Das Meer hinter meinem Haus

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Das Meer hinter meinem Haus
atmet meine Träume ein und aus,
auf seinen Wellen segeln sie
zu Welten berauschender Magie,
durch das Geäst umstehender Bäume
hinein in transparente Räume,
in den Gängen von riesigen Bergen
diffuse Lichter markieren Herbergen,
auf nassen schaukelnden Planken
schwebe ich zu den äußeren Flanken
eines in Schlaf versunkenen Reiches
mit den Schaumkronen fließenden Geistes.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bildungssysteme im Widerspruch

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Weg von der Angstgesellschaft

Alles hängt mit allem zusammen. Und wenn wir diese wichtige Erkenntnis einfließen lassen in unserem tagtäglichen Handeln, insbesondere die Politik sich aufgerufen fühlen sollte, sehr behutsam mit viel Weitsicht die notwendigen Weichenstellungen zu bewerkstelligen, dann könnte es uns in der Tat besser gehen.

Doch stattdessen werden die Vorgaben einer nimmersatten Wirtschaftselite bedient, richtet sich alles nach ihr, vom Kindergarten zur Schule, von der Lehre oder Uni ins Berufsleben, die Menschen haben ihren Zweck zu erfüllen, wer aus der Reihe tanzt, wird abgestraft. Das ist allerdings ein kontraproduktiver Weg, deshalb gehören Bildungssysteme auf dem Prüfstand, weg von der Angstgesellschaft und hin zu Freiheit durch Kooperation, einer menschenwürdigen Gesellschaft.

Erwin Wagenhofer und sein Film Alphabet

Der österreichische Autor und Filmemacher Erwin Wagenhofer, den Sie wohl sicherlich von seinem erfolgreichen Dokumentarfilm „We Feed the World“ (2005) kennen werden, der völlig berechtigt die Massentierhaltung sowie die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion scharf kritisiert, versuchte sich ebenso in Spielfilmdrehbüchern wie z. B. „Vergiss Neider!“. Drei Jahre später folgte der Dokumentarfilm „Let’s Make Money“, in dem die weltweite, ungleiche Vermögensverteilung angeprangert wird.

In seinem Dokumentarfilm, „Alphabet“ nimmt er äußerst eindrucksvoll die Schulsysteme auseinander, hinterfragt altverkrustete, sich längst überholte Modelle. Eine dringliche Forderung an mehr Spielraum für Kreativität des Menschen wird deutlich im Film betont. Vergessen wir nicht, wie großartig die Möglichkeiten schöpferischer, individueller Vielfalt sich in uns bergen, wenn wir sie denn auch zulassen. Aber anstatt dies zu berücksichtigen, verbleibt das Korsett einer straffen Schulbildung. Und so bringt es Wagenhofer auf den Punkt, wenn festgestellt wird, daß dies, was wir lernen, unseren Wissensvorrat prägen mag, hingegen aber wie wir lernen, unser Denken prägen wird.

In dem Interview des Standarts, „Die Angst ist der Motor des ganzen Systems„, verdeutlicht Wagenhofer auf die Frage hin, ob es ihm um eine schullose Gesellschaft gehe, inwieweit normierte Abläufe eher uns nicht guttun, in dem er im Film den Maler Arno Stern aussprechen läßt: „Die Menschen sind am Leben und wissen nicht, warum.“

Bildungslobbyismus hat dem kreativen Gedanken zu weichen

Wir befinden uns mitten in einem Paradigmenwechsel, selbst wenn das die Herrschenden mal wieder nicht wie schon so oft in der Menschheitsgeschichte wahrhaben wollen. Es kann nicht mehr funktionieren, dieses aufopferungsvolle, ständige Gehorchen und Dienen nach den Vorgaben einer inhumanen Wirtschaft, in der sich alles nach dem Profit zu richten hat, während der Mensch, die Umwelt zugrunde gehen wird.

Insofern zerstört Bildungslobbyismus humane Freiheit, muß als Fehlentwicklung betrachtet werden, die es unbedingt zu ändern gilt. Erwin Wagenhofers neuer Film „Alphabet“ kann dabei ein Stückweit die richtigen Denkanstöße vermitteln. Jetzt gilt es, mutig eine Veränderung herbei zu führen, sich von einem Bildungssystem zu verabschieden, welches bisher stets den Menschen mit all seinen inneren Bedürfnissen, Stärken und Schwächen viel zu wenig berücksichtigt hatte. In der Tat muß die Umklammerung einer drohenden Angstkulisse der gesunden Möglichkeit der individuellen Förderung endlich weichen.

Nicht Drill, unnötiges Wissen und ewiger Zeitdruck sind mehr angesagt, sondern ein wesentlich behutsameres Aufeinander zugehen. Was nutzen der Gesellschaft „funktionierende Menschen“, die gleichzeitig sich ihrer eigentlichen, inneren Wünsche betrogen fühlen? Unzufriedenheit birgt viele Gefahren in sich, zwischenmenschliche Bindungen leiden genauso darunter wie letztlich die Arbeit selbst. Wer eine reelle Chance erhält, sich wirklich zu finden, kann dementsprechend wesentlich freudiger seinem Handeln im privaten und beruflichen Bereich nachkommen. Sorgen wir dafür, krempeln die alten Systeme um, die Zeit dafür ist überreif!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Ausgeträumt Humpty-Trumpty

Hat die Wahl verloren,
fühlt sich aber auserkoren,
meint, er sei noch im Rennen.
Da nützt kein Flennen,
kein Lästern und Fluchen,
um Wahlbetrug zu suchen.
Weder Medien beschimpfen,
noch Haßtiraden zu impfen.
Nächtliches Twittern
bringt die USA nicht zum Zittern.
Es hat sich ausgeträumt,
doch der Verlierer weiter schäumt.
Was soll der Graben vorm Weißen Haus?
Das imponiert keinen Santa Claus.
Die Welt kann gut auf ihn verzichten,
gewonnen hat Humpty-Trumpty mitnichten!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Decke über dem Kopf

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Ich möchte sie haben,
die Decke überm Kopf,
atmen möchte ich darunter,
einatmen
das Erkennbare
im schummrigen Licht,
die leichte Schwere
könnte mich davontragen,
sogar tief in die Erde,
deren sanfter Druck
Gestalten formen könnte,
um den Hunger zu stillen
nach Antworten,
nach Worten,
die noch nie jemand sprach,
die Hunger stillten,
Atmen nicht verhinderten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hauptsache die Demokratie zerlegen

Die Sehnsucht Führerkult wieder zuzulassen, sucht Wege

In einem entscheidenden Punkt halten sie alle zusammen, formieren sich von still bis lärmend, mal bunt bis schwarz gekleidet, in stiller Andacht bis hin zu Haßbotschaften, die wie ein Pöbel sich entladen, Galgen, Waffen und getrennte Köpfe zeigend, sich im Sprühnebel von Wasserwerfern feiernd, doch revolutionsgeladen jubelnd, Hauptsache die Bundesregierung aus dem Deutschen Bundestag stürzend.

Gedankenblitze all jener, die sich Querdenker, Esoteriker, Rechtsradikale, Impfgegner nennen, ob einem KenFM hinterherhechelnd oder einem Vegankoch, einer AfD, mit und ohne Maske, kuschelnd ohne Abstand, sich über das Virus lustig machend, während man meint, Grundrechte würden seitens Merkel und Co. ausgehebelt, alles Gründe, um Widerstände anzumelden, zu dulden, zu legitimieren, während die Medien darüber berichten, Meinungsfreiheit schier grenzenlos sich entfalten darf.

Der politisch wache und interessierte Beobachter kann darüber nur noch kopfschüttelnd staunen. Was haben die letzten 75 Jahre gebracht? Im Ergebnis die Sehnsucht zu erneutem Führerkult. Zumindest bei den minimum 15 Prozent in der Bevölkerung, die wir nicht einmal allesamt auf den Straßen und Plätzen sehen!

Eine schweigende Mehrheit hält immer noch still

Zunächst ein gutes Omen, denn die Provokateure wollen die direkte Konfrontation. Gedanklich erhoben und knallhart formuliert seitens Akteuren wie von einem Steve Bannon, der genau das will. Was dann einem Donald Trump nur recht sein kann, ein aalglatter Wladimir Putin toleriert, ein Orbán sowieso gutheißt, der Türkische Pascha exemplarisch vorlebt, wie sich das für Despoten gehört.

Können wir halt feststellen, jene Entwicklung. Bloß wie lange dulden? Bis der Krug zerbricht? Dann wird es zu spät sein. Das gestrige Revolutionsschauspiel im Sprühregen offenbart die Zustände, die Demokratie kämpft nicht nur gegen das Virus, wie die vier Autoren des Spiegel-Artikels äußern. Gestern bereits die Zweite Hauptprobe, die Erste beinhaltete den Versuch, den Bundestag im Reichstagsgebäude zu erreichen am 30. August. AfD-Politiker schleusen Bürger ein, die MdBs bedrohen. Beim nächsten Mal in einer möglichen Generalprobe erste Opfer, bevor bei einer Premiere Revolution in einem Staatsstreich mündet? Alles schaut zu, aber keiner reagiert entschlossen dagegen? Äußerst befremdlich!

Heute Randale und morgen folgt was?

Ein Desaster ohne den geringsten Spaß? Das Ende der Demokratie, Mensch sich behandelt wie beim Vieh? Schaut mal lieber sehr genau, das macht wirklich Sinn! Wer solchen Mob ständig wirken läßt, darf sich nicht wundern, wenn die Hemmschwelle sinkt. Schlimm genug sich sprachlich ausgetobt wird, nachlesbar in den Social Media, in Kommentaren, wo immer Podien zugelassen werden. Meinungsfreiheit ein kostbares Gut, Haß und Gewalt nicht zu stoppen ein dramatischer Fehler, der sich am Ende rächen wird. Gebote und Gesetze wirken nur dann, wenn sie eingehalten werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Mitten im Glück

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Bild von Ansgar Scheffold auf Pixabay

Schlaftrunken oder besser verpennt startete er den Wagen,
der Tag noch zugedeckt mit orangeroten Farben,
eine Zigarette für uns zum Frühstück schon seit Tagen,
Geld hatten wir zu Genüge, wir mußten nicht darben,
wir wollten heißen Kaffee und Croissants mit Butter,
ich dachte in diesen Morgenmomenten an Mutter,
die mich, außer an Wochenenden, immer zärtlich weckte,
obwohl sie mit ihrer Art seit Monaten bei mir aneckte,
er dachte wahrscheinlich an Sex, obwohl wir beide verschwitzt
vom Liebesakt, ich sehe es ihm an, weil er aufrecht sitzt,
nicht wie sonst vornübergebeugt übers Lenkrad,
als sei‘s ein Kuschelkissen, von dem er sich nicht trennen mag,
wir fuhren mit lauter Musik die Steilküste entlang,
durch die geöffneten Fenster der Wind die Töne verschlang,
weißes Licht das morgendliche Erröten des Tages übermalte,
sie schminkt sich aus Scham, ich fragte, ob er mal anhalte,
wir stiegen aus, rochen die Tränen, die an die Felsen aufschlugen,
über die Steine rollten, Wellen die ihr Leid nicht mehr ertrugen,
oder war es Mitleid, war es Freude, weinten sie vor Glück,
war ihr Gesang Ablenkung zur Maskerade fürs nächste Theaterstück,
ich werde heute den letzten Tag mit dir verbringen,
die letzten Stunden, die letzten Minuten werden für mich klingen
wie diese Tropfenmelodie, vertrautes Willkommen und Abschied,
wie der leicht bewegte Vorhang, hinter dem die Akteure proben ein Lied,
ein Lied über verlassen werden, über Liebe, die ewig währt,
über den Wind, der der Welt Gesicht streichelt, ihre Einsamkeit aufzehrt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Fehlentwicklung ändern

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Bild von Ervin Gjata auf Pixabay

Drei Worte bestimmen das Leben,
Nehmen und Geben
das menschliche Bestreben.

Ich liebe dich,
so oft und gern gesagt,
erscheint ungefragt.

Manche Sätze uns verletzen,
einige sich verwundert setzen
beim fragwürdigen Hetzen.

Nach Gewalt bis hin zu Krieg
gibt es überhaupt keinen Sieg.
Mensch pflegt dennoch diesen Tick.

Alles Sein daher in Frage stellen,
nützt selten in den meisten Fällen.
Möge uns Kreatives besser erhellen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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