Vor dem Protokoll

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Es war gewesen
soll
gerudert
im Atoll
im ovalen
Kreise
auf ständiger
Reise
den Kompaß
verloren
flüsternden
Wind in den Ohren
Geduld
kommt Zeichen
dauert noch
ein Weilchen
rot blinkt
der Stern
vor mir
ein Kern
ein Kerl
geheißt
meine Zunge
wie angeschweißt
am trockenen
Gaumen
er senkt
den Daumen
so soll’s
gewesen sein
steht auf
dem Schein
neulich im
Kreisverkehr
ein paar
Tage her
gefahren
trunken
dem Polizisten
gewunken
ihn umarmt
fürs Retten
er mich gelegt
in Ketten
so steht’s
im Protokoll
kein Wort
vom Atoll
von meinen
einsamen Jahren
nur im Traum
kann ich bewahren
mein Leben
auf perlenden Wellen
sonst klicken
wieder Handschellen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise diktiert weiteren Verlauf

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Normaler Schulbetrieb äußerst fragwürdig

Wer nach den Sommerferien den Schulbetrieb wieder ganz normal öffnet, hat letztendlich die daraus entstehenden Folgen zu verantworten. Die Politik wäre daher ziemlich gut beraten, dies eben nicht zuzulassen. Noch zögert sie, obwohl genügend Ungeduldige bereits es kaum abwarten können, bis Normalität wieder den Raum einnimmt, der besonders die angeschlagene Wirtschaft gesunden lassen soll.

Doch Covid-19 reagiert eben nicht erwartungsgemäß, folgt eigenen Spielregeln, die keineswegs ignoriert werden können, außer man gefährdet leichtsinnigerweise Menschenleben. Auch die WHO lenkt inzwischen ein, was die unterschätzte Gefahr durch Corona-Aerosole anbelangt.

Mittels Ignoranz verschwinden deutliche Argumente keinesfalls

Es scheint viel leichter und vor allem bequemer zu sein, jenen angeblichen Experten zu lauschen und ihnen auf den Leim zu gehen, anstatt den eigenen Verstand zu bemühen, um aufmerksam schlüssige Zusammenhänge zu begreifen. Die Wissenschaft ist unbestechlich, kann dennoch jederzeit der Lächerlichkeit preisgegeben werden, wie wir unschwer beobachten dürfen in Corona-Zeiten.

Genau deshalb rächt sich seit geraumer Zeit das Laissez-faire der Lockerungen, etliche nehmen es nicht mehr so genau mit der Seuche, die eben nicht einfach so verschwunden ist. Das wollen viele halt nicht wahrhaben trotz steigender Infektionszahlen in vielen Ländern, besonders in den USA, Brasilien oder Russland.

Eine zweite Welle im Herbst ist zu befürchten

Erst recht ein Grund mehr, den regulären Schulunterricht nochmals zu überdenken. Die damit verbundenen Gefahren und Risiken sollten nicht unterschätzt werden. Die bisherig vorbildhafte Politik der Bundesregierung unter Angela Merkel wäre daher gut beraten, ihren Kurs der Vorsicht fortzusetzen.

Mit einem Abstand von zwei Metern wird es daher nicht mehr getan sein bei längerem Aufenthalt in Klassenräumen. Ein Argument, welches nachdenklich stimmt, inwiefern ein normaler Schulbetrieb vonstattengehen kann. Wohl eher nicht, es sei denn, man gefährdet wissentlich Schüler und somit auch deren Verwandte, Freunde etc. Diese Seuche wird uns daher noch wesentlich länger beschäftigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Rentable Investition

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Immer noch rentabel
seit dem Turmbau zu Babel,
seit Beginn der Mimik, Sprache
die lohnenswerteste Sache,
um berühmt, reich zu werden,
die Rede ist nicht von Turnierpferden,
auf die man bei Rennen wetten kann,
zu viel Arbeit für einen einzelnen Mann,
sich mokieren, lästern, denunzieren,
damit läßt sich Erfolg garantieren.
Wer mutig sich auf einen Sockel stellt,
dem klingen bald die Säckel voller Geld.
Ungeheuerliches gibt es zu berichten,
deshalb trachten sie, mich zu vernichten,
die Wahrheit weiß ich aus sicherer Quelle,
verbreitet mein Wort auf die Schnelle,
Häscher sind bereits auf dem Weg,
sie gönnen niemandem das Privileg,
wirklich informiert zu werden,
ihr sollt bleiben willige Herden,
die gehorchen dumm
und stumm,
ich habe für eure Nöte Verständnis,
befreit euch aus diesem Gefängnis.
Mit solcher Art von Hetze,
getarnt als liebgemeinte Petze,
gelangt man zu Ruhm und Ehren,
diese Aufopferung darf keiner abwehren,
egal ob in Friedenszeiten,
in Pandemien, da gibt’s nichts abzustreiten,
so funktioniert jede Aufwiegelung,
mit der niederträchtigsten Bestrebung
seinen Narzißmus, Egoismus auszuleben,
seine Gier, Neid, Haß anderen anzukleben,
sich selbst als Großmeister aufzuführen,
reicht es aus, Zwietracht zu versprühen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Werbung um jeden Preis

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Eine gute Option oder eher fragwürdig?

Ob nun Alice Schwarzer für die bekannte Zeitung mit den vier Großbuchstaben Reklame macht oder ein Moritz Bleibtreu ausgerechnet für die Fast-Food-Kette McDonald’s, Werbung um jeden Preis eine gute Option oder eher fragwürdig?

Man könnte in Versuchung geraten, dieses Thema einfach nicht so wichtig zu nehmen angesichts der weltweit wirklich dramatischen Ereignisse, die uns manchmal den Atem stocken lassen.

Promis nutzen wohl ihre Bekanntheit aus

Andererseits verbinden etliche Zeitgenossen mit Menschen des öffentlichen Lebens gewisse Assoziationen, ringen ihnen sogar eine nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion ab, man blickt auf, wenn sie sich äußern. Insofern darf man sich schon wundern, wieso sie dennoch keinerlei moralisch ethische Bedenken haben, sich für derart in die Kritik geratene Unternehmen herzugeben.

Geld, Beziehungen oder Folgeaufträge bzw. ein Erklimmen in der Karriereleiter das mögliche Motiv wider aller Bedenken? Man muß dies schon vermuten. Oder aber sagen, sie wissen nicht, was sie tun!

Egal ob Lena, Bohlen oder Gottschalk?

Der Namen gibt es viele, wie z.B. Lena Meyer-Landrut, kaum erfolgreich nach dem 55. Song-Contest wurde sie das neue Gesicht für Opel. Oder denken wir an den Pop-Titan Dieter Bohlen mit der massiv beworbenen Becel-Margarine, an Thomas Gottschalks Gummibärchen, um nur mal einige Beispiele zu nennen.

Warum übernehmen das keine eher unbekannten Darsteller? Einziges Ziel die Prominenz und dessen Namen als Garant, das Produkt entsprechend besser zu vermarkten? Die Erfolgszahlen geben den Machern Recht, aber verwerflich bleiben solche Werbeaktionen dennoch. Das müssen diejenigen, die sich für solches „hergeben“ mit ihrem Gewissen ausmachen. Der leicht fade Beigeschmack nach kritischer Auseinandersetzung bleibt haften, wer bestimmte Produkte eher negiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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21 dreizehn

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Das Wasser brodelt schon,
dämpft Schreie im Nebel,
niemand hört davon.

Heulen schwillt an,
quält sich durchs Fenster,
Nacht nicht fliehen kann.

Dunkel umarmt die Laterne,
flüstert, hörst du’s auch,
es weinen die Sterne.

Das Licht zittrig flimmert,
bewahrt bleibt der Schein,
geschlagenes Kind wimmert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Trump provoziert einen Bürgerkrieg in den USA

Militantes Wahlkampfprozedere als Ablenkung vor eigener Unfähigkeit

Wer bisher geglaubt hatte, daß Donald Trump bereits genug Unheil angerichtet hat, der wird eines Besseren belehrt. Der Anfang vom Ende, frei nach dem Motto, nach ihm die Sintflut, er werde tatsächlich mit allen Mitteln seinen Präsidentensessel behaupten? Was zählen schon Wahlen, Faschismus fürs Fernsehen, da genau das seinem Weg des Entertainings folgt? Es schaut ganz danach aus.

Einerseits glänzt jener US-Präsident vor lauter Unvermögen, die Liste seiner Verfehlungen mag man gar nicht mehr aufzählen, besonders in der Corona-Seuche offenbart er seine Handlungsunfähigkeit, andererseits muß man inzwischen ein gezieltes Kalkül ihm unterstellen, wenn jetzt Bundespolizisten auf Demonstranten losgelassen werden. Der Beginn einer dramatischen Gewalteskalation in den USA?

Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt

The Donald als Erlenkönig sich profilieren will? Rechtsradikale haben ohnehin im Land der Stars and Stripes einen Aufwind, unübersehbarer Rassismus darf sich ungeniert ausleben, trauriger Höhepunkt der brutale Mord seitens weißer Polizisten an George Floyd. Während alle Welt dies mit Nachdruck verurteilt, erklärt Trump Demonstranten kurzerhand als linke Krawallmacher, die es jetzt zu bekämpfen gilt.

Die Idee der „Müttermauer“ verpufft angesichts der geschickt eingesetzten Bundespolizisten in voller Kampfmontur, Erinnerungen an mittelalterliche Verhältnisse finden ihren Weg in den Köpfen erstaunter Beobachter. Während Medien ohnehin als Teufelswerk und Fakenews abgetan werden, nutzt dieser Präsident seine ihm zur Verfügung stehenden Machtinstrumente, kaltschnäuzig, empathielos und brutal einkalkulierend.

Wenn schon Geheimdienstexperte Malcolm Nance warnt  

Spätestens dann sollten Alarmglocken schrillen! Donald Trump plant in etwa den Ausnahmezustand, falls nach der Wahl er als Verlierer dastehen würde? Man könne doch kurzerhand die 59. Präsidentenwahl als nichtig, somit ungültig erklären, um dann auch in diesem Fall vorzubeugen mit einem Heer von Bundespolizisten?

Insofern sind die Einwände von Geheimdienstexperten Malcolm Nance, der inszenierte Kriegszustand von Portland sei eine „Trockenübung“, um im Anschluß der Präsidentenwahl erst recht seine Macht zu demonstrieren, berechtigt. Das schaut alles andere wie ein demokratisch legitimiertes Verhalten aus, sondern vielmehr als der direkte Weg zum Faschismus. Ende Gelände mit einem freien Westen im Herzen Amerikas, in den USA? Soweit dürfen es die US-Amerikaner keinesfalls kommen lassen, erst recht nicht westliche Verbündete!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Insel hinter Holzstapeln

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Seitlich im Garten
versteckt hinter
Holzstapeln,
Bullauge an Bullauge,
mit Ketten verschweißt,
wippen ganz leicht
des Abends
im milden Lüftchen,
melodisch begleitet
knirschendes Eisen,
das sanfte Schaukeln.

Seitlich im Garten
versteckt hinter
Holzstapeln,
peitscht Sturm
an die Scheiben
Wasserbälle,
die im Lärm
rasselnder Ketten
scheppernd aufplatzen,
tosende Stimmen
ums Echo wetteifern.

Seitlich im Garten
versteckt hinter
Holzstapeln,
brechende Äste
verheddern sich
zwischen dem
quietschenden
Metall der Glasaugen,
versperren die Sicht,
schwanken im Taumel
knarrenden Gewichts.

Seitlich im Garten
versteckt hinter
Holzstapeln,
erstarrte Kettenglieder,
Eiskristalle sprenkeln
runde Sichtfenster,
blind verstummt,
im rötlich weißen Licht,
bis die Morgensonne,
Orientierungslosigkeit
durchbricht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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