Bin aufrichtig verzogen

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Bin geblümt
verduftet
Kulissen zu eng
Kissenschlachten
langweilig

Bin ruchlos
verachtet
Käfig beschmutzt
Freiwild
nicht zahm

Bin besucht
verantwortlich
Sprache unbequem
Fragenbildung
aufgeschlagen

Bin eingefärbt
verbunden
Bilder rauschen
Frequenzen
wärmen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Demo-Aufruf von Carolin Kebekus für 09. September in Berlin

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Corona-Schutzmaßnahmen gefährden Künstler und Freischaffende

Während die Bundesregierung keine Kosten und Mühen scheut, ganz besonders großen Konzernen während der Corona-Krise unter die Arme zu greifen, sind Künstler, Freischaffende und Hartz-IV-Empfänger ganz besonders benachteiligt. Sollte die Politik weiterhin wichtige kulturelle Ereignisse quasi im Regen stehen lassen, hat das für Deutschland ziemlich große Nachteile. Kleinkunst ist schließlich das Herz kultureller Errungenschaften.

Diesem Gedankengang folgt gleichwohl die Komikerin Carolin Kebekus, die um Tränen ringt, „es herrsche Alarmstufe Rot!“, wie sie bei diesem Aufruf mit Nachdruck hinweist, jetzt am Mittwoch, dem 09. September, bei einer Demonstration in Berlin für die benachteiligten kleineren Künstler, Veranstalter, Techniker, Kameraleute und Tontechniker sich zu engagieren, die durch die Corona-Krise mit Existenzängsten zu kämpfen haben.

Ihr festes Engagement bei der ARD bewahrt sie vor schlimmeren Folgen

Wie Carolin Kebekus zu Recht betont, andere Kunstschaffende haben es dabei wesentlich schwerer, stehen kurz vor dem Aus oder sind bereits betroffen. Insofern fordern die Teilnehmer der Demo eine Basis zur Verständigung mit der Bundesregierung auszuhandeln, der betroffenen Branche mittels Überbrückungs- und Kreditprogrammen zu helfen.

Bekanntlich ist das geplante Großkonzert in Düsseldorf, welches am letzten Freitag stattfinden sollte, ausgefallen. Eine gute Entscheidung zum Schutz etlicher Menschen. Obendrein sind die dort angekündigten Teilnehmer alles andere als hochgefährdet, was Existenznöte anbelangt im Vergleich zu kleineren Kunstschaffenden.

Ein gegenseitiges Aufrechnen sozialer Nöte nicht sinnführend 

Genau darin besteht die Gefahr, während sich Betuchtere lässig zurücklehnen, darben Künstler mit kleinerem Budget in Zeiten der Corona-Krise, die schließlich schon weit über ein halbes Jahr anhält. Politik darf nicht dabei tatenlos zuschauen oder ausgerechnet diejenigen übervorteilen, die eigentlich so gar nicht benachteiligt sind wie Konzerne oder größere Firmen, die obendrein sogar von dieser Krise eher profitieren. Das schafft berechtigte Wut.

Man darf gespannt sein, wie groß die Anteilnahme jetzt am Mittwoch in Berlin sein wird, ob politisch Verantwortliche die Anmahnung sich zu Herzen nehmen, schließlich ist unser Kulturgut nicht zu unterschätzen, trägt in vielen Bereichen dazu bei, unserem Leben sinnvolle Impulse zu geben, die allen zugutekommen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Am Abend

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Schau nicht zu mir,
geh vorbei,
der Schattenlauf
gemächlich sich
in jeden Winkel
platziert,
du kennst dich aus
in den Gruben,
den düsteren Ecken,
geh vorbei,
Wüste fegt Sand
in die Ritzen
meines Bildes,
geh vorbei,
Schneeflocken
spielen Fangen,
tauen auf
in meinem Gesicht,
geh vorbei,
nein, warte,
einen Augenblick,
zärtliche Kälte,
noch ist Nacht nicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Solinger Kindermord ein Alarmsignal

Häme und Hetze völlig fehl am Platz

Wenn Mütter ihre Kinder töten, schockiert dies jede Gesellschaft zutiefst, regt sich große Anteilnahme für die betroffenen Opfer, verbreitet sich zugleich Unverständnis zum Verhalten der potentiellen Mörderin, weil Mütter doch ihren Kindern nur das Gute wünschen.

Das Leid einer solchen Mutter muß entsprechend heftig sein, wenn sie eine derartige Tat begeht, ob nun kalkuliert oder im Affekt. Die Solinger Kinder wurden wohl erstickt – die Mutter steht unter Mordverdacht. Die alleinerziehende Mutter soll laut Ermittlern die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen haben. Man muß sogar davon ausgehen, daß aufgrund der Corona-Krise Behörden nicht effektiv genug arbeiten konnten, um eine derartige Notlage rechtzeitig zu erkennen.

Springer-Presse reagiert mal wieder in typischer Hetze

Kaum trafen die ersten Meldungen dieser schrecklichen Morde über die Nachrichtenticker ein, konnte BILD sich nicht zurückhalten, über die Mutter abzulästern. Das paßt mal wieder in das geifernde Konzept jenes Hetzblattes, welches stets dann an vorderster Front zur Stelle steht, wenn mittels Häme und Mißgunst auflagenorientierte Zeilen losgetreten werden. An dieser Stelle seien aber auch all jene mit angeprangert, die sich dieses Blatt gönnen.

Solches Gebaren gesellt sich prima zu denjenigen, die auch gern über sozial Schwache ablästern. Bekanntlich verunglimpfen Schmuddel-Medien nonchalant Hartz-IV-Opfer, diese können sich eh nicht wehren, so deren Einstellung. Nur zu gut, daß es noch andere Beobachter gibt, die solche Bösartigkeiten benennen. Tanjev Schultz hat sich bei T-Online mit seinem Gastbeitrag „Eine Schande für den Journalismus“ zum Verhalten der BILD-Zeitung geäußert.

Betroffenheit nachvollziehbar – Hintergründe bedürfen mehr Aufmerksamkeit

Was dort in Solingen und auch in Düsseldorf geschah, kann man kaum in Worte fassen, die Tragweite solcher Taten anbelangt. Es macht ohnmächtig, vom Leid des betroffenen familiären Umfeldes mal ganz zu schweigen. Auch hat der überlebende elfjährige Sohn ein Trauma zu bewältigen, welches sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird, wenn dies ihn nicht ein Leben lang verfolgen dürfte.

Im Nachhinein den Behörden eine Schuld in die Schuhe zu schieben, macht wenig Sinn. Sicherlich hat die Corona-Krise ihr übriges bewirkt, weil höchstwahrscheinlich das Personal vor Ort bestimmte Alarmsignale zu spät erkannt haben wird. Solche Überreaktionen lassen sich ohnehin nicht gänzlich vermeiden, wenn sie auch ziemlich selten vorkommen. Aber die verantwortliche Politik muß sich trotzdem anmahnen lassen, ihre Sozialpolitik generell zu überdenken. Da ist noch sehr viel Nachholbedarf notwendig, gerade in soziale Not geratenen Familien wird nicht effektiv genug geholfen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Angelehnt

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Das Garagentor quietschte
sie wohnt hier zur Miete
acht ist gerade erst vorbei
angebrannt der Kartoffelbrei
Dampf beschlägt Fenster
immer früher die Gespenster
verdunkeln ihr das Licht
so ein Hammer hat Gewicht
hat Gewalt und große Kraft
fast mühelos ist es geschafft
kein Glas mehr das Fenster hat
kalter Nebel frißt sich satt
legt sich unbekümmert nieder
Sirenen heulen immer wieder
Sturm peitscht über das Land
giert nach Einlaß an jeder Wand
das Tor aus den Angeln bricht
zu spät die Lösung kam in Sicht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weltschmerz verinnerlicht von Angesicht zu Angesicht

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Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Nach Düsternis erreicht uns das Licht?

Signale überhört, um von dannen zu ziehen, ihnen vielleicht zu entfliehen, obwohl ganz verstört  manch einer im Geheimen sich die Frage stellt, um im Verneinen bewußt verflucht all das Geld, welches der Gier den Vortritt gibt, dadurch sozialer Abbau ständig im Argen liegt?

Zuviel des Guten im Hinterfragen etlicher Probleme, man sich über das Herantragen bereits  im Vorfeld schäme, weil besser sich zurücklehnen, die politische Vorgabe verlangt, bloß nicht nach Lösungen sich sehnen, wenn über jenen Kritikern der Vorwurf prangt: Es langt!

So wiegen sich unzählige Gesellen im dauerhaften Zustand gewisser Tatenlosigkeit, niemals bereit zu durchbrechen die Schand‘ der Uneinigkeit, wobei doch des Menschen Verlangen nach ein wenig Glück meist mündet in jenem Stück der Maßlosigkeit. Wer ist bereit, diese Klippe zu umschiffen, ihr Wege aufzuzeigen, damit endlich im Reigen neuer Ideen Änderungen geschehen?

Doch weit entfernt in einem Land, das nur in den Köpfen wacher Geister existiert, begeben jene sich an den Rand der Möglichkeiten, vollkommen ungeniert, um sich gewissenhaft vorzubereiten für eine Zeit, in der Mensch wieder bereit zurückzufinden in den Urgedanken allen Seins: eine Welt ohne hemmende Schranken. Stellen wir es uns bildlich vor, die Offenheit gewaltloser Energie, wie sie greift, wächst und gedeiht, verzeiht und gleichwohl nie das Leben mit Füßen treten kann, sondern es liebt und jenen Bann aufrecht erhält. Das gefällt?

Diese Welt allerorten stets vorhanden war, aber manch Menschenschar sie überrannte in blindem Gehorsam böser Absichten, ihr mörderisches Tagwerk vollrichten, während die breite Masse zu viel Leid ausgesetzt, gehetzt, wenn auch inzwischen vernetzt, versucht zu retten, was noch zu retten ist. Zu spät, Fahnen werden auf Halbmast gehisst als Zeichen für noch mehr Versagen in kommenden Tagen, in denen wir beklagen, was halbherzige Politik vergißt: des Menschen Selbstverständlichkeit auf ein Recht friedlichen Zusammenlebens, des Verzeihens und Vergebens.

Nur die Gier steht im Vordergrund  mit ihrem häßlichen, nimmersatten Schlund, und bedeutet der wahre Grund, warum zu jeder Stund‘ des Menschen Stimme nicht erhört, wir empört gen Regierende zeigen, doch jene schweigen einfach siegessicher vor geschützten Argumenten, allseits bereit zu säen Zwietracht und Uneinigkeit. Was sagt uns das? Es wird Zeit, zu beenden diesen sinnlosen Haß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Vorhin

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Vorhin,
sie ging,
entlang
der Mauer,
aus Stein
war sie,
die Mauer,
sie.

Vorhin,
entlang
der Mauer,
war sie,
sie.

Vorhin,
aus Stein
war sie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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