Geistige Gefangenschaft

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Sie lieben ihre geistige Gefangenschaft,
diese verspricht geordnete Gefolgschaft,
in Marsch gesetzt in Reih‘ und Glied,
keiner sich diesem Troß entzieht,
der sich nach Befehlsgewalt sehnt,
sich gern an Althergebrachtes anlehnt,
denn er verspricht Schutz und Hege,
Zusammenhalt und vorbestimmte Wege,
in Kauf genommen werden Zwang,
vorgeschriebenes Denken ein Leben lang,
keine Sorgen, keine Ängste, keine Nöte,
da lohnt es sich zu schlucken die Kröte,
der Vereinnahmung der Persönlichkeit,
nicht zu vergessen auch der Menschlichkeit,
letzteres ist sowieso kontraproduktiv,
lenkt nur ab vom eigenen Seelenmief,
verführt nur zu Liebe und Gefühlen,
verdirbt den Spaß in Herzen zu wühlen,
um sich groß und mächtig vorzukommen,
wenn anderen wird die Freiheit genommen,
so parieren sie nach dem höheren Sinn,
in einer Gedankenzelle ich der Herrscher bin.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Techtelmechtel zwischen Gesetzgeber und Wirtschaft entlarvt

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Verunsichert – Alles Gute für die Zukunft

Allseits bekannt, jener Filmstoff, der einmal mehr aufzeigt, mit welchen Mitteln Versicherungen sich vorm Zahlen drücken, eiskalt in gerichtlichen Instanzen Geprellte zurückschrecken sollen, weil sie dies ohnehin nicht durchhalten können, ihnen schlichtweg der längere Atem fehlt bzw. die Kosten für teure Anwälte.

In diesem Fall nach wahren Begebenheiten, im ARD-Film Verunsichert – Alles Gute für die Zukunft, unter der Regie von Drehbuchautor Jörg Lühdorff, gewinnt am Ende Franziska Schlüter, ehemalige Mitarbeiterin der Aescuria-Versicherung, als Anwältin einen Prozeß von Geprellten, um dem Zuschauer schließlich mit auf dem Weg zu geben, daß die Bundesregierung bis zum heutigen Tag keiner Gesetzesänderung zustimmt, in der Versicherungen in Beweislast treten sollten, statt Versicherten zuzumuten, die Rechtmäßigkeit ihrer Forderungen beweisen zu müssen.

Die FAZ in einem Plädoyer für Versicherungen?

Natürlich kann man Filme verreißen, sich gar über sie lustig machen, das gehört mit zum Handwerk des Feuilletons, so daß ganz besonders in Filmkritiken auch oftmals mit harten Bandagen ausgeteilt wird. Trotzdem sollte man auf dem Boden der Tatsachen verweilen und nicht maßlos überzogen auftreten.

Dazu ließ sich aber Oliver Jungen hinreißen in dessen Kritik Des Räubers künstlerische Freiheit, die obendrein dem Film gleich zu Beginn eine Seriosität unterstellt bei der Frage, inwieweit die „wahre Begebenheit“ als tragendes Fundament greift. Erbsenzähler zählen Erbsen, Filmkritiker können schon mal das Haar in der Suppe suchen, aber bitte mit der gebotenen Fairneß. Die vermißt der kritische Leser, denn der Artikel liest sich wie ein Plädoyer für hart angegriffene Versicherungen, wo doch die Versicherten im realen Leben schon genug verprellt werden.

Beim Zuschauer stehen die Haare zu Berge

Der ein oder andere dürfte ein Aha-Erlebnis bei den 128 Filmminuten haben, wenigstens der WDR nähert sich dem Thema mit gebotenem Respekt, in dem schlichtweg der Regisseur selbst interviewt wird, „Jörg Lühdorff geht es nicht um den erhobenen Zeigefinger.“

Gut so, dafür ist das Thema nicht nur viel zu dramatisch und wichtig, obendrein darf jene Klientel der Versicherungen nicht nonstop davonkommen. Die Brisanz der nahezu verbrecherischen Machenschaften stinkt ohnehin gen Himmel. Selbstverständlich steht vorwurfsvoll im Raum, daß die verantwortliche Politik weiterhin viel zu unschlüssig agiert. Immer wenn viel Geld im Spiel, was längst an Korruption denken läßt, manche Tasche füllt sich auf wunderbare Weise, sollten Alarmglocken schrillen, die sofort abzustellen sind.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Film

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Europa zeigt Flüchtlingen nach Moria-Katastrophe kalte Schulter

Der Geist rechtsradikaler Gesinnung kehrt nicht zurück in seine Flasche

Die bösartige Saat geht nicht nur auf, sie hat sich inzwischen ziemlich umfänglich ausgebreitet bis hinein in verborgene Winkel Europas. Von Nord nach Süd oder West nach Ost, people hate people even when they are lost. Die Perversion des Kapitalismus hofiert das rechtsradikale Gedankengut, weil dessen Profitsucht Kriege hervorruft, Menschen als Flüchtlinge auf der Strecke bleiben oder im Mittelmeer ertrinken!

Während beherzte Menschen sich engagieren, und sei es eine Rettungskette zum Mittelmeer, schaut Europa nahezu tatenlos zu, wie in Griechenland eines der größten Flüchtlingslager entsteht, Uneinigkeit jene Entwicklung fördert, bis schließlich dort ein Feuer ausbricht, welches Migranten gelegt haben sollen, die griechische Polizei vor Ort hingegen jegliche Hilfe zu verhindern versucht. Was für eine menschenverachtende Haltung!

Moria-Debatte birgt neben aller Brutalität etwa reale Chancen?

Die Verteufelung von Flüchtlingen hat längst den Siegeszug erhalten, den bestimmte politische Kräfte sich nur erträumen vermochten, das schlägt sich ganz besonders in Wahlen nieder, so daß selbst im ehemaligen Nazi-Deutschland Nazis im Deutschen Bundestag platzieren dürfen, knapp 13 Prozent der Wählerschaft genau dies ermöglichte.

Viel Ablehnung, wenig Solidarität, tituliert der Spiegel die grausame Verachtung, die sich in Europa entwickelt hat, mit der Katastrophe von Moria erlangt sie traurige Gewißheit, Zeugnis einer kaltschnäuzigen Gesellschaft, die die Ursachen jener Flüchtlingsströme schlichtweg ausblendet, um Flüchtlinge selbst zu kriminalisieren. Welch simple Unlogik, die obendrein eigene Verbrechen bieder hinten anstellt.

Birgt die Moria-Debatte etwa reale Chancen der Rückbesinnung, was fortwährend versäumt wurde, um es diesmal besser zu machen? Falls ja, sollte nicht wieder zögerlich agiert werden.

Manche Lippenbekenntnisse ohne durchgreifende Initiativen

Anstatt endlich die Lage als das zu betrachten, was sie all die Zeit zuvor ohnehin war, ein heillos überfülltes Flüchtlingslager, welches hätte längst aufgelöst sein müssen, um den Menschen direkt real zu helfen, zogen es politisch Verantwortliche vor, letztendlich tatenlos die Betroffenen ihrem Schicksal zu überlassen. Das konnte somit nicht gutgehen.

Besonders widerlich offenbart sich mal wieder die Einstellung des Ostens und Polens. Ausgerechnet die Länder, die einen wesentlichen Anteil an der Katastrophe mit zu verantworten haben durch ihre EU-Blockadepolitik, Neuankömmlinge in ihren Ländern mit zu verteilen. Wann reagiert endlich die EU entsprechend, statt diesen Ländern weiterhin EU-Gelder zukommen zu lassen? Da paßt manches nicht zusammen, vor allem suhlen sich rechtsradikale Gesellen in ihrer boshaften Haltung, den Migranten es zu zeigen, während verächtlich bezeichnete „Gutmenschen“ schlichtweg verhöhnt werden. Eine stillhaltende Gesellschaft, die nicht eindringlich genug jenen Rechtsextremisten die Stirn bietet, darf sich nicht wundern, wenn am Ende deren „Ohnmacht“ ausgenutzt wird. Nichts aus der Geschichte gelernt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes   

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Lügen sind ihr Wissen

Sie lügen,
keiner sieht’s,
werden nicht blau dabei,
du verweigerst dich
ihren Ansichten,
jeder sieht’s,
sie sprühen blaue Farbe.

Sie lügen,
jeder hört’s,
verbreiten auf Social Media,
ihre Unwahrheiten,
werden bloßgestellt,
keiner hört’s,
grölend besetzen sie Straßen.

Sie lügen,
keiner weiß es,
Wissen wird durch
Glauben ersetzt,
Wahrheit nicht überprüfbar,
jeder weiß es,
so werden Ängste geschürt

Sie lügen,
jeder ahnt es,
Heilsbringer
und Erleuchtete
spielen Blinde Kuh,
keiner ahnt es,
das ist ihr Fangnetz.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Vertrauen verloren

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Keine Zeit heilt all die Wunden,
die abgrundtiefen Runden,
die in allzu vielen Munden
Wege der Lügen erfunden,
abgedroschene Kunden
in fataler Korruption eingebunden.

Komm, leg dich hin, schlaf in Ruh,
es paßt nicht jedem der eigene Schuh,
morgen alles gar weg im Nu,
glotzt mancher wie eine verdutzte Kuh?
Schon fallen dir die Augen zu,
weil manch Mär ein gezielter Clou?

Des Menschen Leid wird überstrapaziert,
wer davon wohl partizipiert?
Aber Hauptsache Wohlstand platziert,
Not und Elend nicht reduziert.
Was dabei wohl warum passiert,
manch Finte gezielt grassiert?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Als er mich fragte

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Als er mich fragte,
ihr wißt was ich meine,
dieser tränengetränkte
Unterton in seiner Stimme,
dieser verwunschene Blick
hinter meinen Augen,
diese fliehenden Worte,
flatternde Espenblätter
im kleinsten Windhauch,
die die zartesten Härchen
aufrichten, eine Schwere
auf dich niederschlägt,
diese erdrückende Leichtigkeit,
die den Boden unter den Füßen
öffnet und in Erwartung
der Frage aller Fragen,
du im Rauschen eines Karussells
ertrinkst, wenn sie unausgesprochen
bliebe, erwartete ich meine Errettung,
als er fragte, ihr wißt was ich meine,-
kannst du dir vorstellen,
wie phantastisch es wäre,
eine Tasse heiße Zitrone,
frisch gepresst, für mich –
ihr wißt, was ich meine,
solche Tage sind flüchtender
Rauch im verstopften Kamin.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Das Paralleluniversum schlägt erneut zu

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Neue Rechte und Verschwörungsschwurbler sorgen für viel Unmut

Das erinnert an Zeiten, die ich unbedingt hinter mir gelassen habe, woraufhin diese Seite kurzerhand ins Leben gerufen wurde, anfangs noch als Querdenkende, später aus bestimmten Gründen umbenannt in Makadomo. Leser, die jene Zusammenhänge verfolgt haben, wissen das längst, anderen sei dies hier nochmals erläutert.

Wer sich kritisch mit bestehender Politik auseinandersetzt, kann ziemlich schnell anecken, wird manchmal gar von „extremen Lagern“ umworben, ob nun aus der rechten oder linken Ecke, um dies mal so platt zu formulieren. Dazwischen agieren all jene, die sich eben vor keinen dieser Karren spannen lassen. Die Betroffenen mögen selbstkritisch ihr Handeln überprüfen, manchen gelingt das so wie auch Philip Schlaffer, der im Interview über seinen Ausstieg zu berichten wußte.

Obwohl ich stets ein vehementer Kritiker der Naziszene war, vermochte jener Gründer von Buergerstimme es, mich mit seinen „falschen“ Versprechen und Beteuerungen zu ködern, im Statement zum Ausstieg bei Buergerstimme kann man das gleichwohl nachlesen. Dennoch verbleiben manch „Narben“, Ärgernisse, die manchmal einfach unangenehm „aufstoßen“, erst recht in diesen Zeiten der AfD, der Corona-Krise, was bis hinein in den US-Wahlkampf „schwappt“.

Die Frage, die sich stellt, was hat das alles miteinander zu tun? Sehr viel! Letztendlich bildet sich ein Netz im Internet, eine gezielte Verstrickung, um die eigene Macht zu festigen, die Gesellschaft zu untergraben, gar zu spalten. Verunsicherung macht sich breit, manch einer tritt dermaßen „unlogisch“ auf, daß man nicht nur an dessen Verstand zweifeln mag. Trotzdem erhalten jene Kräfte einen steigenden Zulauf, der uns eine Warnung sein sollte.

Josef Holnburger hat sich in seinem Artikel,  Nachrichten aus dem Paralleluniversum: Wie sich Verschwörungstheoretiker auf Facebook vernetzen, die Mühe gemacht, die absurde Welt der Facebookschwurbler zu analysieren. Es lohnt sich allemal, dies zu lesen, obendrein mögen dem ein oder anderen sich vielleicht die Augen öffnen, mit welchen Tricks und Mitteln diese agieren.

Vor kurzem hat sich auch Doris der Thematik genähert, weil die Aktualität jener Stuttgarter Gruppe „Querdenken-711“ geradezu einen Aufruf lostritt, deren Machenschaften zu entlarven. Quertreiber fangen unter falschen Namen „Erleuchtete“ ein, so die treffende Überschrift, schließlich basieren die Ursprünge auf den Spuren von Edward de Bono. Mit Querdenken haben all jene eben nichts gemein, sie wollen lediglich den Frieden stören, Zwietracht säen!

Gestern erschien ein Artikel zur heutigen Demo, die Carolin Kebekus mit initiierte. Warum auch immer und in welchen Gruppen dieser sich „verselbständigte“, die Aufrufzahlen sprechen ihre abstruse Sprache, verdeutlichen die Wege, wie sie auch Josef Holnburger beschrieb, immerhin erreichte er 1.099 Zugriffe, selbst heute hält dieser Run noch an. Ein sicheres Indiz von jenen Kräften, die nur die Überschrift mitkriegen, Demo… in Berlin… verfaßt von Internetadresse „querdenkende.com, schon wird geklickt. Basta. Mit einer kritischen Auseinandersetzung hat das mitnichten was zu tun.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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