewähren zu lassen, gottgleich, ohne jewede Bedenken. Ein längst abgewählter US-Präsident windet sich weiterhin, zweifelt das Ergebnis an, ohne jedwese Beweise von Wahlbetrug zu schwafeln.

Doch was lange währt, nämlich seine unerschrocken bösartigen Behauptungen, mag aus seiner Sicht endlich gut werden, Attacken auf Politiker und Wahlhelfer offenbaren dies, die Hetzjagd der Trump-Fans in den USA eskaliert.

Der Zerfall der USA auf bestem Wege trotz Bidens Sieg?

Rassismus obsiegt weiterhin im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, seit George Floyds Tod folgten andere tödliche Übergriffe gegen Schwarze seitens Polizeibeamter, ohne daß dies reale Konsequenzen nach sich zieht. Warum auch mit diesem Donald Trump, der kein Hehl daraus macht, was er selbst von Anstand, Menschlichkeit oder Demokratie hält. Mit ihm ist nach dieser Wahl alles möglich.

Was nützt Joe Biden der Wahlsieg, wenn tatsächlich alles Böse irgendwann mal ins Bodenlose fällt? Immerhin wählten rund 74 Millionen US-Bürger The Donald, demgegenüber stehen ca. 81 Millionen Wähler, die Joe Bidens Politik vertrauen. Eine deutliche Botschaft in jeder Hinsicht. Wesentlich mehr Wähler, die Bidens Demokraten für sich verbuchen konnten im Vergleich zu Hillary Clinton.

Andererseits nach vier Jahren Trump-Desaster deutlich über 70 Millionen Wahlstimmen für dessen Fehlleistungen? Obendrein trotz nachweislich verlorener Wahl 88 Prozent sämtlicher republikanischen Abgeordneten Biden öffentlich noch nicht als Sieger anerkennen? Was für eine Botschaft bei gleichzeitiger Offenbarung, Trumps Weg eines angeblichen Wahlbetrugs aufrecht zu erhalten?!

Nennen wir es Revolution, Putsch oder Staatsstreich

In der Sache bliebe es ein Gewaltakt, sollte Trump bis zum 20. Januar nicht weichen, weiterhin Joe Biden als Betrüger bezeichnen. Das könnte durchaus die fanatisierte Anhängerschaft beflügeln, Waffen sprechen zu lassen. In diesen USA ohnehin schon im Alltag der lose Gebrauch von mitführenden Waffen sich äußert. Beste Voraussetzung für bürgerkriegsähnliche Szenarien?

Das scheint Donald Trump damit zu bezwecken, folgt dem Drehbuchszenarium eines Steve Bannon, während längst auch hierzulande deutsche Bundespolitiker in Talkshows die Hirnwindungen jenes „Blonden Dollen“ haarscharf analysieren, ihm die Verrohung der US-Gesellschaft zum Vorwurf machen. Doch folgen auch Konsequenzen in den USA im Ernstfall eines Putsches, der unmittelbar sich Wege der Entfaltung sucht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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‘Projekt 009’ – ein Interview mit Ina Felina

© Ina Felina Rosa

Direkte Hilfe vor Ort

In Kriegszeiten reißen Flüchtlingsströme leider nicht ab, die Betroffenen verlieren neben ihrem vertrauten Lebensraum etliche Freunde, Familienmitglieder und ihr Leben, retten sich über verschiedene Routen. Zuletzt berichteten wir über Rahel S. und ihre initiierte Rettungskette zum Mittelmeer.

Kurz darauf entstand der Kontakt zu Ina Felina Rosa, die sich gern bereit erklärte für ein Interview mit uns. Sie hatte vor gut drei Jahren das ‚Projekt 009’ ins Leben gerufen. Inzwischen macht die Corona-Seuche die Arbeit nicht leichter, etliche Veranstaltungen mußten daher abgesagt werden.

Lotar Martin Kamm: Schön dich im Facebook getroffen und kennengelernt zu haben. Auch mal ein sinniges Indiz für positiven Austausch, wo doch viele sich über Social Media aufregen. Magst du berichten, woher du kommst, welche Stationen dich am Ende nach Berlin führten?

Ina Felina: Lieber Lotar, vielen Dank für dein Interesse. Ich selbst komme aus der ČSSR. Meine Familie flüchtete 1986, als mein Bruder und ich drei und zwei Jahre alt waren. Wir kamen damals in die Erstaufnahmeeinrichtung Traiskirchen in Österreich. Dort blieben wir zwei Monate und wurden dann von einer Dame nach Deutschland geholt. Ihr Mann war vermögend und lebte im Landkreis Starnberg. Wir durften für die nächsten vier Monate in deren Keller leben, bis wir von der Gemeinde Gauting eine kleine Sozialwohnung bekamen. Dort wuchs ich auf, in dem wohl reichsten Landkreis Deutschlands, dem Landkreis Starnberg.

Ich besuchte dort das Gymnasium und absolvierte 2004 das allgemeine Abitur. Ich belegte  auch einen Fotografie-Kurs und entdeckte dort meine Leidenschaft dafür. Später machte ich eine Ausbildung an der Designschule München als Grafikdesignerin. Als ich dies beendete, verschlug es mich nach Berlin. Ich wollte einen Neuanfang, und Berlin schien für mich als Künstlerin und leidenschaftliche Fotografin der richtige Ort zu sein. Dies war 2012. Kurze Zeit später machte ich mich selbstständig und arbeitete von zu Hause aus an privaten Aufträgen für teilweise feste Kunden, aber auch für Kleinaufträge von Privatkunden.

Lotar Martin Kamm: Seit über 10 Jahren tobt in Syrien dieser schreckliche Krieg, der darüber hinaus besonders den Nahen Osten zusätzlich belastet, von den großen Flüchtlingsströmen ganz zu schweigen. Was war die Initialzündung für dich, das ‚Projekt 009’ zu gründen? Hattest du von Beginn an Gleichgesinnte an deiner Seite?

Ina Felina: Ich besuchte 2014 Albanien mit einem Freund, und seitdem wollte ich in Richtung Kriegsjournalismus gehen. Fotografie ist für mich eine große Leidenschaft. Mit Bildern kann man als Zeitzeuge sehr viel bewegen, Emotionen wecken und vielleicht auch etwas verändern. Man muss nur den richtigen Moment einfangen.

2017 besuchte ich mit einem anderen Freund den Libanon. Ich wollte ein paar Aufnahmen in Südbeirut machen und wurde von der Hisbollah wegen Spionageverdacht vorläufig in Gewahrsam genommen, jedoch schnell wieder freigelassen. Kurz darauf lernte ich Abed kennen. Er lebt in Berlin und kam aus der Gegend, in welcher ich festgenommen wurde. Also beschlossen wir, gemeinsam hinzureisen. Er war derjenige, der mich zu den Flüchtlingslagern in der Bekaa-Ebene brachte. Ich überredete ihn, mit mir zusammen ein paar dieser Lager aufzusuchen und Interviews mit den Menschen dort zu führen und meine Fragen zu übersetzen. Das Camp 009 in der Bekaa-Ebene war damals das erste Flüchtlingslager, welches ich betrat, von diesem Lager leitet sich somit auch der Name für das Projekt ab. Dort leben vorwiegend Syrer aus der Gegend um Rakka. Als ich das Elend sah, begann das Ganze, denn wegsehen konnte ich nicht mehr.

In Deutschland angekommen, begann ich Babyklamotten und Schuhe zu sammeln und sendete einen Container nach Libanon. Leider bekam ich die Dinge nie ausgegeben, da der Zoll damals 10.000 Euro von mir verlangte. Mittlerweile dürften die Spenden bei der Katastrophe in Beirut in Schutt und Asche gelegt worden sein. Doch aufgeben, das konnte ich nicht. Von da an suchte ich immer wieder nach Kofferpaten, die mir einen Koffer voller gesammelter Schuhe in den Libanon bringen. Ein Freund von Abed holte die Spenden immer vom Flughafen ab und sammelte alles, bis wir wieder vor Ort waren, um die Dinge im Lager zu verteilen. Die Gelder für das Projekt organisierte ich damals durch Soli-Veranstaltungen in Berlin bis zur Corona-Krise, mindestens eine Veranstaltung im Monat organisierte ich somit etwa zwei Jahre lang.

Lotar Martin Kamm: Beschränkt sich deine Arbeit, dein Engagement nur auf Syrien selbst, oder suchst du auch andere benachbarte Länder auf, was letztlich sehr naheliegend wäre? Welche besonderen Erfolge kannst du uns berichten?

Ina Felina: Für mich sind alle Menschen gleich. Ich beschränkte mich nie auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Mir geht es um diejenigen, mit denen es das Leben nicht gut meinte. Die ärmsten der Armen sind meine Zielgruppe. Religion, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Gesinnung spielen für mich keine Rolle. Zuletzt besuchte ich zum zweiten Mal das Samos Camp in Griechenland. Ich lebte selbst 5 Wochen im Camp, da ich diese Erfahrung mit den Menschen teilen wollte, ihnen auf Augenhöhe begegnen und alle Tücken des Lebens im Lager kennenlernen wollte.

Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meinem Team, welches selbst im Lager lebt, einigen Menschen sehr gut helfen konnte, indem wir Plastikplanen oder Holz zum Bau von Behausungen bereitstellten. Wir bauten auch komplette Behausungen für Menschen, die in kleinen Ein-Mann-Zelten leben mussten und wir begannen eine kleine Kooperation mit MSF (Ärzte ohne Grenzen). Sie stellten Material und einen Plan für Toiletten zur Verfügung, und wir bauten diese Sanitäranlagen in einem Teil des Camps, in welchem es keine Toiletten gab. Vor kurzem brannten große Teile des Samos Camps ab. Wir halfen schnell und unbürokratisch und sendeten direkt zwei Transporter-Ladungen Holz ins Camp, damit sich die Obdachlosen neue Behausungen errichten konnten.

Lotar Martin Kamm: Was sollte sich tatsächlich schnell und direkt ändern an Hilfeleistung seitens der EU oder Deutschlands? Inwieweit greifen zu halbherzige Maßnahmen seitens der Politik?

Ina Felina: Die Asylpolitik ist kompliziert und schwer durchschaubar. Es ist unverständlich, warum die Menschen in unserem freien und reichen Europa so leben müssen. Doch wenn man hinter die Kulissen blickt, wird schnell klar, dass diese Probleme so gewollt sind. Es ist eine Abschreckungspolitik, welche Europa abschotten lässt. Wir haben eine Mauer um Europa errichtet, die kaum noch zu durchdringen ist. An unseren Außengrenzen befinden sich unzählige Lager mit Tausenden von Menschen, die vor Krieg und Folter fliehen mussten und sich nur ein würdevolles Leben ohne Angst und psychischen Druck erhofften, nun leider festsitzen und oftmals nicht vor und zurück können.

Viele Menschen in Europa haben Angst vor den Flüchtlingsströmen, und aufgrund von mangelnder oder fehlender Berichterstattung wissen leider viele Menschen nicht von den Problemen in den Lagern. Ich, sowie viele andere Hilfsorganisationen machen den Job, den eigentlich der Staat übernehmen sollte. Ich würde mir wünschen, staatliche Zuschüsse zu bekommen, denn die Arbeit ist mühsam und erfordert viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Lotar Martin Kamm: Gibt es noch mehr zusätzlich entstandene Projekte im Rahmen der Initiative?

Ina Felina: Wir hatten letztes Jahr ein Projekt in Syrien. Sechs Damen, wohnhaft bei Damaskus strickten für uns Socken, Mützen und Schals. Wir bezahlten sie großzügig dafür und verkauften die Strickwaren auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin. Für die Damen war es ein tolles Projekt, weil sie somit ihren Unterhalt für die nächsten Monate sichern konnten.

Lotar Martin Kamm: Zum Schluß möchte ich dir noch gern den Raum für nicht gestellte Fragen geben, was du noch auf dem Herzen hast. Darüber hinaus, wo man das ‚Projekt 009’ findet?

Ina Felina: Auf Samos wird auf einem Militärgebiet gerade ein riesiges Internierungslager/Gefängnis für Geflüchtete gebaut. Laut Gerüchten soll es zwischen Februar und Juni in Betrieb genommen werden. Wie die Deportation ablaufen soll, das weiß bisher niemand so genau. Fraglich ist, ob nur die Neuankömmlinge direkt ‚inhaftiert‘ werden sollen, oder auch die Bewohner des Dschugels (inoffizieller Teil des Samos Camps) deportiert werden. Tatsache ist aber, dass seit etwa 10 Monaten keine Neuankömmlinge mehr auf Samos ankamen. Frontex sorgt für illegale Pushbacks in die Türkei, und falls es doch jemand schafft, kommt er ins örtliche Gefängnis.

Die Menschen haben Angst vor dem neuen Lager. Denn das Gebiet ist weit weg vom Schuss. 10 km von der Hauptstadt entfernt, 6 km zum nächsten Supermarkt, 10 km zum Krankenhaus, 10 km zum Strand. Militärgebiete sind Sperrzonen und dürfen nicht betreten werden. Fraglich ist auch, ob Hilfsorganisationen dann überhaupt noch Zugang zu dem Gebiet bekommen werden. Seit Corona wurde Flüchtlingshilfe auf den griechischen Inseln illegalisiert, und kaum eine Organisation kann noch ihre Arbeit normal verrichten. Es muss schnellstmöglich etwas geschehen. Ich kann nicht dabei zusehen, wie Menschen ihrer Rechte beraubt werden, nur weil sie mit dem falschen Pass am falschen Ort geboren wurden. Es besteht Handlungsbedarf in der Politik, und zwar dringend.

Das Projekt findet man bislang nur auf Facebook. Ich bin auf der Suche nach Menschen, die mir gern bei der Arbeit helfen wollen, die Hauptarbeit mache ich seit drei Jahren zum Großteil alleine. Ich habe zwar immer wieder Helfer, doch ich brauche eigentlich ein festes Team, auch für die Gründung eines Vereins wäre es von Vorteil, endlich mal ein Team zu haben, welches sich regelmäßig trifft und über Dinge beratschlagen kann. Die Entscheidungen lagen bislang immer hauptsächlich bei mir. Aber ich bin gewachsen an dem Projekt. Aus einer kleinen Hilfslieferung wurde mein Herzensprojekt, und nun möchte ich eine NGO gründen, denn ich habe gemerkt, dass es meine Berufung ist, Menschen in Notsituationen zu helfen und ihnen Hoffnung auf eine bessere Welt zu geben. Für viele Menschen in den Lagern bin ich zu einer Art Hoffnungsträgerin geworden.

Lotar Martin Kamm: Ich bedanke mich auch im Namen des gesamten Teams für das interessante Interview und wünsche dir und dem Projekt noch viel Erfolg.

Ina Felina: Auch ich bedanke mich herzlich bei dir und wünsche eine wundervolle Vorweihnachtszeit. Liebe Grüße!

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Das Land in ihr

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Ständig, in einem fort
dachte sie diesen Ort,
schattig gekühlt,
sich bequem angefühlt,
kein Blenden,
kein Verschwenden
eines Sinnes Satz
an seinem Platz,
ob seiner Richtigkeit
an seiner Flüchtigkeit,
sie liebte es sehr,
ohne Haftung mehr
das Wissen spüren,
ohne es zu berühren,
das Schweben ins Freie
der gelesenen Schreie,
Musik der Gedanken
ohne Schranken,
sie öffnete ihre Augen,
um ferne zu schauen,
an der Stirn ihre Hand,
so nah ist dieses Land.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Stahlsäulen unterwegs

So ein Shit,
schon wieder ein Monolith
auf dem Acker.
Die Säulen halten sich wacker.

Alle Welt fragt,
was uns solches sagt.
Eine Warnung, ein Zeichen,
sollen die Reichen etwa weichen?

Erinnerungen an Odyssee 2001 werden wach,
dem Aufmerksamen sofort ins Auge stach.
Nachahmer unterwegs uns zu verunsichern,
dabei im stillen Kämmerlein kichern?

Es könnten auch Alliens aus dem All sein,
am Ende Weltbeherrschung und Pein?
Spekulationen und Verschwörungen suchen sich Raum,
Despoten fiebern entgegen ihrem Traum.

Doch könnte auch eine Mahnung dahinterstecken,
die soll so manches real bezwecken.
Vielleicht mal all die Schandtaten zu überdenken,
folglich so gar kein Ablenken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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