Ohne Sinn und Verstand

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Fröhliches Saufen ist angesagt,
bloß nicht verzagt,
morgen wieder der Ballermann tagt,
natürlich gänzlich ungefragt,
Hauptsache dieser vieles überragt.

Besorgnis in den Wind schießen,
weil Politik sie wieder ranließen,
nichts mit sorgenfreiem Genießen,
fleißig Zwietracht dabei gießen,
die auf Verschwörer stießen.

Eine Welt ohne Sinn und Verstand,
simpel gefahren gegen die Wand.
Vorsicht einfach so verschwand?
Verschwörer zusammen mit rechtem Rand?
Davon befallen so manches Land?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona zwischen Verschwörung, Einsicht und Leichtsinn

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Jede Seuche sollte als Fingerzeig gewertet werden

Die Herbstmitte nicht fern hat in den USA nunmehr die Silly Season begonnen, längst kann man durchaus von einer zweiten Corona-Welle auch hierzulande sprechen, dennoch gibt es etliche, die weiterhin Covid-19 verharmlosen bis hin zu Donald Trump, dessen eigene Erkrankung ihm als Soap dient, erneut viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Nach dessen Corona-Kommentar, gehen Promis auf Donald los: „Sag das den Toten!“ Dies kann niemand ihnen verdenken, schließlich haben die USA die meisten Corona-Toten zu beklagen, während ihr US-Präsident gefühlskalt sich über betroffene Menschen lustig macht.

Von nichts eine Ahnung und dennoch herumproleten

Eine ziemlich typische Eigenschaft für Hochstapler, die obendrein deren Narzißmus betont. Donald Trump reiht sich ein in alle jene, die weiterhin diese Seuche schlichtweg ignorieren, was sicherlich zu etlichen politischen Fehlentwicklungen führt, somit nichts Gutes verheißt. Es wird höchste Zeit für einen politischen Wechsel in den USA, möge ein Joe Biden all das beenden, was ein Donald Trump eingeleitet hat.

Inzwischen macht sich genügend Prominenz Luft, unterstreicht per kritische Bemerkungen die Dekadenz ihres Präsidenten. Man könnte fast meinen, er lege es darauf an, die Wahl zu verlieren, Biden gewinnt nach dem Corona-Theater eher an Sympathiepunkten.

Kontra Masken in der Schweiz – konsequentes Durchgreifen in Neuseeland

Keine leichte Aufgabe, die ein Schweizer Journalist „Undercover“ bei Maskengegnern ganze zwei Monate lang sich zugemutet hat, um das Netzwerk von Corona-Verschwörern zu infiltrieren, wie Daniel Schurter für watson schreibt. Das zieht automatisch unbequeme Fragen nach sich.

Die Zulässigkeit jener Recherche wird adäquat geklärt, die damit erhaltenen Infos seien von öffentlichem Interesse. Punkt. Aber natürlich sind sie das, schließlich verunsichern jene Masken- und Corona-Leugner schon genügend Menschen, was sicherlich niemand nützt, sondern viel eher größeren Schaden anrichtet.

In Neuseeland sind seit bald zwei Wochen keine Neuinfektionen mehr zu verzeichnen. Der Gesundheitsminister Chris Hipkins spricht von einem «großen Meilenstein», der strikte zweite Lockdown hat somit seine  positive Wirkung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Stürmische Ruhe

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Es sei die Ruhe vor dem Sturm,
fürcht‘ dich darum,
wenn kein Lüftchen weht,
wenn Frieden ist eingekehrt,
wenn still ist der Geist,
wenn Gedanken sind verreist,
hört man‘s flüstern,
erwartungsvoll, lüstern,
Unheil steckt im Busch,
ängstige dich, husch, husch,
fürchte den Orkan,
der Leben vernichten kann,
weil du Muße dir gegönnt,
weil du der Stille gefrönt,
weil du sorglos hast genossen,
weil du Mühsal hast vergossen,
ich liebe den Wind,
schon seit ich bin Kind,
sein Spiel mit meinen Haaren,
sein ungestümes Gebaren,
meine Schreie trägt er fort,
ungehört an meinem Ort,
still empfängt er meine Stimme,
als ob er mir zustimme,
Ruhe bewirkt diese Einigkeit,
Wucht und Stille sind vereint,
Sturm stört die Ruhe nie,
er ist die Schaukel für Harmonie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Qual vor der Wahl

Der Wahnsinn regiert die Welt,
genau das für etliche wohl zählt.
Schuld daran all das viele Geld.
Trump fühlt sich dabei als Held,
jener Narzißt sein Ego erhellt,
Corona für ihn entfällt,
während manch einer sich quält.

Die Medien werden weiterhin beschimpft,
Haß, Wut und Verschwörungen geimpft,
statt den Menschen wirklich zu helfen,
glaubt manch einer an rettende Elfen.
Die Wahl rückt immer näher,
schon fühlt sich Trump als Seher,
glaubt, er handelt gar fair.

Das Ende vom dramatischen Lied,
schlimmes dort in den USA täglich geschieht.
Während alle Welt erstaunt die Nase rümpft,
der blonde Dolle selbstherrlich weiterschimpft,
er habe stets alles richtig gemacht,
egal was dabei jetzt wohl entfacht.
Doch was hat’s letztendlich gebracht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Buckeln auf Kosten einer kleinen Elite

Weltbank fordert widerlegten Unsinn

Es war schon peinlich genug, daß landauf, landab immer wieder in den letzten Jahren die Forderung nach längerer Arbeitszeit seitens gewisser Politiker und Arbeitgeber in dem Raum stand. Vorneweg mit dabei die Weltbank, die die geringe Lebensarbeitszeit kritisiert.

Weiterhin wird am Wachstum festgehalten, obwohl längst klar sein müßte, daß genau diese Erwartung eben nicht erfüllt werden kann. Und um den Touch von einer größeren Seriosität zu vermitteln, wird erneut der Ruf nach Maßstäben der Neidfaktoren lauthals verkündet, wer keine Arbeit habe, würde sogar relativ großzügig behandelt, auch sei es leicht, in Rente zu gehen.

Klar doch, wenn europäische Länder nach jahrzehntelangem Kampf es endlich geschafft haben, soziale Standards und einen gerechten Wohlstand aufzubauen, muß nunmehr dieser in Frage gestellt werden, weil man nonchalant diese mit der restlichen Welt vergleicht. Obwohl just genau diese sozialen Errungenschaften ohnehin stetig flöten gehen, denken wir nur an die menschenverachtende Hartz-IV-Gesetzgebung in Deutschland. Was treibt eine Weltbank an, dermaßen unprofessionell vorzugehen?

Die Weltbankgruppe hat sowieso ihre Hausaufgaben nicht gutgemacht

Ausgerechnet die Weltbankgruppe meinte, sich zu Wort melden zu müssen, wie europäische Länder ihre Arbeitsmarktpolitik zu gestalten haben. Dabei hat diese Gruppierung in den fast letzten vier Jahrzehnten eine Öffnung der Märkte der Entwicklungsländer sowie die stetig voranschreitende Privatisierung der öffentlichen Dienstleistungen vorangetrieben, sie unterstützte Pipelines, Staudämme und Goldminen, gleichzeitig forderte sie von den armen Ländern deren Kommerzialisierung von Land und Wasser, die Öffnung von Agrarmärkten für Billigimporte. Von einer Armutsbekämpfung kann keine Rede sein, sondern viel eher von einer erheblichen Verletzung des Menschenrechts auf Nahrung.

Haben die Weltbank zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWO) als Sonderorganisationen der Vereinten Nationen etwa sich zu Gehilfen reicher Industrienationen hinreißen lassen? Wenn wir uns die Folgen der Verfehlungen der letzten Jahrzehnte betrachten, kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Längere Arbeitszeiten schaffen lediglich neue Probleme

Letztlich gibt es nur noch Argumente gegen längere Arbeitszeiten. Oftmals soll längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich stattfinden, doch genau dies vernichtet tatsächlich nicht nur Arbeitsplätze, sondern bedeutet darüber hinaus Lohnkürzung. Während der Arbeitgeber dann von sinkenden Produktionskosten profitiert, wird das Stundengeld gleichzeitig reduziert.

Auch bedeutet es, daß die Familien wieder unter längerer Arbeitszeit zu leiden haben, wobei erst recht Frauen aus dem Erwerbsleben eher gedrängt werden, sie noch mehr sich mit Teilzeit- und Minijobs zu begnügen haben. Und der gesundheitliche Aspekt muß berücksichtigt werden, wer länger arbeitet, kann sich weniger regenerieren, wird daher eher krank, wobei dann im Alter die Pflegfallrate steigen wird. Selbst die Produktivität sinkt mit dieser Maßnahme, weil Mensch eben keine Maschine ist, sondern bei höherer Arbeitsdauer die Energiereserven sich schneller aufbrauchen, die Leistung sinkt und sogar die Fehlerquote steigt.

Was steckt hinter einer solchen Forderung?

Solange die Politik sich aufgrund solch undurchdachter Vorschläge, wie der von der Weltbank, gängeln und beeinflussen läßt, werden die Menschen über kurz oder lang die Folgen zu ertragen haben. Es liegt aber auch an den Völkern selbst, endlich mal sich darüber im Klaren zu sein, wohin die „Reise geht“. Nämlich zu einer feudalen Herrschaftselite, der es völlig egal zu sein scheint, ob die Menschen angesichts einer solch verfehlten Politik zu leiden haben, Hauptsache ihre eigenen Interessen bleiben insoweit bewahrt, daß sie ein sorgenfreies Leben genießen dürfen im nimmersatten Materialismus.

Da wir alle uns in gegenseitiger Abhängigkeit befinden, liegt es gleichzeitig dennoch an uns, inwieweit der Bogen der Dekadenz gespannt bleiben darf. Früher gab es diese Mittel der Informationen kaum bis gar nicht – heute sind sie nachlesbar, also lautet der Auftrag: begreifen, fordern und verändern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Haftung der Zitronenbonbons

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Vorhin, eine Weile her,
Zitronenbonbons kleben sehr,
nicht nur in Taschen,
deponiert zum Naschen
oder Mundgeruch kaschieren,
sie haften auch gern am Gaumen,
dann benötigt man zwei Daumen,
um sie wieder abzuklauben,
so der landläufige Glauben,
und wenn‘s nicht funktioniert,
was verdammt passiert,
die Mundhöhle ist zerkratzt,
geschürft, aufgeplatzt,
weil der Zitronenbonbon,
einzementiert wie Beton,
sich weigert loszulassen,
seine Form, Oberfläche passen
sich der Gaumenwölbung an,
nicht mithalten kann, da, o Mann,
die Zunge, zu labbrig, zu glitschig,
das ist absolut nicht witzig,
Zitronenbonbons sind für die Katz‘,
ich schlag jedem auf die Tatz‘,
anbieten, das verbiet‘ ich mir,
jetzt fehlen der Zähne vier.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Irina Slawinas Selbstmord offenbart Putins diktatorischen Kurs

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Keine Kunst und Opposition in Russland

Während alle Welt diesen cholerisch narzißtischen Trump beobachtet und kommentiert, vollzieht sich in Russland der Alltag, den die Menschen bereits seit Jahrhunderten durchleiden müssen. Das Diktat von oben beherrscht ein Volk, welches vom Zarismus, Stalinismus und angeblichen Kommunismus bis hin zum Putinismus nichts anderes kennt, als die Füße still zu halten, will es keine Repressalien durchleben.

Wer aufmuckt, wird verfolgt, verprügelt, eingesperrt oder schlichtweg ermordet. Wer all das nicht mehr aushält, bringt sich aus Verzweiflung um so wie die russische Journalistin Irina Slawina, die sich gestern verbrannte.

Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis

Um hier ganz gezielt Albert Camus‘ Zitat zu benutzen. Doch wie können wir Verständnis für einen Autokraten und Despoten wie Wladimir Putin haben, der jedwede kulturelle Vielfalt im Keim ersticken läßt, die Opposition mit all seiner Erfahrung aus KGB-Zeiten bekämpft? Es kann nicht funktionieren trotz aller Bemühungen, die durchaus täglich stattfinden.

Irina Slawina hat ihren Kampf verloren, Licht ins Dunkel der Kreml-Machenschaften zu bringen. Wer die eigene Familie, Mann und Tochter hinter sich läßt, den Mut aufbringt, sich selbst zu verbrennen, dessen Leid muß gewaltig sein, um eine solche Verzweiflungstat auszuüben. „В моей смерти прошу винить Российскую Федерацию.“, übersetzt: Ich bitte euch, die Russische Föderation für meinen Tod verantwortlich zu machen, schrieb sie gestern in ihrem Facebook-Account kurz vor ihrem Tod. Deutlicher kann man das kaum auf den Punkt gebracht ausdrücken!

Trostlosigkeit vermitteln alle Regime und Diktaturen

Genau das gilt leider auch für Russland, in dem Wladimir Putin regiert, dessen Herrschaftsgehabe soweit das Auge reicht. Alexej Nawalny konnte dem Tod gerade noch rechtzeitig von der Schippe springen, für Irina Slawina war es leider zu spät, sie hielt den Druck nicht mehr aus.

Schon mal darüber nachgedacht, warum wir keine kulturelle Vielfalt in Russland erleben dürfen? Wo sind die freien Maler, Schriftsteller, Musiker? Wo? Falls doch welche es wagen, auf sich aufmerksam zu machen, sterben sie unverhofft wie z.B. der Rockmusiker Wiktor Zoi oder werden unverhältnismäßig bestraft so wie Pussy Riot.

„Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.“ (Ingmar Bergmann)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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