Covidioten dürfen in Berlin demonstrieren

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Wann Meinungsfreiheit letztlich Grenzen haben sollte

Spätestens wenn überdeutlich Demonstranten das Leben der Bevölkerung Berlins durch ihr Verhalten lebensbedrohlich gefährden, gezielt keine AHA-Regeln einhalten, sollte die Polizei ihren Job machen und eine solche Kundgebung unbedingt auflösen. Die verantwortliche Politik hätte dies veranlassen können, verpaßte sie aber. Warum?

Polizei löst nach Demo auch Kundgebung auf. Ziemlich unverständlich, wo doch die Faktenlage von Beginn an deutlich sichtbar war. Was bezweckt unsere freie Demokratie damit? Eine schier selbstherrliche Toleranz? Man stelle sich für einen Moment vor, ultra-linke Demonstranten protestieren gegen den Kapitalismus, lautstark grölend, zwar friedlich aber die Bundesregierung pöbelnd fast schon beleidigend. Ob man sie hätte gewähren lassen? Wohl kaum, aber dafür radikale Querfrontler und Verschwörungstheoretiker, hauptsächlich mitinitiiert seitens Rechtsradikaler. Da schaut Politik vornehm weg. Ein Unding!

Wieviel kriminelle Energie darf sich denn noch entfalten?

Als etwas anderes möchte man jene Covidioten lieber nicht bezeichnen. Mit Verstand und gar Rücksichtnahme hat deren Verhalten rein gar nichts zu tun. Im Gegenteil, sie handeln hochemotional berechnend egoistisch, viele von ihnen unter dem Deckmäntelchen angeblicher Unterdrückung seitens der Regierung, das Virus sei reine Erfindung. Obwohl dessen Existenz nachweisbar bereits genug Opfer aufzeigt.

Immer mehr Covidioten tummeln sich hierzulande, selbst wenn die angestrebte halbe Million nicht zustandekam, waren es dennoch rund 20.000. Tragisch genug. Fanatismus reagiert nach bekannten Regeln, da hilft keine Ratio mehr, egal wie clever Argumente herangezogen werden. Einmal ins Leben gerufen ein Selbstläufer, Ziel erreicht, Verstand ausgeblendet.

Superspreading in Kauf genommen

In Berlin darf man jetzt gleich zu Beginn des letzten Sommermonats August von einem Superspreading nach dieser Großdemo ausgehen. Das ist das Ergebnis jener Unverbesserlichen. Verständlich die Wut der Gegendemonstranten, die obendrein sich dabei selbst gefährden.

Meinungsfreiheit stellt in jeder Demokratie ein hohes Gut dar, hat unbedingt dort ihren Platz. Aber mitnichten, wenn das Leben anderer bewußt gefährdet wird. Genau dann hat sie ihr jähes Ende zu finden, erst recht bei Ankündigung, wo doch sofort offensichtlich keine Rücksicht genommen wurde. Die Demo hätte niemals genehmigt werden dürfen und mit derselben Vehemenz wie gegen diesen Vegankoch per Verbot vorher gestoppt werden müssen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Merz mit viel Geschwafel ohne Substanz

Was für ein Affentanz

Mitnichten folgt ein reimartiger satirischer Text, obwohl mit Blick zu jenem potentiellen CDU-Kanzlerkandidaten könnte man ohne weiteres gleich eine ganze Satire-Reihe lostreten angesichts dermaßen vieler Entgleisungen, die sich jener Ex-Politiker, der er für eine Weile bekanntlich war, in letzter Zeit geleistet hat.

Nicht zufällig verlor er den CDU-Vorsitz und mußte AKK in entscheidender Wahl weichen, obwohl sie selbst ebenso nicht unbedingt in dieser Rolle glänzt, vom Amt als Verteidigungsministerin mal ganz zu schweigen. Beim ZDF-Talk mit Dunja Hayali offenbart Friedrich Merz seinen tiefsitzenden Rassismus.

Die größere Schande für Europa wäre ein Herr Merz als Bundeskanzler

Aber immer schön der Reihe nach. Daß jede Schmierenkomödie ihren Wahrheitsgehalt hat, dürfte nicht erst beim Focus-Interview zutage gekommen sein, in dem Friedrich Merz darauf bestand, die Steuerwarnung von SPD-Chefin Esken „nicht ernst zu nehmen“, sondern darüber hinaus ihn selbst, der jahrelang zuvor BlackRock  treu die Stange hielt.

Was er sich jetzt im zitierten ZDF-Talk mit Dunja Hayali leistete, nämlich sich ständig wegzuducken bei der Problematik des Flüchtlingselends, anstatt Farbe zu bekennen, läßt sehr tief blicken, paßt viel eher zu dessen rassistischen Haltung, die er schon des Öfteren an den Tag gelegt hatte. Wie schön, daß ihm wenigstens Herr Grupp die Stange hält, wie dieser bereits vor  knapp zwei Jahren per Lob bekundete. Ob’s ihm helfen wird, wissen wir am Ende des 33. CDU-Parteitags im Dezember.

Banale Floskeln offenbaren eigentlich Desinteresse

Die haben nämlich in der Politik gar nichts verloren. Man stelle sich für einen Moment einen Friedrich Merz im Jahre 2015 während der ersten Flüchtlingsströme vor in der Rolle des amtierenden Bundeskanzlers. Ob er mit derselben Vehemenz für diese eingetreten wäre wie Angela Merkel? Wohl eher nicht. Er hätte sich mit Herrn Seehofer zusammengerauft, um des Mannes Stärke zu behaupten. Punkt. Eine spekulative Einschätzung? Nein.

Mit Herrn Merz dürften die Wähler noch so manche Überraschung erleben. Eine Zusammenarbeit mit den Grünen kann ich mir so gar nicht vorstellen, die müßten ihre eigene Partei verraten. Mit Herrn Schröder bewiesen sie schon einmal, daß dies möglich ist, auch wenn jetzt ganz andere in der Parteispitze das Sagen haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Trump als plumper Lump

Das Weiße Haus ist mein,
weil ich bin das Schwein.
Ihr anderen seid so gemein,
daher bin ich jetzt allein.
Doch das darf nicht sein,
ich fühl mich somit klein.
Welch ungerechte Pein,
schluß mit dem blöden Reim.

Einmal Präsident, immer Präsident,
hurra, das Weiße Haus brennt.
Was hab ich für ein Talent,
erst recht alle Welt mich jetzt kennt.
Nicht aufregen, einen Moment,
mein Genie niemand erkennt?
Ich sag’s mal völlig ungehemmt:
Ihr mir mein Amt nicht gönnt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Deutsche Gesetzgebung: Willkür zwischen Unsinn und Notwendigkeit

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Gründlichkeit keine Erfindung hämischer Zungen

Wir laufen äußerst entspannt am wellenumspülten Sandstrand, genießen die Freiheit meeresfrischer Luft im sonnigen Rausch wohlgefälliger Sorglosigkeit. Doch da, ein ordnungsliebender Beamter fühlt sich berufen, uns aus schönen Träumen zerrt, der Strand sei per Schild schon seit langem deutlich sichtbar gesperrt. Eine Ordnungsstrafe liege an, so bemerkt mit drohendem Zeigefinger der korrekte Mann.

Kein Land auf dieser Erde hat so viele Verordnungen wie die deutsche Gesetzgebung, deren Willkür zwischen Unsinn und Notwendigkeit sich artikuliert. Insofern ihre nachgesagte  Gründlichkeit keine Erfindung hämischer Zungen, vielmehr nüchterne Alltagsrealität.

Paragraphenreiter, Gesetze und Rechtsverordnungen

Im Grunde genommen gibt es mitnichten die Freiheit, wenn man sich den Dschungel  deutscher  Rechtsverordnungen und Gesetze vergegenwärtigt. Es würde jeden Artikel sprengen, all die Beispiele zu benennen, die das Leben selbst in kurioseste Zustände versetzen könnte. Daher sei hier nur ein kleiner Ausschnitt dessen aufgeführt, was bestimmte Paragraphen denn zweckdienlich bedeuten mögen, bzw. sie selbst als kompletten Widerspruch entlarvt werden.

Seit Ende 2009 sind bestimmt zu den 1.924 Gesetzen, 3.440 Verordnungen mit den insgesamt 76.382 Artikeln und Paragraphen noch einige mehr hinzugekommen, die ungefähr 2.728 Rechtsverordnungen mit weiteren 44.689 Einzelvorschriften der 16 Bundesländer einmal ausgeklammert. Und die diktieren unser aller Leben, wenn Anwälte und Richter zusammen mit der Polizei in Aktion treten, um sie deutscher Gerichtsbarkeit zuzuführen?

Wenn du deine eigenen vier Wände verläßt, betrittst du Rechtsunsicherheit

Wobei kuriose Gesetze dabei für genügend Aufregung sorgen, der geneigte Kritiker sich fragt, warum diese noch vorhanden. Nach deutschem Recht besagt das Gesetz zur Eheschließung nach § 1314 II BGB, u.a. (2) Eine Ehe kann ferner aufgehoben werden, wenn

ein Ehegatte sich bei der Eheschließung im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehender Störung der Geistestätigkeit befand;

ein Ehegatte bei der Eheschließung nicht gewusst hat, dass es sich um eine Eheschließung handelt.

Interessant, wieder mal ein Freifahrtschein für sinnloses „Saufen“, um hinterher sich „rein  zu  waschen“, da man ja unzurechnungsfähig war angesichts des zu hohen Alkoholpegels? Wesentlich andere Gründe der Gesetzestextidee können bei solcher Formulierung wohl kaum im Spiel gewesen sein.

Die Bau- und Garagenverordnung schreibt gesetzlich vor, daß dort nur Pkws sowie dessen Zubehör zu lagern sind, um den öffentlichen Verkehrsraum zu entlasten. So das Gesetz, an das sich sehr viele in der Praxis nicht halten und dem Garagenbesitzer Carsten B. zum Verhängnis wurde, wie die ARD in ihrer SendungRatgeber Auto-Reise-Verkehrberichtete. Hätten Sie’s gewußt?

Was lernen wir daraus? Letztlich vermag nur gesunder Menschenverstand halbwegs Rechtssicherheit vermitteln. All die merkwürdigen Paragraphen der Gesetze, darunter auch manche noch aus dem vorletzten Jahrhundert, sorgen erst dann für Ärger oder berechtigtes Unverständnis, wenn wir betroffen sind. Es liegt somit am Bundesministerium der Justiz, den Dschungel zu lichten im Sinne einer verträglicheren Rechtsordnung.

Lotar Martin Kamm

 Kategorie: Gesellschaft

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Sonnenstrahlen

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Wenn hunderte bunte Seifenblasen
an Nebelschwaden entlanggleiten,
sich in sandkorngroßen Tröpfchen
in den durchsichtigen Schleier weben,
du zärtlich dich an mich schmiegst,
einzelne schwarz-braune Gesichtshaare
deiner über vollen Liebe hinterlassend,
strahlt die Sonne selbst an trüben Tagen,
du schnurrende Königin von Katze.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schmuddelmedien verunglimpfen Hartz-IV-Opfer

Dreckige Wäsche waschen zum x-ten Male

In der Schulzeit nannten wir sie zu Recht Petzer, diejenigen, die zum Lehrer oder gar Schuldirektoren rannten, um andere anzuschwärzen. Manche wurden daraufhin bei Gelegenheit deshalb verprügelt oder anderweitig bestraft, man ließ sich solches nicht gefallen. Im realen Leben als Erwachsener vollzieht sich dies eben anders. Solche „Verräter“ werden geschnitten, man zeigt ihnen die kalte Schulter.

Doch was seit geraumer Zeit bereits gen Himmel stinkt, auf all jene zu zeigen, die ohnehin genug Probleme haben in ihrem Alltag. DerWesten wettert schon seit Längerem gegen Hartz-IV-Empfänger, die sich seiner Meinung nach „daneben benehmen“. Im neuesten Fall trifft es mal wieder eine Mutter, ein Kind aus NRW habe keine Schuhe mehr.

BILD-Zeitungsstil läuft immer, oder?

Das Ganze hat ohne weiteres ein hintersinniges, gar berechnendes Kalkül. Die Schadenfreude ob derjenigen, die angeblich unfähig sind, ihr Leben zu meistern. Man macht sich kurzerhand über sie lustig. Es ist billige Häme auf Kosten anderer, ohne den Kern des Übels auch nur ansatzweise zu durchleuchten, zu hinterfragen. Das erinnert nicht nur an den Stil einer BILD-Zeitung, es äfft sie regelrecht nach, weil so herrlich simpel!

Dabei wird sich nicht mal die Mühe gemacht, eine tiefgreifende Recherche zu veranstalten, ein paar Fakten, schon paßt die Story der Redaktion in den Kram, ein entsprechender Shitstorm gibt ihr gar Recht, der nicht lange auf sich warten läßt, kaum veröffentlicht. Nur den Leidtragenden hilft es nichts, die Politik jener Hartz-IV-Gesetzgebung wird obendrein beschönigt.

Das perfide Spiel der Armut begünstigt in Wirklichkeit die Ausbeuter

Davon partizipieren solche Schmuddelmedien sowieso tagtäglich, wie man unschwer auch bei RTL des Öfteren beobachten kann. Eine Gesellschaft, die im Hamsterrad sich mit Hartz IV zurechtfinden muß, hat es ohnehin schwer genug. Mit Draufdreschen wird es keinesfalls besser!

Anstatt mal bei denjenigen genauer hinzuschauen, die tatsächlich im ganz großen Stil schmarotzen per Betrug, denkt man beispielsweise an den Wirecard-Fall, tritt man lieber nach unten gen Schwächere, die sich ohnehin kaum oder gar nicht mehr wehren können.

Das gleichzeitige nach oben Buckeln hat eben jenen faden Beigeschmack, den es anzuprangern gilt. Medien haben sich davon gefälligst zu befreien, wollen sie glaubwürdig bleiben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Himmel, Arsch und Zwirn

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Rolle auf den Leib geschnitten
Karriereleiter mit Lügen erstritten
Den Geist mit Spiegeln eingerahmt
Das große Geld damit abgesahnt

Zur Uniform wird das Kostüm
Jeder Auftritt erfolgt ungestüm
Texte werden ständig wiederholt
Publikum auf plumpe Art verkohlt

Erfreuen sich am auswendig Gelernten
Verstehen mit Einfalt läßt sich Erfolg ernten
Bejubeln in Ketten gelegte Werte
Kasteien sich mit strengster Härte

Sehen andere durch eigene Gitterstäbe
Nur in Käfigen erstrebenswertes Leben es gäbe
Ihr dummdreistes Credo tätowiert sich im Gehirn
Nähen Wissen zu Himmel, Arsch und Zwirn

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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