Im eisigen Kreis

Der Herr General,
ein Mann aus Stahl,
ohne Gefühle,
in ewiger Kühle,
eiskalt
seine Stimme schallt
durchs Mikrophon,
klirrend jeder Ton,
zerbricht Stille,
unterdrückt Wille,
Worte aus Frost,
gärender Most
aus dem Keller
von einem Storyteller,
der gern dabei zuhört,
was ihn stört,
Anwesenheit
von Menschheit,
andere Meinung,
gerechte Teilung,
wer hier nicht nickt,
wird zur Hölle geschickt,
Ordnung muß sein,
da steht er nicht allein,
der Herr General,
Egoisten gibt‘s überall,
deren Gedanken
ohne zu wanken,
nur um sich selbst kreisen,
ihr kaltes Gemüt preisen,
ihren Narzißmus pflegen,
um Eigenliebe auszuleben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wer im Castro-Look auftritt, meint obendrein, sei der Hit?

Was hinter dem Republikanischen Parteitag sich verbarg

Oh je, wer dabei wohl den Humpty-Trumpty vertritt? Das alles ist schlichtweg karg. Man kann auch nichts anderes erwarten, verhält sich so in sämtlichen Sparten. Wer mit tausendfachen Lügen in den US-Wahlkampf zieht, dessen Reputation ohnehin schon allzu lange von dannen flieht, nur er selbst das so gar nicht sieht. Shit!

Besonders peinlich, und sie hatten es dabei sehr eilig, der Trump-Clan, der in seinem herrischen Wahn den blonden Dollen in den höchsten Tönen lobt, draußen vor Freude ganz neckisch der Mob tobt. Doch den Vogel selbst schoß jenes rassistische Paar ab, welches doch hielt zuvor per gezogene Waffen angebliche Linksradikale vorm Demonstrieren ab. Die Welt fordert zu Recht Black Lives Matter, nur die beiden spielen sich auf als Lebensretter.

Das Ganze wirkt schon ziemlich possierlich, schließlich wächst die Front gegen The Donald kontinuierlich. Dem scheint das vollkommen egal zu sein, Hauptsache er bewahrt seinen Präsidentenschein. Einmal im Weißen Haus platziert, regiert es sich völlig ungeniert. Politische Tabubrüche sind längst die Norm, der Schaden dadurch wirkt enorm. Daß Trump seine Nominierungsrede im Weißen Haus hält, undenkbar je zuvor, für ihn so gar nicht zählt. Pompeo meldet sich gar aus Jerusalem zu Wort, schlimm genug der gezielt ausgewählte Ort, von Neutralität kraft seines Amtes kann keine Rede mehr sein, er klinkt sich einfach frechweg ein.

Doch den Vogel schoß Melania letztendlich ab, hielt alle mit ihrem unglücklichen Aussehen auf Trapp. Wer im Castro-Look auftritt, meint obendrein, sei der Hit, die toppt gar für Momente ihren Gatten, verlassen das sinkende Schiff etwa bald sämtliche Ratten? Man könnte dies wohl meinen, oder aber die Trump-Dynastie will gänzlich noch herrisch-verlogener erscheinen!

Schlimm genug, daß The Donald in narzißtischer Höchstform aufläuft, welch perfider Betrug, doch beim US-Bürger sich immer noch kaum ein Nackenhaar sträubt? Im Land der Storyteller, wo man vom Tellerwäscher zum Millionär mutiert, gehst du zum Fremdschämen in den Keller, weil der Trump so simpel ungeniert regiert?

Während die Trumps The American Dream weiterhin für sich beanspruchen, keiner erhält am Ende etwas vom großen Kuchen, alle Welt diesen Aufschneider tut verfluchen, kannste lange nach den Gründen suchen. Markante Worte sind offensichtlich gefragt, egal was der blonde Dolle so von sich gibt, er letztendlich seinen Willen kriegt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Des Morgens Nacht für uns

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Es war des Morgens Nacht,
Stille hat sie mitgebracht,
eingepackt in Nebelschwaden,
ihre feuchten Koffer beladen
mit winzigen Tautröpfchen,
stets kommt sie auf Samtpfötchen.

Das durchwirkte Schleierkleid,
ihr Teint darin rosig erscheint,
ist weißlich, orange eingefärbt,
sonst erscheint ihre Haut gegerbt,
die oftmals frühen Sonnenstrahlen
all die Jahre, ihr Jugend stahlen.

Ich habe aus dem Fenster gelehnt,
mich nach mehr Schlaf gesehnt,
mein Ungeborenes regte sich,
hier stehe ich, spüre sein junges Ich,
spüre des Morgens Nacht Sanftheit,
wünsche diesen Schutz für unsere Zeit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ganz leise auf die Reise

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Zwei Reiszwecken
wollten die Welt entdecken,
dabei allerlei aushecken,
prompt in Frankfurt auscheckten,
dabei Neugier erweckten,
vor Scham sie sich versteckten.

Schließlich in den Lüften waren,
sahen sie Vogelscharen
wie schon eh und je seit Jahren
vorbeifliegen. Waren sich im Klaren,
sie würden bald Mal per Schiff fahren,
diesen Traum sich bewahren.

Zwei Reiszwecken
sich seitdem erst recht necken,
manch Story aufdecken,
nur so zu Testzwecken
ohne dabei anzuecken,
vor nichts zurückschrecken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ruhe Sehnsucht

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Schneebedeckte Weite
Lichtpunkt der Ferne
jeder meiner Schritte
erspürt deine Nähe
rundgeformte Hügel
grüngefärbte Treppen
verspieltes Labyrinth
bewohnt mit Klängen
begleiten die Wege
lassen mich erleben
Schwere und Leichtigkeit
Schweiß vermischt sich
mit der Gräser Atem
unter den Bäumen
die Ruhe der Kühle
Sehnsucht nach Wärme
zum eisblauen Gipfel
das bist du in mir

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Arbeitszeiten – Einbußen durchs Pendeln

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Folgen des Globalismus

Früher war alles ganz anders, die Menschen hatten viel mehr Zeit füreinander, keine Schnellebigkeit diktierte die Freizeit zwischen Arbeit und Schlaf. Natürlich kann man jetzt argumentieren, es gab mal eine 48-Stunden-Woche, somit war Samstagsarbeit etwas vollkommen Normales, wobei real etliche heutzutage längst wieder dabei sind, so viele Wochenarbeitsstunden und wesentlich mehr zu leisten, oftmals sogar unentgeltlich, schließlich will man ja nicht den schwer errungenen Job verlieren.

Und was nimmt Arbeitnehmer nicht alles an „verlängerte“ Arbeitszeiten in Kauf, um sogar Einbußen durchs Pendeln hinzunehmen, die durchaus mit als Folgen des Globalismus zu interpretieren sind?!

Autolobby in trauter Eintracht, um Freizeitvergnügen mit Arbeit zu verbinden?

Ganze Industrien profitieren von des Menschen Wünschen, Vorstellungen der Flexibilität, dem Freizeitvergnügen. Am Ende doch die alten Zeiten einer Ortsabhängigkeit letztlich wesentlich gesünder im Sinne der Muße, den Faktor Pendlerstreß von vornherein ausklammernd? Ganz so drastisch sollte man eine stattgefundene Entwicklung, die über Jahrzehnte längst den Alltag gestaltend bestimmt, nicht unbedingt abwerten. Aber die geifernde Klientel des Fortbewegungsmittels Nummer Eins tanzt nur allzu gern ums Goldene Kalb, weil der Profit beim Automobil so verheißungsvoll. Alles hat seinen Preis, erst recht das Autofahren in Abhängigkeit mit dem Arbeitsplatz.

Welche herrlich sinnmachende Verbindungen, die da im Laufe der Zeit entstanden, könnte man kritisch, ein wenig zynisch bemerken, obwohl dennoch sogar Vorteile vorhanden. Wer möchte nicht schnell von Punkt A nach Punkt B gelangen, zeitsparend auf öffentliche Verkehrsmittel nicht angewiesen sein, obwohl mancher Stau exakt das Gegenteil bewirkt, denken wir an schnelle U-Bahnverbindungen in Großstädten? Und trotzdem nehmen wir sämtliche Strapazen der Fortbewegung in Kauf, richtet sich das Leben nach Arbeitsplatz und Freizeitvergnügen.

Befristete Jobs verhindern Wohnortwechsel – Krankheiten vorprogrammiert

Die Arbeitswelt entpuppt sich als äußerst dramatisches Diktat, wenn wir bedenken, inwieweit viele längst in sklavenartiger Abhängigkeit sich befinden, weil befristete Jobs einen vorteilhafteren Wohnortwechsel verhindern, um täglich längere Pendelzeiten zu vermeiden. Wer zieht schon gern einfach mal jedes Jahr um? Und solche Jobs gibt es durchaus, wo nach einem Jahr keine Verlängerung winkt. Kein Wunder, daß Menschen sich einrichten, arrangieren, den Streß auf dem Arbeitsweg in Kauf nehmen. Pendeln kann nicht nur krank machen, auf Dauer sind Krankheiten mehr oder weniger vorprogrammiert.

Vielleicht können Singles oder manche Pärchen noch damit klarkommen, ohne daß die Beziehung leidet, aber spätestens in Familien mit Kindern zeigen sich die unübersehbaren Defizite, wenn Partner sowie Kinder die Abwesenden vermissen und umgekehrt, eine Entfremdung zunehmend wächst. Stehen bei solcher Bemerkung all die Trucker und Montagearbeitenden auf der Matte, um ihr Leid einerseits zu klagen, andererseits achselzuckend zu bemerken, es gäbe keine Alternative, außer dem Jobverlust? Insofern haben sie durchaus Recht, es gibt immer Ausnahmen und Betroffene, die damit leben müssen, sogar ein Stückweit zurechtkommen mögen.

Der Preis ist sehr hoch – ein Umdenken daher erforderlich

Gesamtwirtschaftlich betrachtet, stehen die eigentlichen Schäden, die durch das lange Pendeln verursacht werden, zusammen mit den daraus entstehenden Risiken und Krankheitsfolgen in einem widersprüchlichen Verhältnis, was somit ein Umdenken anmahnt. Aber wer nimmt das schon wahr angesichts einer immer rasanter sich entwickelnden Wirtschaftswelt, in der Mensch kaum bis gar nicht berücksichtigt, sondern sich alles nach dem schnellen Profit richtet? Grund genug, solche Mißstände zu benennen, aber auch Alternativen aufzuzeigen, die es auf alle Fälle gibt!

Mit einer radikalen Änderung des Bildungssystems, zugunsten einer Wirtschaft nach loyalem Gemeinschaftsprinzip, gibt es längst die richtigen Ansätze, man muß sie aber hingegen mutig angehen, will man eine reale Veränderung und somit Verbesserung für alle Betroffenen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Begegnung

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Im Haar, in ihrem Haar
Töne sich verfangen,
lichtdurchflutet der Wald,
Buchen und Eichenlaub
verstreuen ihre Lieder
nach jedem Fußtritt
im Haar, in ihrem Haar.

Im Haar, in ihrem Haar
verwebte Baummusik,
Melodiengespinste
verwehen Noten,
silbern, kristallen
erklingt ihr Schall
im Haar, in ihrem Haar

Im Haar, in ihrem Haar
nisten Blattkonzerte,
tausende Hörtröpfchen
rieseln als Stimmenecho
zwischen den Bäumen
an diesem Sommertag,
im Haar, in ihrem Haar.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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